Video

München - Zu den üblichen Verdächtigen Ronaldo und Messi gesellt sich in diesem Jahr Neymar im Kampf um den Ballon d'Or. Die Zahlen rechtfertigen seine Nominierung und räumen ihm Chancen ein.

Am Ende blieben wieder die üblichen Verdächtigen übrig. Cristiano Ronaldo und Lionel Messi waren schon vor der Bekanntgabe der Kandidaten für den Ballon d’Or (Die Gala am 11. Januar 2016 LIVE im TV auf SPORT1.) so gut wie gesetzt. Zu ihnen durfte sich am Montag Neymar gesellen.

"Messi, Neymar, Cristiano: wer sonst?", schrieb die spanische Sportzeitung As. "Barcelonas Zukunft strahlt hell", freute sich Barca-Boss Josep Maria Bartomeu.

Der Titelverteidiger von Real Madrid, der Rekordsieger aus Barcelona und ein weiterer Spieler des Champions-League-Siegers aus Katalonien - die Überraschung blieb aus. Kein deutscher Weltmeister, kein Spieler des FC Bayern schaffte es in die Shortlist der FIFA.

Dabei hatten die Münchner mit fünf Spielern in der 23 Spieler umfassenden Vorauswahl der FIFA noch zusammen mit Real Madrid das zweitstärkste Kontingent gestellt.

Doch gegen Ronaldos Tore, Messis Dribblings und den in den vergangenen Monaten rasant durchgestarteten Neymar zogen Thomas Müller, Robert Lewandowski, Manuel Neuer, Arjen Robben und Arturo Vidal am Ende den Kürzeren.

Im Lager der Bayern-Fans konnten viele nicht verstehen, warum ihre Lieblinge sich den Stars aus der Primera Division beugen mussten.

Doch die Zahlen sprechen für Ronaldo, Messi und Neymar. SPORT1 fasst sie zusammen.

CRISTIANO RONALDO

Der Portugiese, Sieger des Ballon d’Or von 2013 und 2014, erzielte in der vergangenen Saison 48 (!) Tore in der Primera Division. Damit gewann er den Titel des "Pichichi" in Spanien und den Goldenen Schuh des besten Torjägers in Europa.

In der Champions League schied Ronaldo mit Real zwar im Habfinale gegen Juventus Turin aus, doch mit seinen zehn Treffern war er zusammen mit Messi und Neymar der beste Torschütze der europäischen Königsklasse.

In der laufenden Saison läuft es für Ronaldo bisher nicht optimal, aber in Liga (9) und Champions League (7) kommt er schon wieder zusammen auf 16 Tore.

LIONEL MESSI

Seit 2011 stehen Ronaldo und Messi zusammen in der Endauswahl. Messi gehört seit 2007 ohne Unterbrechung zu den Top 3, Ronaldo fehlte nur 2010.

Messi, von 2009 bis 2012 vier Mal in Folge Weltfußballer bzw. Sieger des Ballon d’Or, wurde im vergangenen Jahr Zweiter, obwohl er keinen großen Titel gewonnen hatte.

In diesem Jahr gilt er als Triple-Sieger mit Barcelona als der große Favorit. Nur im spanischen Supercup und in der Copa America verpasste der Argentinier den Triumph. In der Vorsaison war er mit 43 Treffern zweitbester Schütze hinter Ronaldo. Nach seiner zweimonatigen Verletzungspause ist er wieder auf dem Weg zu alter Stärke.

Messi ist zudem mit seinem Sololauf im spanischen Pokal gegen Bilbao in der Endauswahl für den Puskas Award des schönsten

NEYMAR

Fernando Torres, Xavi Andres Iniesta, Franck Ribery und Manuel Neuer - das sind die Spieler, die seit 2008 Platz drei belegten. Nun also Neymar.

Der Brasilianer gilt hinter Ronaldo und Messi als Außenseiter.

Neymar, 2011 und 2012 zum besten Fußballer Südamerikas gewählt, kam 2013 mit dem Ziel nach Barcelona, einmal der beste Spieler der Welt zu werden und in die Fußstapfen seiner Landsleute Rivaldo, Ronaldo, Ronaldinho und Kaka zu treten.

In seinem dritten Jahr bei Barca hat er den Sprung vom Supertalent zum Superstar geschafft und sich seine erste Nominierung für den Ballon d’Or verdient.

"Neymar peilt im Jahr seiner Explosion den Titel an", schrieb die Sportzeitung Mundodeportivo aus Barcelona.

Im Jahr 2015 hat Neymar drei Titel gewonnen und 40 Tore erzielt, darunter 22 in der Liga und die schon angesprochenen zehn in der Champions League. Er traf im Viertel- und Halbfinale sowie im Endspiel. Im Halbfinale gegen den FC Bayern war er in München zweimal, im Endspiel gegen Juve einmal erfolgreich.

In der aktuellen Saison hat er mit 14 Toren in der Liga und fünf in der Königsklasse wieder maßgeblichen Anteil an Barcelonas Überlegenheit. Zusammen mit Luis Suarez sorgte er dafür, dass Barca im Herbst Messis Fehlen kompensieren konnte.

Ronaldo ist 30, Messi ist 28, Neymar erst 23. Ihm gehört die Zukunft.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel