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France v Brazil - International Friendly
Karim Benzema absolvierte sein letztes Länderspiel für Frankreich im vergangenen November © Getty Images

Die Frage nach Karim Benzemas möglichem Frankreich-Comeback beschäftigt weiter die Nation. Der Premierminister lehnt es nach wie vor ab - und erhält prompt Gegenwind.

Der französische Premierminister Manuel Valls hat sich am Dienstag gegen ein Nationalmannschaftscomeback von Real Madrids Angreifer Karim Benzema ausgesprochen, solange dieser noch unter Verdacht der Erpressung mit einem Sexvideo steht.

"Ich glaube, dass die Voraussetzungen für Benzema und eine Rückkehr in das französische Team nicht gegeben sind. Es laufen immer noch Ermittlungen", sagte Valls dem Sender RMC.

Real-Star antwortet Politiker

"Ein großer Sportler muss ein Vorbild für die Jugend sein", betonte der Politiker, es handele sich um Fußball und der genieße große öffentliche Aufmerksamkeit. 

Benzemas Reaktion auf Valls Aussagen ließ nicht lange auf sich warten. "Zwölf Spielzeiten als Profi: 541 Spiele, null Rote Karten, elf Gelbe! Und einige diskutieren über meine Vorbildlichkeit?", wehrte sich der 28-Jährige via Twitter.

Ribery verteidigt Landsmann

Indes brach Bayern-München-Star Franck Ribery auf der Pressekonferenz vor dem Achtelfinalrückspiel in der Champions League gegen Juventus Turin eine Lanze für seinen Landsmann: "Er ist ein großer Spieler und wichtig für die Nationalmannschaft, das hat er gezeigt. Er würde dem Team schon gut tun."

Benzema hatte seinen Nationalmannschaftskollegen Mathieu Valbuena aufgefordert, einem "Freund" 150.000 Euro für die Nicht-Veröffentlichung eines Sexvideos zu zahlen.

Nach dem Auffliegen der Affäre hatte ein Gericht eine Kontaktsperre zwischen beiden Spielern verhängt, um Absprachen zu vermeiden. Diese Kontaktsperre wurde von einem Berufungsgericht kürzlich aufgehoben, doch die Anklage wegen Erpressung bleibt.

Deschamps will Benzema zurück

"Letztendlich ist es die Entscheidung des französischen Verbandes und des Cheftrainers", erklärte Premierminister Valls.

Coach Didier Deschamps hatte sich zuletzt in der Sportzeitung L'Equipe vehement für eine Rückkehr Benzemas plädiert.

"Alle Welt beneidet uns um ihn. Niemand bleibt fünf Jahre lang Stürmer bei Real unter Mourinho, Ancelotti, Benitez oder jetzt Zidane. Ich will bei der EM die sportlich besten Spieler haben. Außerdem: Karim hat einen Fehler begangen, aber ich bleibe bei meinem Prinzip: Ich verteidige jeden Spieler", hatte der 47-Jährige gesagt.

Verbandspräsident Noël Le Graët hatte Benzema aus der Nationalmannschaft verbannt. Diesen Ausschluss will er erst aufheben, wenn er mit beiden Spielern gesprochen hat. 

Da Deschamps am Donnerstag seine Nominierungsliste für die beiden letzten Länderspiele vor der Nominierung des EM-Kaders bekannt gibt, ist es unwahrscheinlich, dass der derzeit verletzte Benzema (81 Länderspiele, 27 Tore) bereits in den Niederlanden (26. März) oder gegen Russland (29. März) schon wieder für die Bleus aufläuft.

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