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Gelsenkirchen - Nach seiner Verletzungspause steht Benedikt Höwedes wieder auf dem Platz. Im Exklusiv-Interview mit SPORT1 spricht der S04-Kapitän über die Stimmung im Verein und den Umgang mit den Spielern aus dem eigenen Nachwuchs.

Der Kapitän ist wieder an Bord: Nach einer schweren Verletzung am Sprunggelenk und über drei Monaten Pause steht Benedikt Höwedes wieder auf dem Platz.

Am zweiten Spieltag der UEFA Europa League will der Weltmeister mit dem FC Schalke 04 im Heimspiel gegen Asteras Tripolis (19:00 Uhr bei SPORT1.fm. und im LIVETICKER) den zweiten Sieg im zweiten Spiel feiern.

Im Exklusiv-Interview mit SPORT1 blickt der Abwehrmann auf die kommende Partie gegen die Griechen und spricht zudem über den Stellenwert der UEFA Europa League, seine Verletzungspause, die derzeitige Stimmung bei den Knappen und über den Umgang mit den Spielern aus dem eigenen Nachwuchs.

Benedikt Höwedes über …

… über die Stimmung im Verein nach dem besten Saisonstart seit 44 Jahren

"Nach fünf Siegen in Folge ist die Stimmung gut, logisch. Aber die positive Stimmung herrscht schon seit dem Trainingslager. Der neue Coach hat eine unglaubliche Euphorie ausgestrahlt und hat wieder Begeisterung in den Verein gebracht. Davon profitieren wir, machen gute Spiele und haben auch das Quäntchen Glück wie in Stuttgart, wo wir eigentlich deutlich hätten verlieren müssen. Jetzt wollen wir am Donnerstag in der Europa League unseren zweiten Sieg feiern." (Die Europa League bei SPORT1 - LIVE im TV, im STREAM, im digitalen RADIO und im LIVETICKER!)

… den neuen Trainer Andre Breitenreiter

"Seine ehrliche Art wird sehr geschätzt. Er ist eine positive Erscheinung, spricht viel mit den Spielern, und hat einen guten Draht zur Mannschaft. Zudem hat er ein gutes Feingefühl für die Situation, ob er jetzt die Peitsche rausholen oder einen Spieler mal in den Arm nehmen muss. Dieses Zwischenspiel der beiden Komponenten funktioniert momentan sehr gut."

… über die vergangenen Saison

"Auf keinen Fall hatten wir in der vergangenen Saison eine schlechte Stimmung, zumal der Kader ja jetzt kein komplett anderer ist. Klar haben wir uns auf einzelnen Positionen verstärkt und diese gewisse Frische tut uns auch gut. Aber jeder ist sich vor allem bewusst, dass es nur als Mannschaft funktioniert und jeder opfert sich für die Mannschaft auf. Nur gemeinsam ist man stark. Das hat uns der Trainer jeden Tag vor Augen geführt und diese Gemeinschaft spürt man auf dem Platz. Man unterläuft aber auch immer der Gefahr, zu schnell zufrieden zu sein. Wir hoffen, dass wir das nicht tun, dass wir wissen, wo wir herkommen und in der vergangenen Saison eine schlechtere Zeit hatten. Wir müssen akribisch arbeiten und selbstkritisch sein, nicht dass wieder Rückfälle kommen, weil wir wieder ein paar Prozent nachgelassen haben. Wir sollten daher versuchen, am Limit zu arbeiten."

… über die jungen Spieler

"Es ist unheimlich wichtig, eine gewisse Frische und Unbekümmertheit im Team zu haben. Die jungen Spieler sind ein wichtiger Bestandteil. Trotzdem war aber auch ich der Meinung, dass wir Erfahrung brauchen. Deswegen ist es auch gut, dass Sascha Riether zu uns gekommen ist. Er ist erfahren und strahlt Ruhe aus. Die Mischung muss stimmen. Momentan können die jungen Spieler unbekümmert aufspielen und ihr Ding machen. Wir versuchen, dass da kein unnötiger Druck auf die Jungs aufgebaut wird."

Benedikt Höwedes (r.) steht SPORT1-Reporter Henning Maid Rede und Antwort © SPORT1

… über den Umgang mit jungen Spielern

"Manchmal ist es schon nötig, Gespräche mit den jungen Spielern zu führen, um sie ein wenig zu erden. Vor allem müssen sie sich aber selbst vernünftig reflektierten und nicht auf die Blender hören, die natürlich immer nur das Gute sehen."

… über Leroy Sane

"Leroy ist auf einem guten Weg. Er ist geerdet und wird ein großer Spieler, wenn er sich so weiterentwickelt. Aber bis dahin hat er noch viel Zeit und Ruhe, die ihm hier auch gegeben wird. Er darf Fehler machen, das ist kein Problem. Es ist wichtig für solche jungen Spieler, aus den Fehlern dann zu lernen."

… über sein Comeback nach der Verletzungspause

"Meine Freude ist ungebremst. Ich bin glücklich, jetzt wieder auf dem Feld stehen zu können, nachdem ich so lange aussetzen musste. Da weiß man seine Gesundheit erst wieder zu schätzen, für einen Fußballer ist es das Schlimmste, verletzt zu sein und von draußen zuschauen zu müssen, wie die anderen auf dem Platz ihrem normalen Leben nachgehen. Wir gehen das Ganze dosiert an und nicht von Null auf Hundert, weil dann auch schnell Folge-Verletzungen entstehen können. Aber so langsam können jetzt auch für mich die Spiele kommen, bei denen ich länger zum Einsatz komme, um vor allem das Rhythmusgefühl wieder zu bekommen. Zwar verlernt man in vier Monaten nicht alles, aber ein gewisser Rhythmus ist schon von Nöten."

… den Stellenwert der Europa League

"International spielen zu dürfen, ist für jeden Spieler ein großes Spektakel. Die Europa League ist ein unheimlicher interessanter Wettbewerb für uns. Wir wollen soweit wie möglich kommen. In der Gruppenphase sind wir Favorit, gegen Tripolis wollen wir die nächsten drei wichtigen Punkte mitnehmen. Tripolis ist keine Laufkundschaft, auch wenn es kein großer Name ist. Die Griechen werden sich in jeden Ball reinhauen und uns das Leben schwer machen."

… über die Vorbereitung auf Tripolis

"Werden uns akribisch vorbereiten. Zwar werden uns die einzelnen Namen vielleicht nicht viel sagen, aber es wird wichtig sein zu wissen, wie deren Spielaufbau ist, wo ihre Stärken und Schwächen liegen und welche Spieler gefährlich sind. Die Vorbereitung ist genauso akribisch wie in der Champions League. Wir wollen wieder drei Punkte holen, ob der Gegner jetzt Real Madrid oder Tripolis heißt, spielt dabei keine Rolle."

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