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Der spektakuläre Malaysia-GP sorgt für jede Menge Gesprächsstoff in der Formel 1 © SPORT1-Grafik: Getty Images

München - Unfälle, Strafen, Verschwörungstheorien und ein unerwarteter Doppelsieg: Selten war ein Rennen spannender als der Malaysia-GP. SPORT1 analysiert die Aufreger des Rennens.

Der Start-Crash von Sebastian Vettel mit Nico Rosberg, das bittere Aus von Lewis Hamilton, die Strafe gegen Rosberg und der Doppelsieg von Red Bull: Der Malaysia-GP bot reichlich Action.

SPORT1 analysiert die fünf Aufreger des Rennens.

1. Ist Vettel am Start zu aggressiv unterwegs?

Für Sebastian Vettel war das Rennen nach wenigen Sekunden beendet, nachdem er mit Nico Rosberg kollidierte. Die Rennleitung entschied daraufhin, dass Vettel, der sich inzwischen bei Rosberg entschuldigt hat, im nächsten Rennen drei Startplätze zurückversetzt wird.

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Vettels Erklärung zu dem Unfall lautete: "Der Windschatten ist mir ausgegangen. Max und ich haben am gleichen Punkt gebremst. Ich habe spät gebremst, aber nicht zu spät. Nico war langsamer, beziehungsweise früher auf der Bremse als wir. Dass Nico sein Ding macht und reinzieht, ist sein gutes Recht. Aber es war irgendwie eine Kettenreaktion."

SPORT1 meint: Vettel hat den Startcrash verursacht - nicht zum ersten Mal, denn auch in Spa hatte der Ferrari-Pilot zu früh reingezogen und war mit Kimi Räikkönen kollidiert. Aktuell riskiert Vettel offenbar mehr am Start, da er weiß, dass Ferrari in Sachen Rennspeed mit Mercedes und Red Bull nicht mithalten kann.

2. Hamilton: Was ist dran an der Verschwörungstheorie?

In Führung liegend blieb Lewis Hamilton mit einem Motorschaden liegen - nicht der erste technische Defekt bei ihm in diesem Jahr. Seit einigen Monaten sind Verschwörungstheorien im Umlauf, die besagen, dass das deutsche Unternehmen Mercedes den deutschen Fahrer Nico Rosberg zum Weltmeister machen will.

Hamilton gab dieser Theorie mit seinen Aussagen unmittelbar nach dem Rennen zusätzliches Futter: "Ich kann einfach nicht glauben, dass es acht Mercedes-Autos gibt und nur meine Motoren gehen immer kaputt - irgendetwas stimmt da nicht."

SPORT1 meint: Die Verschwörungstheorie ist Blödsinn. Motorschäden bei den eigenen Fahrern schaden dem Image von Mercedes mehr, als ein Titelgewinn eines deutschen Fahrers bringen würde.

3. Ist die Strafe gegen Nico Rosberg gerechtfertigt?

Ein riskantes Überholmanöver von Rosberg gegen Räikkönen endete mit einer leichten Kollision, wofür Rosberg eine Zehn-Sekunden-Strafe erhielt. Bei Mercedes war man danach erbost über die Entscheidung der Stewards.

"Die Strafe ist völlig sinnlos. Vor ein paar Monaten haben wir alle gesagt, wir wollen wieder mehr Racing. Wenn dann mal nicht hundertprozentig klar ist, ob jemand Schuld hat, wollten wir das laufen lassen und die Piloten fahren lassen. Und dann kommt so etwas", schimpfte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

SPORT1 meint: Klar sind Zweikämpfe gewünscht, und zu Zeiten von Ayrton Senna und Alain Prost hätte so ein Manöver niemanden gestört. Insofern ist die Reaktion von Mercedes verständlich. Dennoch war die Aktion zu diesem Zeitpunkt unglücklich und auch unnötig. Die nicht allzu drastische Zehn-Sekunden-Strafe ist hart, aber vertretbar.

4. Ist Red Bull nun erster Mercedes-Jäger?

Dank des Ausfalls von Hamilton gewann Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo das Rennen vor Teamkollege Max Verstappen. Es war der erste Doppelsieg für Red Bull seit Brasilien 2013, als Sebastian Vettel und Mark Webber die Plätze eins und zwei belegt hatten.

Nicht minder erfreulich für die Österreicher: In der Konstrukteurswertung liegt Red Bull nun bereits 46 Punkte vor Ferrari, das erneut keinen Podestplatz einfahren konnte. 

SPORT1: Red Bull hat Ferrari definitiv überholt. In den letzten sieben Rennen standen sie acht Mal auf dem Podest. Der Scuderia gelang dies im selben Zeitraum nur einmal. Mercedes ist zwar noch ein Stück voraus, aber Red Bull ist inzwischen nah genug dran, um selbst kleine Fehler von Mercedes sofort eiskalt zu bestrafen.

5. Welche Auswirkungen hat das Rennen auf die WM?

Nach dem Start-Crash hatte Rosberg selbst daran nicht mehr geglaubt, doch durch Rang drei und des gleichzeitigen Ausfalls von Rivale Hamilton baute der Deutsche seinen WM-Vorsprung auf 23 Punkte aus.

Bei fünf ausstehenden Rennen hat Hamilton zwar alles noch in der eigenen Hand - theoretisch reicht Rosberg aber bereits ein Sieg, wenn er bei den anderen Rennen stets Zweiter wird.

SPORT1: Seit der Sommerpause läuft es für Rosberg und selbst in Malaysia hatte er noch Glück im Unglück. Dennoch spricht das das Wochenende in Malaysia für Hamilton. Der Brite war fokussiert wie selten und hatte Rosberg jederzeit im Griff. Die WM ist daher noch nicht entschieden, aber sollte Rosberg von technischen Defekten verschont bleiben, hält er alle Trümpfe in der Hand.

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