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Jonas Folger
Jonas Folger fiel auf den dritten Gesamtrang zurück. © Getty Images

Durch den ersten Ausfall der Saison erhalten Jonas Folgers Hoffnungen im Moto2-Titelkampf einen Dämpfer. Stefan Bradl kommt ebenfalls nicht ins Ziel

Le Mans war für Jonas Folger keine Reise wert. "Abhaken, vergessen", sagte der 21-Jährige nach dem ersten Ausfall der bislang so glänzend verlaufenen Saison und bemühte sich, die Erlebnisse möglichst schnell hinter sich zu lassen. Der Sturz beim Großen Motorrad-Preis von Frankreich war der Schlusspunkt eines verlorenen Rennwochenendes.

Auf Platz zehn ins Kiesbett geflogen

Geschwächt von einer Grippe hatte sich Folger durch Training und Qualifying gequält, erst in der Nacht zum Sonntag ging es bergauf. Wohl fühlte sich der Moto2-Pilot auf seiner Maschine wegen Setup-Schwierigkeiten aber nicht, flog auf Platz zehn liegend ins Kiesbett und sah von der Box aus, wie sich seine Lage in der WM verschlechterte.

"Ich hätte gerne Punkte mitgenommen, leider habe ich das Motorrad weggeschmissen", sagte Folger bei Eurosport. Mit 58 Zählern rutschte der zweimalige Saisonsieger hinter Le-Mans-Gewinner Tom Lüthi (Schweiz/68) auf den dritten Platz ab, an der Spitze liegt nach fünf Grand Prix weiter der Franzose Johann Zarco (89/alle Kalex).

Probleme mit dem Vorderrad

Der Sturz kam für Folger wenig überraschend. "Ich habe von Anfang an Probleme gehabt mit der Front. Mir ist fünf oder sechsmal das Vorderrad eingeklappt, irgendwann passiert's dann", sagte der deutsche Hoffnungsträger und gab sich mit Blick auf den nächsten Lauf trotzig: "Ich fahre mit voller Motivation nach Mugello."

Folgers WG-Kollege Marcel Schrötter (beide Tordera/Spanien) belegte in der mittleren Klasse den 13. Platz, auch Sandro Cortese (Berkheim) fuhr als 14. in die Punkte. Florian Alt (Nümbrecht) musste sich mit Platz 23 begnügen.

Bradl scheidet in Runde zwei aus

Die nächste schwere Enttäuschung erlebte Stefan Bradl. Für den einzigen Deutschen in der MotoGP war der Grand Prix nach einem Sturz in der zweiten Runde beendet. Bradl (25), der zum zweiten Mal in dieser Saison ausfiel, hat erst einen WM-Punkt auf dem Konto.

Stefan Bradl
Die nächste Enttäuschung: Stefan Bradl schied früh aus. © Getty Images

Den zweiten Sieg in Folge feierte Jorge Lorenzo. Der Spanier gewann vor WM-Spitzenreiter Valentino Rossi (Italien) und verkürzte den Rückstand zu seinem Yamaha-Teamkollegen. Rossi führt mit 102 Punkten vor Lorenzo (87) und Andrea Dovizioso (Italien/Ducati/83.), der auch in Le Mans Dritter wurde.

Weltmeister Marc Marquez (Spanien/Honda) wurde Vierter und hat im Klassement die gleiche Position inne (69).

"Bei mir hat die Bremsbalance vorne nicht gepasst. Ich bin klassisch vorne weggerutscht. Es ist schade, wir waren in einer guten Position", sagte der zum Zeitpunkt des Sturzes elftplatzierte Bradl. Zuvor hatte er noch heftige Kritik am Material von Forward-Yamaha geäußert: "Die Elektronik funktioniert einfach absolut nicht. Irgendwann reicht's auch."

Öttl von Startplatz 33 auf Rang zehn

Eine glänzende Vorstellung zeigte Philipp Öttl (Ainring). Der 19-Jährige arbeitete sich in der Moto3 nach dem verpatzten Qualifying von Startplatz 33 bis auf den zehnten Rang nach vorne und holte sein bestes Saisonergebnis. "Das war auf jeden Fall eines meiner besten Rennen", sagte Öttl, "ich war in jeder Runde am Limit".

Romano Fenati (KTM) feierte den ersten Sieg des Jahres und gewann beim italienischen Dreifacherfolg vor Enea Bastianini (Honda) und Francesco Bagnaia (Mahindra).

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