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Renault-Pilot Nico Hülkenberg analysiert in seiner SPORT1-Kolumne das starke Barcelona-Rennen und freut sich auf Monaco. Fernando Alonsos Frust versteht er.

Liebe Formel-1-Fans,

meine zweite Kolumne für SPORT1 möchte ich mit etwas Persönlichem - aber sehr Erfreulichem - beginnen: Barcelona verlief für uns großartig! Platz sechs und damit acht Punkte! Das ist für uns das beste Ergebnis in dieser Saison und wir sind aller sehr, sehr stolz darauf.

Direkt zum Start konnte ich von Platz 13 auf Platz 7 vorfahren. Dann hat man natürlich gleich zu Beginn des Rennens ein gutes Gefühl, das einen pusht. Im Sport spricht man oft vom sogenannten Big Mo: einem besonderen Zeitfenster in dem das Momentum volle Kraft entfaltet. Volle Power, nonstop! Und alles greift zusammen.

Die ersten drei Runden waren ausschlaggebend, da haben sich die Anderen selber abgeräumt. Mit Geschick habe ich es geschafft, nirgendwo hängen zu bleiben und bin irgendwie da durch gekommen.

Natürlich hat das was mit Glück zu tun. Aber das Glück des Tüchtigen liegt auch darin, die Chancen zu nutzen, die sich bieten. Hier muss ich das ganze Team loben: Der zweite Stopp war großartig, wodurch wir einen weiteren Platz gut machen konnten. Und von Rennen zu Rennen spüre ich, dass ich mich immer wohler in meinem Auto fühle.

Natürlich haben wir noch einiges an Arbeit vor uns, aber eins sollte mittlerweile allen klar sein: Wir haben keine Chance - aber genau diese nutzen wir! Schließlich braucht jeder Goliath auch seinen David.

An der Spitze hat Mercedes Ferrari diesmal ein bisschen ausgetrickst. Sie haben die Virtual-Safety-Car-Phase zum Boxenstopp sehr gut ausgenutzt. Außerdem war Lewis Hamilton am Ende auf weicheren Reifen unterwegs als Sebastian Vettel. Das war der Clou, dass Lewis überholen konnte - ein guter Schachzug von den Mercedes-Strategen.

Next Stop, Monaco!

Ich freue mich sehr auf das Rennen. Monaco ist für mich das Nonplusultra. Es gibt keine Strecke, die so unverzeihlich ist und einem solche Adrenalinstöße versetzt. Hinzu kommt eine einzigartige Kulisse. Das liebe ich an unserem Sport! Wir sind ready. Ready to go und ready to fight.

Denn ich denke, dass wir dort mit Renault gut aussehen können. Auf den ganz weichen Reifen, die dort gefahren werden, haben wir eine bessere Harmonie und Balance.

Strecke und Belag liegen uns ebenfalls besser. Es ist eine riesige Herausforderung ans Limit zu kommen. Man muss Runde für Runde Vertrauen aufbauen, um immer näher an die Bande heran zu fahren - und dann im Qualifying zur Stelle sein.

Diesmal nicht dabei sein wird Fernando Alonso, der einen Start beim Indy 500 vorzieht. Das ist sicher auch seinem Frust bei McLaren geschuldet. Eine straighte Entscheidung, aber so ist er. Er sucht sich eine andere Herausforderung, das kann ich auch nachvollziehen

Für uns gilt: Wir sind bereit!

Auf bald!
Euer Nico Hülkenberg

Nico Hülkenberg fährt seit dieser Saison für das französische Werksteam Renault. In seiner neuen SPORT1-Kolumne wird er nach jedem Rennen von der Königsklasse berichten.

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