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Max Verstappen
Max Verstappen droht in Monza ein unsanfter Empfang durch die Ferrari-Fans © SPORT1-Grafik: Eugen Zimmermann/dpa Picture Alliance

München - Der 18-Jährige steht nach seinem Auftritt in Spa vor einem schweren Gang nach Italien. Aber auch Sebastian Vettel und Ferrari sind zuhause in der Bringschuld.

Max Verstappen spaltet die Formel 1. Der Niederländer brachte mit seinen Aktionen auf dem Circuit de Spa-Francorchamps nicht nur seine Fahrerkollegen auf die Palme.

Auch die Ferrari-Fans hatten beim Belgien-GP allen Grund, sauer auf Verstappen zu sein. Sie gaben dem Red-Bull-Piloten die Schuld am Start-Crash mit den beiden Ferraris von Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen.

Vettel sah Ferrari dadurch hinterher um ein Top-Teamergebnis gebracht: "Ich glaube, dass wir in einem normalen Rennen die Pace gehabt hätten, um Zweiter und Dritter zu werden."

Ein Ergebnis, das das in dieser Saison noch sieglose Ferrari-Team dringend benötigt hätte.

Der letzte Sieg der Roten datiert vom September 2015, als Vettel in Singapur ganz oben auf dem Treppchen stand. Und so droht Verstappen bei Ferraris Heimspiel in Monza (So., 14 Uhr im LIVETICKER) ein Spießrutenlauf.

Marko: "Für Ferrari ein rotes Tuch"

"Er soll niemandem sagen, wo er in Monza wohnt", scherzte Red Bulls Teamchef Christian Horner. "Könnte sein, dass einige Tifosi sauer auf ihn sind." Auch Motorsport-Chef Helmut Marko warnte seinen Piloten: "Ich glaube, Max ist für Ferrari ein rotes Tuch. Ich hoffe, sie beruhigen sich wieder."

Was die Ferraristi noch mehr ärgern dürfte: Verstappen selbst war sich keiner Schuld bewusst und kritisierte dagegen Vettel und Räikkönen:

"Sie sollten sich schämen, mit ihrer ganzen Erfahrung einen Startcrash zu verursachen und sich dann über mich beschweren. Sie sollten verstehen, dass ich nicht glücklich bin, wenn sie mir das Rennen zerstören. Dann werde ich ihnen nachher das Rennen auch nicht einfach machen."

Vettel in der Kritik

Die Unzufriedenheit der Ferrari-Fans bekommt aber auch langsam Vettel selbst zu spüren.  Die Presse gab dem Deutschen die Schuld an der Kollision.

Die anfängliche Euphorie ist verschwunden, Vettel selbst reagiert zunehmend dünnhäutig.

Umso wichtiger wäre ein Erfolg beim Heimrennen in Monza.

Zumindest sah der viermalige Weltmeister nach dem Wochenende von Spa einen Aufwärtstrend, was die Performance der roten Boliden angeht.

"Der Speed ist da, das Auto ist schnell. Wir konnten einen Schritt nach vorne machen", lautete Vettels Fazit.

Ferrari hofft auf Heimrennen

Chefingenieur Jock Clear blickt optimistisch Richtung Monza:

"Die Motivation, mit viel Selbstvertrauen dort hinzureisen, ist natürlich groß. Dort ist Ferrari immer stark - nicht nur, weil es das Heimrennen ist, sondern weil die Autos hier besonders gut funktionieren."

Egal ob realistische Einschätzung oder Zweckoptimismus: Ferrari muss vor den eigenen Fans liefern.

Mit einem Sieg könnte Ferrari auch die eigenen Anhänger besänftigen - deren Zorn bekäme sonst nämlich auch Verstappen zu spüren.

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