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Madrid - Real vergibt im Derby gegen Atletico die wohl letzte Meisterschaftschance. Ronaldo ledert gegen das Team, Zidane zweifelt an sich selbst, die Presse fällt ein hartes Urteil.

Der spanische Rekordmeister Real Madrid hat mit einer Niederlage im Stadtderby gegen Atletico wohl auch seine letzte Meisterschaftschance verspielt.

Die Königlichen um Weltmeister Toni Kroos unterlagen vor eigenem Publikum mit 0:1 (0:0) und haben als Tabellendritter weiter neun Punkte Rückstand auf Titelverteidiger FC Barcelona. Der Champions-League-Sieger kann sich am Sonntag mit einem Heimsieg gegen den FC Sevilla sogar auf zwölf Zähler von Real absetzen. 

"Ein bitterer Schiffsbruch für den Rekordmeister, der immer mehr auseinander fällt", schrieb El Mundo. Die Marca bezeichnete die Pleite vor 79.436 Zuschauern im Bernabeu-Stadion als "Zerstörung", die Sport verglich die Situation beim Weltklub mit dem Untergang der Titanic.

Ronaldo übt Kritik an Kollegen - und rudert zurück

Superstar Cristiano Ronaldo kritisierte nach der Pleite seine Mitspieler. "Wenn alle mein Level hätten, wären wir Tabellenerster", sagte der dreimalige Weltfußballer und nannte sogar Namen: "Ich will nicht sagen, dass Jese und Vazquez keine guten Spieler sind. Sie sind sehr gut, aber.... Ich spiele gerne mit Pepe, Karim (Anm. d. Red.: Benzema), Bale und Marcelo zusammen."

Pepe, Bale und Marcelo fehlten am Samstag verletzt, Benzema wurde in der Halbzeit angeschlagen ausgewechselt. Jese und Vazquez kamen im Verlauf der zweiten Halbzeit ins Spiel. 

Ronaldo benötigte derweil einige Zeit, um sich zu beruhigen, ruderte dann gegenüber der Marca allerdings zumindest etwas zurück. Er habe seine Kritik auf das physische und nicht das spielerische Niveau bezogen: "Ich bin nicht besser als irgendeiner meiner Mitspieler." 

Zidane kündigt Veränderungen an

"Das ist ein harter Schlag und, Verzeihung wegen der Wortwahl, ein beschissener Tag für uns", sagte Zinedine Zidane nach seiner ersten Niederlage als Real-Coach und nahm eine Teilschuld auf sich: "Die Spieler spielen die Spiele, aber ich bin verantwortlich. Unser Problem ist nicht körperlich, sondern mental."

Daher werde es für die nächste Saison Veränderungen geben, kündigte Zidane an und stellte sich selbst infrage: "Vielleicht wechselt der Verein ja auch den Trainer." 

Kaum Chancen gegen Defensivstrategen

Der französische Nationalspieler Antoine Griezmann (53.) sorgte vor 79.436 im Estadio Santiago Bernabéu mit seinem Treffer für die Entscheidung. Die abwehrstarken Gäste, die in 26 Spielen lediglich elf Gegentore kassiert haben, liegen nun vier Punkte vor dem Stadtrivalen.

Real mit Superstar Ronaldo hatte zwar mehr Spielanteile, tat sich aber im Duell der Champions-League-Achtelfinalisten aber schwer, klare Chancen herauszuspielen. Atletico stand hinten sicher und lauerte auf Konter.

Einen solchen schloss Griezmann nach schönem Zusammenspiel mit Filipe Luis zur Führung ab.

"Das war ein hartes Stück Arbeit. Barcelona hat ein tolles Team. Es wird schwierig, dass sie noch drei Spiele verlieren. Aber wir verfolgen weiter unsere Ziele", sagte Atletico-Trainer Diego Simeone mit Blick auf das Titelrennen.

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