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Roger Federer bei der Pressekonferenz nach der Niederlage bei den Australian Open
Roger Federer bei der Pressekonferenz nach der Niederlage bei den Australian Open © Getty Images

Melbourne - Roger Federer ist bei den Australian Open schon in der dritten Runde ausgeschieden. Die Niederlage gegen Andreas Seppi hat er sich selbst zuzuschreiben.

Den Start seines Urlaubs hatte sich Roger Federer ganz anders vorgestellt: Frustriert saß der "Maestro" im grauen T-Shirt im Presseraum und suchte vergeblich nach Erklärungen für sein frühestes Scheitern bei den Australian Open seit 14 Jahren.

"Natürlich schmerzt das und ist enttäuschend. Ich habe einfach nicht mein bestes Tennis spielen können", sagte Grand-Slam-Rekordsieger Federer nach dem 4:6, 6:7 (5:7), 6:4, 6:7 (5:7) in der dritten Runde von Melbourne gegen Andreas Seppi (DATENCENTER: Ergebnisse/Kalender).

Verheerende Bilanz gegen Federer

Der Italiener ist die Nummer 46 der Welt und hatte zuvor sämtliche zehn Duelle gegen Federer klar verloren. In der Rod-Laver-Arena war dieses Mal jedoch alles ganz anders: Der Schweizer, der kurioserweise einen Punkt mehr als Seppi machte (145:144), leistete sich unglaubliche 55 unerzwungene Fehler und nutzte nur drei von zehn Breakchancen.

"Federer macht sich zum Seppi", spottete die Schweizer Boulevard-Zeitung "Blick" über den 33-Jährigen, der in Down Under eigentlich seinen fünften Melbourne-Titel holen wollte. Auch die Rückkehr auf den Tennis-Thron ist damit erst einmal in weite Ferne gerückt.

Seppi tröstet

Zweieinhalb Jahre dauert nun schon Federers Durststrecke. Seinen vorerst letzten der insgesamt 17 Grand-Slam-Titel hatte die frühere Nummer eins im Juli 2012 in Wimbledon gewonnen.

Zuspruch erhielt Federer nach der bitteren Niederlage ausgerechnet von seinem überglücklichen Gegner. "Roger hat auch in Zukunft noch Chancen, weitere Majors zu gewinnen. Und ich denke, er spielt noch, weil auch er daran glaubt", sagte der 30-jährige Seppi nach dem "größten Sieg" seiner Karriere.

Schlechtes Gefühl bei Federer

Sehr selbstbewusst sah Federer allerdings nicht aus, als er das Aus vor der internationalen Presse im Bauch der Arena analysieren sollte. "Ich hatte heute da draußen das Gefühl", sagte er, "dass ich irgendwie das ganze Match nicht ins Spiel komme." Die langen Schatten auf dem Centre Court waren kein gutes Omen für den vielleicht besten Spieler der Geschichte.

Roger Federer im Match gegen Andreas Seppi
Roger Federer im Match gegen Andreas Seppi © Getty Images

Dabei hatte Federers Turniersieg Anfang Januar in Brisbane - übrigens der 83. seiner Laufbahn - die Hoffnung auf eine starke Saison genährt. Statt auf der Anlage am Yarra River um die 2, 1-Millionen-Euro-Siegprämie zu spielen, trat Federer nun viel früher als erwartet seinen Urlaub an.

Fitnesscoach warnt Konkurrenz

Bereits nach dem ersten Davis-Cup-Triumph mit der Schweiz im Dezember in Frankreich (3:1) hatte er angekündigt, nach den Australian Open eine mehrwöchige Pause einlegen zu wollen. Erst ab 23. Februar wird Federer beim Turnier in Dubai auf die ATP-Tour zurückkehren.

Skeptikern gab Federers Fitnesstrainer Pierre Paganini noch ein paar deutliche Sätze mit auf den Weg. "Vom physischen Aspekt her hat Roger die Möglichkeit, noch mehrere Jahre auf höchstem Level zu spielen", sagte er.

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