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Ansgar Brinkmann war von 2001 bis 2003 Spieler bei Arminia Bielefeld
Ansgar Brinkmann war von 2001 bis 2003 Spieler bei Arminia Bielefeld © SPORT1/Getty Images

München - Der ehemalige Arminia-Profi Ansgar Brinkmann drückt den Bielefeldern im Halbfinale die Daumen - und verrät im Gespräch mit SPORT1, wie der Drittligist den VfL Wolfsburg knacken kann.

Drei Bundesligisten hat Arminia Bielefeld im DFB-Pokal schon aus dem Weg geräumt. Jetzt soll gegen den VfL Wolfsburg am Mittwoch (ab 20 Uhr LIVETICKER u. SPORT1.fm) der vierte Streich folgen.

Die Rolle des Außenseiters steht der Arminia, meint auch der ehemalige Profi Ansgar Brinkmann im Gespräch mit SPORT1. Er sagt vor dem Halbfinale:

"Sollte die Arminia jetzt auch noch Wolfsburg besiegen und ins Finale einziehen, dann ist das gleichzusetzen mit der Mondlandung von 1969. Für einen Drittligisten wäre das ja der absolute Wahnsinn!"

Brinkmann wohnt selbst in Bielefeld und ist regelmäßig im Stadion. "Ich bin da ja auch befangen", räumt der Ex-Armine, der 2002 mit dem Verein in die Bundesliga aufgestiegen ist, ein. "Die Euphorie in der Stadt ist riesig, alle freuen sich auf das Spiel - so was hat es noch nie gegeben!"

16 Jahre alter Rasen und Hexenkessel

Die Bedingungen sind nach wie vor besonders - und ein Plus für Bielefeld: Der holprige, 16 Jahre alte Rasen wurde schon für Hertha BSC Berlin (4:2 i.E.), Werder Bremen (3:1) und Borussia Mönchengladbach (5:4 i.E.) zum Stolperstein.

Die Alm gleicht einem Hexenkessel, für die letzten 1000 Karten übernachteten Fans am Dienstag sogar vor der Geschäftsstelle. Und die Heimstärke der Arminia ist ohnehin ein Pfund: Von den letzten 20 Heimspielen gewann sie wettbewerbsübergreifend 19 und verlor keines.  

Sportlich liegt Bielefeld als Tabellenführer der 3. Liga sowieso auf Kurs. "Das ist die stärkste Mannschaft in dieser Liga. Der Aufstieg ist Pflicht", sagt Brinkmann. "Und im Pokal war man gegen die Bundesligisten auf Augenhöhe und hat verdient gewonnen".

"Über Standards und Konter kommen" 

Gegen Wolfsburg empfiehlt er seinem Verein eine ähnliche taktische Ausrichtung wie in den Pokalspielen zuvor: "Dass man wenig zulässt, also kein frühes Gegentor bekommt. Tief stehen, über Standards und Konter kommen - mit dieser Marschroute, die Trainer Norbert Meier vorgibt, ist die Arminia gut beraten."

Er ergänzt: "Notfalls kann man sich auch ins Elfmeterschießen retten. Das hat ja schon zweimal geklappt."

Spieler mit Selbstbewusstsein

Die Vorfreude ist auch bei den Spielern groß: "Für dieses Finale reißen wir uns schon das ganze Jahr den Arsch auf", sagt Torjäger Fabian Klos, früher selbst in der zweiten Mannschaft des VfL.

Und Manuel Junglas, gegen Bremen Gladbach insgesamt dreifacher Torschütze, erzählt: "Das ist das absolute Highlight in meinem Fußballer-Leben. Wir werden um unser Leben rennen. Das ist vielleicht die einzige Chance im Leben, mal nach Berlin zu fahren."

Brinkmann erinnert das an seine eigene Zeit als Aktiver: "An Selbstvertrauen hat es mir nicht gemangelt. Ich hatte Selbstvertrauen wie eine Weltauswahl. Ich hoffe die Jungs gehen auch selbstbewusst raus. Das ganze Stadion steht hinter ihnen." 

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