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Borussia Moenchengladbach verliert gegen FC Sevilla
Nach dem Aus gegen Sevilla schleichen Gladbachs Spieler mit hängenden Köpfen vom Platz. © Getty Images

Mönchengladbach - Trotz einer starken Leistung scheidet Gladbach gegen Titelverteidiger Sevilla aus. Vor allem in der Abwehr zahlt das Team von Lucien Favre Lehrgeld.

Nachdem die Spieler von Borussia Mönchengladbach mit offenem Visier ins Verderben gerannt waren, schlichen sie mit hängenden Köpfen vom Platz.

Der fünfmalige deutsche Fußball-Meister verlor nach der 0:1-Niederlage im Hinspiel gegen den FC Sevilla trotz einer starken Leistung auch im eigenen Stadion mit 2:3 (2:2) und verpasste damit den erstmaligen Einzug in das Achtelfinale eines europäischen Wettbewerbs seit 20 Jahren (Das Spiel im Ticker zum Nachlesen).

"Wir haben ein hohes Risiko genommen und viele Torchancen kreiert. Spielerisch waren wir in beiden Spielen besser", haderte Trainer Lucien Favre. Der Schweizer ging mit seinem Team aber auch ins Gericht: "Wir müssen über 90 Minuten die Konzentration halten."

Dies gelang der Borussia trotz starker Moral aber nicht. Deshalb war der Titelverteidiger in der Zwischenrunde der Europa League am Ende eine Nummer zu groß.

Xhaka Schütze und Sünder

Granit Xhaka (19.) und Thorgan Hazard (29.) glichen nach Toren von Carlos Bacca (8.) und Vitolo (26.) jeweils aus.

Doch trotz eines Sturmlaufs blieben weitere Treffer der Gastgeber aus, auch weil Xhaka wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot sah (68.). Vitolo sorgte mit seinem zweiten Tor für die Entscheidung (79.).

"Wir standen allgemein ein bisschen zu offensiv. Wenn man in zwei Spielen und nach 180 Minuten ausscheidet, ist es gerecht", sagte Gladbachs Weltmeister Christoph Kramer gewohnt kritisch und widersprach dabei etwas seinem Trainer.

Favres Forderung verpufft

Trainer Lucien Favre hatte von seiner Mannschaft eine "intelligente Spielweise mit Tempo und Geduld" gefordert.

Doch vor 45.337 Zuschauern im Borussia-Park lag seine Mannschaft bereits nach dem ersten Angriff der Gäste zurück. Nach einer Flanke von Aleix Vidal bugsierte Abwehrchef Martin Stranzl den Ball gemeinsam mit Bacca ins eigene Tor, die UEFA wertete das Tor letztlich für den Kolumbianer.

Mit der Führung im Rücken zog sich der ohnehin schon äußerst defensiv eingestellte Tabellenfünfte der Primera Division noch weiter zurück und baute vor dem eigenen Tor zwei Viererketten auf. Gladbach ließ den Ball um den Strafraum herum durch die eigenen Reihen laufen und suchte nach der Lücke. Diese fand der Schweizer Nationalspieler Xhaka nach schönem Zusammenspiel mit Patrick Herrmann und traf zum Ausgleich. Sevillas Torhüter Sergio Rico machte dabei keine gute Figur.

Internationales Lehrgeld

Doch die Borussia hatte aus ihrem Fehler in der Anfangsphase nicht gelernt und zahlte erneut internationales Lehrgeld, als die Gäste mit ihrem zweiten Angriff erneut in Führung gingen.

(DATENCENTER: Die Runde der letzten 32 im Überblick)

Alvaro Dominguez gab dabei im Duell mit Torschütze Vitolo eine unglückliche Figur ab.

Die Gastgeber zeigten angetrieben von den Fans aber Moral und steckten auch den erneuten Rückschlag in bemerkenswerter Weise weg. Als Hazard der Ausgleich gelang, keimte gegen die schon Mitte der ersten Halbzeit auf Zeit spielenden Gäste wieder Hoffnung auf.

Kuriose Szenen im Strafraum

Nach dem Wechsel zeigte sich das gleiche Bild. Sevilla zog sich mit allen Spielern bis 30 Meter vor das eigene Tor zurück und lauerte auf Konter. Gladbach warf in der Folge alles in die Waagschale, um das spanische Abwehrbollwerk zu knacken.

Xhaka von Borussia Mönchengladbach sieht die Rote Karte
Für Xhaka war der Abend nach einer Gelb-Roten Karte vorzeitig beendet © Getty Images

Die Favre-Truppe betrieb einen hohen Aufwand, im Strafraum der Gäste spielten sich kuriose Szenen ab. Nationalspieler Max Kruse verpasste den dritten Treffer nur knapp (60.), Xhaka scheiterte zudem an Rico (62.), Hazard am Pfosten (74.).

Auf der anderen Seite hielt Sommer nach einem Fehler von Dominguez stark gegen Aleix Vidal (64.), Hinspiel-Torschütze Iborra traf die Latte (77.), dann machte Vitolo alles klar.

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