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Nico Rosberg freut sich mit seiner schwangeren Ehefrau Vivian über seinen ersten Saisonsieg © Imago

Barcelona und München - Beflügelt von der schwangeren Ehefrau an der Strecke meldet sich Rosberg zurück. Von einer Wende im Kampf gegen Teamkollege Hamilton will er aber selbst nichts wissen.

Eine Wende? Eine Wiederauferstehung gar? Nein, von solch hochtrabenden Begriffen wollte Nico Rosberg nach seinem ersten Sieg der Saison nichts wissen.

"Es war ein fantastischer Tag. Es ist alles perfekt aufgegangen. Jetzt bin ich einfach nur glücklich und genieße den Sieg", sagte der gebürtige Wiesbadener nach seinem Triumph in Barcelona.

Es klang beinahe lapidar.

Denn das Rennen in Barcelona hat für Rosberg sehr wohl eine Bedeutung über den Sieg hinaus. Im fünften Rennen dieses Jahres hat sich der 29-Jährige frei gefahren, hat seine mentale Bremse gelöst und im Zweikampf gegen Mercedes-Teamkollege Lewis Hamilton zurückgeschlagen.

Umarmung als Belohnung

Dass Rosberg mächtig erleichtert war, verriet seine Reaktion.

Nachdem er seinem Silberpfeil entstiegen war, führte der erste Weg zur Ehefrau, die erstmals in diesem Jahr an der Strecke weilte.

Als Belohnung gab es eine herzliche Umarmung vom "doppelten Glücksbringerchen", wie es die im siebten Monat schwangere Vivian Rosberg bezeichnete.

Perfekter Start mit neuer Kupplung

Besser hätte das Wochenende auf dem Circuit de Catalunya für Nico Rosberg kaum laufen können.

Mit neuer Kupplung dominierte er den Großen Preis von Spanien von der Pole-Position weg und profitierte davon, dass Sebastian Vettel direkt nach dem Start auf Platz zwei vorfuhr – und Hamilton einbremste.

Während Hamilton dank einer riskanten Dreistoppstrategie immerhin noch Platz zwei von Vettel zurück eroberte, feierte Rosberg den ersten Erfolg seit dem 9. November 2014 in Brasilien (DATENCENTER: Rennergebnis). In der WM-Wertung hat er den Abstand zu Weltmeister Hamilton damit auf 20 Punkte verkürzt (DATENCENTER: WM-Fahrerwertung).

Unzufriedenheit bei Ferrari

Der weiterhin dominante Mercedes machte Rosberg zusätzlich gute Laune.

"Ich freue mich, dass wir auch nach den drei Wochen Pause noch das mit Abstand beste Auto haben. Es war ganz wichtig, das zu sehen. Das ist sehr überraschend, Ferrari war in letzter Zeit sehr im Kommen", erklärte Rosberg.

Vettel musste dagegen neidlos anerkennen, dass "Mercedes einfach zu schnell und Platz drei das Maximum war".

Die umfangreichen neuen Teile haben Ferrari in Barcelona noch nicht näher heran gebracht.

"Ich bin unglücklich mit diesem Wochenende", sagte Teamchef Maurizio Arrivabene sichtlich schlecht gelaunt (Stimmen zum Großen Preis von Spanien).

Hamilton auf Abwegen

Dass Ferrari in zwei Wochen in Monaco die Phalanx der Silberpfeile durchbrechen kann, ist kaum zu erwarten.

Vielmehr läuft es wohl auch auf dem Stadtparcours im Fürstentum auf einen Zweikampf zwischen Hamilton und Rosberg hinaus.

Hamilton ist gut beraten, sich wieder voll auf seine Aufgaben im Cockpit zu konzentrieren.

In den vergangenen Wochen war der Brite in seinem Privatjet um die halbe Welt geflogen, unter anderem zum Boxkampf von Flyod Mayweather und zu einem Kurzauftrittt bei Dreharbeiten des Kinofilms Zoolander 2.

Und in der Daily Mail war seine provokante Aussage zu lesen: "Wenn Nico sagt, dass er im vergangenen Jahr in der Form seines Lebens war, dann muss ich mir ja nicht allzu viele Sorgen machen."

Diese Einschätzung wird Hamilton nun revidieren müssen.

Zumal Rosberg in Monaco, sozusagen in seinem Wohnzimmer, wieder auf die Unterstützung seines "doppelten Glücksbringerchens" bauen kann.

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