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Der argentinische Nationalspieler des FC Barcelona wird zu einer Freiheitsstrafe und einer Geldbuße verurteilt. Der Defensivspieler zeigt sich geständig, stellt jedoch einen Antrag.

Javier Mascherano ist wegen Steuerhinterziehung zu einer einjährigen Haft verurteilt worden. Zudem muss er 815.000 Euro Strafe zahlen. Der Defensivspieler des FC Barcelona hat das Urteil akzeptiert.

Mascherano hatte im Oktober 2015 zugegeben, in den Jahren 2011 und 2012 insgesamt 1,5 Millionen Euro an den Finanzbehörden vorbeigeschleust zu haben. Seither hat er mit der spanischen Anklagebehörde für Wirtschaftsdelikte und der Staatsanwaltschaft kooperiert und die ausstehende Summe plus fälliger Zinsen bereits nachgezahlt.

Mit der Entscheidung akzeptierte das Gericht Berichten zu Folge ein Übereinkommen der Anwälte des argentinischen Nationalspielers, David Aineto und Diego Artacho, mit der Staatsanwaltschaft und dem zuständigen Finanzamt.

Weiteres Urteil steht noch aus

Zudem beantragten die Anwälte Mascheranos, die Haftstrafe zur Bewährung auszusetzen oder gegen eine Zahlung von 21.600 Euro fallen zu lassen. Letzteres hätte zur Folge, dass sie aus dem Vorstrafenregister verschwände. Eine Entscheidung darüber wurde bisher noch nicht gefällt.

In Spanien werden Freiheitsstrafen, die weniger als zwei Jahre betragen, üblicherweise zur Bewährung ausgesetzt, solange keine Vorstrafen vorliegen.

Nach Angaben der Steuerbehörden hat Mascherano zum einen Einnahmen aus seinem Vertrag mit dem Sportartikelhersteller Nike widerrechtlich über eine Gesellschaft in Miami laufen lassen.

Zum anderen seien die Einnahmen aus der Nutzung seiner Bildrechte über eine Briefkastenfirma mit Sitz auf der portugiesischen Insel Madeira verbucht worden - auch das unvereinbar mit dem spanischen Gesetz.

Mascherano verweist auf Berater

Mascherano verweist darauf, dass er falsch beraten worden sei. "Ich bin ein Profisportler", sagte er in seine Stellungnahme via Twitter. "Ich kenne mich in Sachen Steuern und Gesetz nicht sonderlich gut aus. In diesen für mich technischen und komplizierten Angelegenheiten muss ich mich auf andere verlassen."

Der 31-Jährige betont, er sei "während seiner gesamten Karriere eine ehrliche Haut gewesen, verantwortungs- und respektvoll gegenüber meinen Mannschaftskollegen sowie den Vereinen, für die ich gespielt habe, und den Ländern, in denen ich gelebt habe." 

Er behalte sich die Möglichkeit vor, "gegen diejenigen, vorzugehen, die mich schlecht beraten haben", ergänzte er.

Auch Messi im Visier der Steuerfahnder

Mascherano ist nicht der einzige Profi des FC Barcelona, der in Sachen Steuerhinterziehung mit dem spanischen Gesetz in Schwierigkeiten geraten ist. Lionel Messi muss sich am 31. Mai vor Gericht stellen.

Mascheranos Landsmann und seinem Vater wird zur Last gelegt, zwischen 2007 und 2009 rund 4,1 Millionen Euro an Steuern am spanischen Staat vorbeigeschleust zu haben.

Teamkollege Neymar steht in seinem Heimatland wegen ähnlicher Vergehen am Pranger.

Vor seinem Wechsel nach Barcelona im Sommer 2010 hatte Mascherano für den FC Liverpool gespielt. Davor war er für West Ham United, Corinthians Sao Paulo und River Plate Buenos Aires aktiv.

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