München - Messi fordert in Barcelona angeblich den Rauswurf von Trainer Enrique. Die Gerüchte um mögliche Nachfolger werden immer wilder.

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Der Machtkampf zwischen Lionel Messi und Luis Enrique droht nach spanischen Medienberichten zu eskalieren, doch laut Präsident Josep Maria Bartomeu ist ein Streit zwischen Superstar und Trainer beim FC Barcelona eine reine Erfindung der Medien.

Messi soll den Rauswurf von Enrique und den früheren niederländischen Nationalspieler Frank Rijkaard als Nachfolger gefordert haben. Bartomeu habe ihn mit den Worten besänftigt, Enriques Tage in Barcelona seien ohnehin gezählt. So berichtet es jedenfalls der Sender "TV3". (BERICHT: Messi treibt Machtkampf auf die Spitzel)

Das Dementi von Bartomeu folgte prompt: "Das ist absolut falsch." Auch das Umfeld von Messi stellte die Behauptungen von TV3 als unwahr hin.

Auch Neymar sauer auf Enrique

Bartomeu räumte zumindest ein, in der Nacht von Donnerstag auf Freitag mit Messi, Neymar, Adriano und Gerard Pique gesprochen zu haben. Aber nicht über Enrique.

Dass sich Enrique auch den Unmut seines zweiten Superstars Neymar zugezogen hat, macht die Sache für ihn aber nicht leichter.

Der Brasilianer stapfte beim 5:0 gegen Elche im Pokal bei seiner Auswechslung nach 66 Minuten wortlos am Trainer vorbei und verkündete wenig später: "Es gefällt mir natürlich nicht, ausgewechselt zu werden."

Heynckes als "Anti-Guardiola"

Die Gerüchte um mögliche Nachfolger von Enrique werden immer wilder. Neben Rijkaard werden auch Ronald Koeman und Manuel Pellegrini genannt. Und Jupp Heynckes.

"Heynckes ist eine Option als Trainer. Er wird nicht zum ersten Mal als Wunschkandidat in Barcelona gehandelt. Dort sieht man ihn als Anti-Guardiola", schrieb die Sportzeitung "AS".

Heynckes befindet sich nach seinem Triple-Triumph 2013 mit dem FC Bayern im Ruhestand.

Koeman: "Nicht jetzt"

Koeman kann sich zwar "vorstellen, eines Tages Barcelona zu trainieren, aber nicht jetzt".

Aus Respekt gegenüber seines jetzigen Klubs FC Southampton und Barcelona wolle er sich nicht weiter zu Spekulationen äußern, machte aus seiner tiefen Verbundenheit zu Barca aber keinen Hehl.

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Als Spieler hatte er 1992 mit Barcelona Europas wertvollsten Klub-Titel gewonnen, war danach bereits als Co-Trainer unter Louis van Gaal bei den Katalanen tätig.

Pellegrini als weiterer gehandelter Kandidat verwies derweil auf seinen noch zweieinhalb Jahre geltenden Vertrag bei Manchester City, den er gedenke einzuhalten.

"Messi ist sehr glücklich"

Unterdessen betonte Bartomeu, dass ein Weggang von Messi zum FC Chelsea kein Thema sei. "Messi ist sehr glücklich in Barcelona, er ist sehr motiviert", sagte Bartomeu.

Immerhin gab es kein Dementi zu einem angeblichen Interesse von Chelsea. Dies klang dann so: "Messi ist der beste Spieler der Welt. Es gibt immer Klubs, die ihn haben wollen. Vor ein paar Monaten war es PSG, jetzt ist es Chelsea, demnächst wird es ein anderer Verein sein."

Englische Medien hatten in den vergangenen Tagen immer wieder gestreut, dass Messi für 500 Millionen Pfund, umgerechnet 600 Millionen Euro, bereit sei, zu wechseln.

Das Paket würde die 250 Millionen Euro seiner festgeschriebenen Ablösesumme und 350 Millionen Euro für seinen eigenen Sechsjahresvertrag beinhalten.

Bei so einer Summe dürfte sogar Chelseas Klubeigner Roman Abramowitsch leicht ins Zucken geraten.

Steve Holland, Co-Trainer von Jose Mourinho bei Chelsea, erklärte, dass Chelsea mit dem derzeitigen Kader sehr zufrieden sei.

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Sonntag gegen Atletico

Barcelonas Augenmerk liegt indes zunächst auf dem Verfolgerduell am Sonntag gegen Meister Atletico Madrid. Es geht darum, auf Tuchfühlung zu bleiben zum großen Rivalen Real.

Bartomeu, der selbst nicht unumstritten ist und für den Sommer bereits Neuwahlen angekündigt hat, schloss mit den Worten: "Es war eine turbulente Woche. Es gibt Spannungen im Umfeld von Barcelona. Aber innerhalb des Vereins ist alles ruhig." (BERICHT: Machtkämpfe zerrütten Barcelona)

Dies zu glauben, fällt nicht leicht.

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