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Lewis Hamilton
Ein Verbremser in Q2 könnte Weltmeister Lewis Hamilton im Rennen Ärger bereiten © Imago

München - Lewis Hamiltons Traumrunde in Monza nötigt sogar Rosberg Respekt ab. Doch ein kleiner Fehler könnte Hamilton Ärger bereiten. Bei Ferrari hofft man auf ein Wunder.

Der Stolz stand Lewis Hamilton ins Gesicht geschrieben, als er auf der Pressekonferenz in Monza auf den Rekord von Juan Manuel Fangio und Ayrton Senna angesprochen wurde.

"Ich bin unglaublich stolz, dass mein Name jetzt in einem Atemzug mit diesen Legenden genannt wird", sagte Hamilton, "das hätte ich nie erwartet. Ich bin dem Team sehr dankbar."

Kurz zuvor hatte der Weltmeister eine Traumrunde im Qualifying hingelegt und mit seiner fünften Pole in Monza mit den beiden Legenden gleichgezogen.

Selten hat man Hamilton danach so von seiner eigenen Runde schwärmen gehört: "Ich habe die Runde geliebt, es fühlte sich fantastisch an. Das war Poesie in Bewegung."

Rosberg: "Lewis war sauschnell"

Vor allem aber war es ein deutliches Zeichen an Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg, der in Spa die Siegesserie von Hamilton stoppen konnte – natürlich begünstigt durch dessen Strafversetzung. 

Bei dem deutlichen Rückstand von knapp einer halben Sekunde hatte Rosberg dann auch wenig Argumente und gestand ehrlich ein: "Lewis ist grandiose Runden gefahren. Er war einfach sauschnell."

Auch wenn der Unterschied zwischen den beiden im Rennen etwas geringer sein sollte: eine echte Siegchance hat Rosberg wohl nur, wenn er Hamilton am Start überholt.

Danach kann Hamilton wahrscheinlich nur noch von einem technischen Defekt gestoppt werden – oder einem Reifenschaden. 

Ärgerlicher Verbremser bei Hamilton

Das Risiko dafür hat der 31-Jährige allerdings selbst mit einem Verbremser im zweiten Qualifying-Abschnitt erhöht. Denn genau mit diesem Satz Reifen muss Hamilton auch das Rennen beginnen.

Hamilton gibt zwar Entwarnung: "Ich habe den Reifen nicht beschädigt, er ist vor der ersten Kurve nur kurz stehengeblieben. Es sollte für den Start also alles im Lot sein."

Dennoch hatte er nach dem Verbremser sofort via Funk gefordert, einen weiteren Versuch mit neuen Reifen zu machen – die erhoffte Verbesserung blieb jedoch aus.

Gemische Gefühle bei Ferrari

Während es bei Mercedes also nur darum geht, welcher Fahrer gewinnt, betrachtet man bei Ferrari das Qualifying in Monza mit gemischten Gefühlen.

Auf der einen Seite hatte man zwar endlich wieder Red Bull im Griff, doch auf der anderen war der Rückstand zu Mercedes mit etwa neun Zehnteln doch extrem groß.

"Es war das Optimum. Aber es ist natürlich nicht ganz zufriedenstellend, wenn man ein bisschen weit hinter der Spitze ist. Es wird schwer morgen Schritt zu halten, aber wir werden alles geben", sagte Sebastian Vettel.

Lauda sieht Mercedes im Vorteil

Bei Ferrari hofft man deshalb auf einen Traumstart, um die Mercedes zu überholen, bevor sie enteilt sind. Für einen Sieg vor heimischer Kulisse dürfte jedoch selbst das nicht reichen.

Da Mercedes sich anders als Ferrari mit Soft-Reifen qualifizieren konnte, haben die Silberpfeile aller Voraussicht nach mehr Spielraum in Sachen Renntaktik.

"Wenn du bei Temperaturen wie heute damit fährst, musst du morgen zwei Stopps machen. Wenn du wie bei Mercedes mit Soft fährst, kannst du überlegen, nur einen Stopp zu machen. Das ist ein Riesenvorteil für das Rennen", sagte Mercedes-Aufsichtsratschef Niki Lauda.

Verstappen mit Sicherheitsabstand

Zumindest eine gute Nachricht gibt es aber für die Scuderia.

"Bad Boy" Max Verstappen, der vor dem Qualifying in Monza mit einer verbalen Entgleisung für Aufsehen sorgte, hat mit Startplatz sieben zumindest bei Rennbeginn Sicherheitsabstand zu den beiden Ferraris.

Hamilton wird von möglichen Scharmützeln sowieso wahrscheinlich nicht viel mitbekommen. Er will mit einem Sieg die WM-Führung ausbauen und nebenbei weiter Formel-1-Geschichte schreiben. 

Denn bei einem Sieg könnte Hamilton einen weiteren Uralt-Rekord von Fangio einstellen, der als bisher einziger Fahrer drei Mal in Folge in Monza triumphieren konnte.

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