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Luis Enrique, Zinedine Zidane und Diego Simeone (v.r.n.l.) könnten noch Transfers tätigen © Getty Images/SPORT1 Grafik Paul Haenel

München - Die spanische Primera Division erlebt in diesem Sommer keine Transfer-Offensive. Einige Last-Minute-Deals sind trotzdem noch möglich. SPORT1 macht den Transfercheck.

Mit Ausgaben von rund 420 Millionen Euro haben sich die Vertreter der Primera Division in diesem Sommer auf dem Transfermarkt bislang zurückgehalten - jedenfalls im Vergleich zu den Klubs der Premier League, die schon mehrere Tage vor dem Ablauf der Wechselperiode die Milliardengrenze durchbrochen haben. 

Bis zum 31. August bietet sich dem FC Barcelona, Real Madrid und Co. aber noch die Möglichkeit, aufzurüsten. Wenngleich kein Transfer-Tornado zu erwarten ist, könnte der eine oder andere Last-Minute-Deal über die Bühne gehen.

SPORT1 gibt einen Überblick über die personelle Lage bei den wichtigsten Vereinen.

FC Barcelona

Mit Samuel Umtiti, Lucas Digne, Andre Gomes und Denis Suarez hat der Double-Sieger seine Kaderbreite qualitativ verbessert. 

Zudem wurde die durch den Abgang von Claudio Bravo zu Manchester City entstandene Lücke auf der Torwartposition mit der Verpflichtung von Jasper Cillessen bereits geschlossen. Der Niederländer kommt von Ajax Amsterdam und soll Nationalspieler Marc-Andre ter Stegen den Status als Nummer eins streitig machen.

Vollends zufrieden mit seinem Aufgebot ist Trainer Luis Enrique aber nicht. 

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Enrique sucht seit geraumer Zeit nach einem neuen Mittelstürmer, der die Rolle als Backup hinter Goalgetter Luis Suarez akzeptiert.

Größen wie Carlos Bacca oder auch Mario Gomez haben den Katalanen abgesagt. Der neue Wunschkandidat heißt Paco Alcacer. Der FC Valencia wollte seinen wechselwilligen Kapitän zuletzt nicht einmal für 30 Millionen Euro ziehen lassen.

Die Verhandlungen könnten sich noch bis zum Deadline Day hinziehen, zumal Valencia auch einen Nachfolger für Alcacer bräuchte.

Real Madrid

"Grundsätzlich ist bis zum 31. August alles möglich. Aber es ist verdammt schwierig, diesen großartigen Kader noch zu verbessern", sagt Real-Coach Zinedine Zidane seit Wochen.

Paul Pogba? No, gracias. Dimitri Payet? No, gracias. Cesc Fabregas? No, gracias. Der Franzose setzt lieber auf entwicklungsfähige, hungrige Spanier wie Lucas Vazquez, Marco Asensio oder Alvaro Morata anstatt mit Galactico-Transfers für Furore zu sorgen.

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Mit den 30 Millionen Euro für Rückkehrer Morata gab Real bisher tatsächlich am wenigsten von den spanischen Top-Klubs aus. Indes konnten alle Leistungsträger, auch der lange von Manchester City umworbene Toni Kroos, gehalten werden.

Dabei wird es wohl auch bleiben, sofern keiner der Mittelfeldspieler Isco oder James Rodriguez um eine Freigabe bittet. Sollte dieser Fall eintreten, könnte Zidane doch noch von seinem Kurs abweichen und den Versuch wagen, den wechselwilligen Julian Draxler vom VfL Wolfsburg ins Estadio Santiago Bernabeu zu lotsen.

Einzig realistisch wäre aber wohl nur die Verpflichtung eines neuen Linksverteidigers. Stammkraft Marcelo hat mit Fabio Coentrao zwar einen Ersatz, doch den Portugiesen plagen ständig Verletzungen. Da Bayerns David Alaba nicht zu haben ist, könnte der Champions-League-Gegner von Borussia Dortmund eine der ruhigsten Transferperioden überhaupt erleben.

Atletico Madrid

Mit einigen Top-Neuzugängen wie Kevin Gameiro oder Nicolas Gaitan hatte Diego Simeone seine Personalplanungen eigentlich relativ zügig abgeschlossen - bis der Star-Trainer der Rojiblancos im Laufe der Vorbereitung merkte, im Mittelfeld doch noch nachlegen zu können.

Da Spielmacher Oliver Torres für ein Jahr auf Leihbasis für den FC Porto aufläuft und Neuzugang Diogo Jota ebenfalls umgehend verliehen werden soll, hörte man bei Atletico häufiger den Namem Hakan Calhanoglu.

Der Sportzeitung AS zufolge ist der türkische Standardspezialist von Bayer Leverkusen Simeones erste Wahl. 20 Millionen Euro müsste Atletico allerdings berappen, um Leverkusen auch nur ansatzweise in Gedankenspiele zu bringen. Calhanoglus Vertrag bei der Werkself läuft noch bis 2019. Und wie SPORT1 weiß, will der Spieler bei Bayer bleiben.

FC Sevilla

Elf Abgänge, zehn Zugänge plus Trainerwechsel: Beim Europa-League-Rekordsieger hat sich bereits ein gigantischer Umbruch vollzogen. Trainer Jorge Sampaoli sieht trotzdem noch Handlungsbedarf auf dem Transfermarkt: Er will nur noch einen neuen, routinierten Torhüter als Ergänzung zum spanischen Super-Talent Sergio Rico. 

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Auf Sampaolis Liste stehen der von Pep Guardiola bei Manchester City degradierte Joe Hart sowie Kevin Trapps Konkurrent bei Paris St. Germain, Salvatore Sirigu. Hart soll aber bevorzugen, in England zu bleiben. Der FC Everton ist an dem 29-Jährigen interessiert. 

FC Valencia

Nach dem verpatzten Saisonstart gegen UD Las Palmas (2:4) läuten bei den "Fledermäusen" die Alarmglocken. Die Wechselspekulationen um den von Barca umworbenen Alcacer sowie Nationalspieler Shkodran Mustafi, der mit dem FC Arsenal verhandelt, sorgen für zusätzlichen Zündstoff.

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Vor allem die Defensive gilt als Problemzone von Valencia. Aus diesem Grund weigert sich Valencia-Coach Pako Ayestaran auch, Mustafi ziehen zu lassen. Ein passender Ersatz für den Weltmeister steht nämlich nicht parat.

"Ich hoffe und erwarte, dass neue Spieler kommen", signalisierte Ayestaran zudem. Damit spielte er insbesondere auf Mittelfeldmann Hernanes von Juventus Turin an, den Valencia seit mehreren Wochen als Ersatz für den zu Barca transferierten Andre Gomes holen möchte.

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