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Bob Hanning sieht nach dem EM-Titel einen Handball-Boom
Bob Hanning ist Vizepräsident des DHB © Getty Images

Bob Hanning kann sich ein HBL-Projekt des FC Bayern durchaus vorstellen. Solange die wirtschaftlichen Faktoren geschaffen wären, würde er auch "mit Rat und Tat zur Seite" stehen.

In der Diskussion um ein mögliches HBL-Projekt des FC Bayern hat sich Bob Hanning zu Wort gemeldet.

Der DHB-Vizepräsident kann sich langfristig einen Münchner Verein in der DKB Handball-Bundesliga durchaus vorstellen und lobt dabei einen Verein im Großraum von Bayerns Metropole.

"Fürstenfeldbrück macht seit Jahren gute Arbeit und wäre definitiv ein Kandidat für mehr. Aber wenn du in München versuchen willst, etwas aufzubauen, dann musst du mit den Namen der Stadt an den Start gehen", sagte der 48-Jährige der TZ.

Verzicht auf Eigeninteresse

Die Vereinen und handelnden Personen müssten ihre eigenen Interessen hinten anstellen. "Du musst alle Kräfte bündeln und dich dem gemeinsamen Ziel unterordnen", so Hanning: "Konfliktmeidung, Neid und Gruppenbildung sind die größten Entwicklungshemmer."

Liga-Präsident Uwe Schwenker hatte erklärt, es gebe Interesse an einem Einstieg von Fußballklubs in den Profi-Handball und verraten, dass "lose Gespräche" mit Marketingexperten der Bayern und von Borussia Dortmund geführt wurden.

Die betroffenen Abteilungen hatten anschließend bei SPORT1 aber die Euphorie gebremst. Bayern-Abteilungsleiter Frank Ströhl sagte, bei den Bayern gebe es die "einhellige Auffassung, dass wir Breitensport betreiben und es mitnichten so ist, dass der FC Bayern in die Bundesliga streben würde".

Auch für Andreas Heiermann, Handball-Chef bei Borussia Dortmund, wären Bundesliga-Pläne seines Klubs eine "große Überraschung", schließlich sei mit ihm darüber nicht gesprochen worden.

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Hanning würde helfen

Hanning kann sich das Projekt aber vorstellen, solange "alles auf wirtschaftlich gesunden Beinen" stehe. Dabei nimmt der Manager der Füchse Berlin seinen eigenen Klub als Vorbild.

"In Berlin haben wir Klub, Stadt, Olympiastützpunkt, Schulen und Partnervereine unter einen Hut bekommen", meinte Hanning. Auch in Hamburg sei man auf einem guten Weg gewesen, doch das Projekt - der HSV meldete Insolvenz an - scheiterte am "kurzfristigen Erfolg".

Gerüchten, dass er bereits mit einem Münchner Verein in Kontakt getreten sei, stellt sich Hanning entgegen. "Das stimmt nicht, ich wurde von einigen Leuten darauf angesprochen, aber irgendwann sind auch meine Kapazitäten erschöpft", sagte er.

Doch was nicht ist, kann ja noch werden: "Wenn sich jemand ernsthaft mit dem Thema auseinander setzt, stehe ich aber mit Rat und Tat zur Seite."

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