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München - Der Protest der MT Melsungen nach dem Regelchaos im DHB-Pokal hat Erfolg: Das Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen wird erneut ausgetragen.

Der Protest gegen die Wertung des DHB-Pokalspiels der MT Melsungen hatte Erfolg: Die Partie gegen die Rhein-Neckar Löwen wird wiederholt.

Das entschied die 2. Kammer des Bundessportsgerichts kurz vor dem Liga-Spiel der Löwen gegen HBW Balingen am Samstag (29:24). Ein neuer Termin steht noch nicht fest, soll aber zeitnah in Abstimmung mit beiden Vereinen bekannt gegeben werden.

Melsungen hatte durch einen umstrittenen Siebenmeter in der Schlusssekunde mit 21:22 verloren. Die Entscheidung basierte allerdings auf einer Regel, die im Pokalwettbewerb nicht gilt - wie DHB-Schiedsrichterwart Peter Rauchfuß schon am Donnerstag bei SPORT1 bestätigt hatte.

In der Liga hart geahndet, im Pokal nicht

Melsungens Timm Schneider hatte nach einem Fehlwurf der MT im Angriff wenige Sekunden vor dem Ende den Ball aufgenommen, zwei Schritte zurück gemacht und somit einen möglichen schnellen Gegenstoß der Löwen nach einem Freiwurf verhindert.

Die Schiedsrichter Christoph Immel / Ronald Klein bestraften dies mit einer Roten Karte - und einem Siebenmeter für die Gastgeber, den Uwe Gensheimer zum Sieg der Löwen nutzte.

Prinzipiell regeltechnisch korrekt - aber eben nicht im DHB-Pokal. Der Grund dafür ist, dass am Wettbewerb auch Teams aus unteren Ligen teilnehmen, die in ihren Klassen nicht mit dieser Regel spielen.

In der DKB Handball-Bundesliga und der 2. Bundesliga wird seit dieser Saison dagegen mit der neuen Regel gespielt. Danach werden grobe Fouls oder Regelwidrigkeiten in den letzten 30 Sekunden eines Spiels grundsätzlich mit einer Roten Karte und einem Strafwurf für die angreifende Mannschaft geahndet.

SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar hat diese Regel in seiner Kolumne am Freitag generell kritisiert: "Die Anwendung der Regel ist für mich auch in der Liga eine sehr harte Strafe - nur weil man den Ball einen Meter mitnimmt."

Für die Löwen blieb die Entscheidung nicht der einzige Schock: Am Samstag mussten sie außerdem den Ausfall von Kapitän Uwe Gensheimer hinnehmen, der wegen eines Muskelfaserriss in der rechten Wade und einer Reizung der rechten Achillessehne auch die EM im Januar verpasst.

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