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Bei den Chicago Bulls trifft Paul Zipser vor dem United Center auf eine Statue Michael Jordans
Bei den Chicago Bulls trifft Paul Zipser vor dem United Center auf eine Statue Michael Jordans © SPORT1 Grafik: Paul Haenel/Getty Images/AP

München - Im NBA-Draft wählen die Chicago Bulls Paul Zipser. Im SPORT1-Interview spricht der Bayern-Star über einen Wechsel, seine Perspektive und das Dilemma mit dem DBB-Team.

Besser hätte es für Paul Zipser vom FC Bayern kaum können können: Der sechsmalige NBA-Champion Chicago Bulls hat das deutsche Supertalent im Draft an 48. Stelle ausgewählt.

Im exklusiven SPORT1-Interview spricht Zipser kurz danach über seine verrückte Draft-Nacht, einen Wechsel zu Michael Jordans Ex-Klub, seine Aussichten und das Dilemma mit dem deutschen Nationalteam.

SPORT1: Erst einmal Glückwunsch dazu, dass Sie beim Draft von den Bulls ausgewählt worden sind. Wie fühlt es sich an, NBA-Spieler zu sein?

Paul Zipser: Noch bin ich ja kein NBA-Spieler, aber das war auf alle Fälle eine turbulente Nacht. Es war eine super Entscheidung, zurück nach Heidelberg zu kommen und es zusammen mit meiner Familie zu schauen. Wir freuen uns riesig, dass es funktioniert hat - gerade mit so einem Klub wie Chicago. Ich bin jetzt noch viel aufgeregter als vor dem Draft, weil ich noch nicht weiß, wohin es geht.

SPORT1: Hat sich schon jemand von den Bulls gemeldet?

Zipser: Mich persönlich hat noch niemand angerufen. Während der Zeit, in der man mich hätte picken können, habe ich aber mit Agenten geredet und mich abgestimmt, was ich eigentlich will. Und jetzt ist es so ein super Team geworden - die Nacht ist echt super gelaufen für mich.

SPORT1: Ihr Berater hat verraten, dass in ihrem Vertrag beim FC Bayern eine NBA-Ausstiegsklausel enthalten ist. Würden Sie denn gerne jetzt schon wechseln? 

Zipser: Ich würde am liebsten direkt rübergehen. Man hat einfach so viele Möglichkeiten und die Chance, sich sofort beim Team reinzuspielen. Es stimmt, dass ich einen Buyout für eine bestimmte Summe habe. Aber durch meinen Vertrag beim FC Bayern bin ich sehr entspannt, da ich mich auch in München sehr wohl fühle. Ob es klappt, wird sich in den nächsten Tagen entscheiden.

SPORT1: Angeblich sollen Sie bereits am Montag in Chicago vorgestellt werden…

Zipser: Davon weiß ich noch nichts. Ein Ticket habe ich auch nicht. Vielleicht passiert es, vielleicht aber auch nicht.

SPORT1: Die Bulls spielen im Rahmen der Summer League vom 8 bis 18. Juli in Las Vegas. Im Sommer steht aber auch noch die EM-Qualifikation mit der Nationalmannschaft auf dem Programm. Können Sie sich vorstellen, bei beidem dabei zu sein?

Zipser: Ich weiß nicht, ob so etwas für NBA-Teams eine Option ist. Für mich ist es auf alle Fälle eine Ehre, für Deutschland spielen zu dürfen. Der letzte Sommer hat mir zum Beispiel viel gebracht. Aber wenn ich im Sommer diese Chance bei den Bulls bekommen sollte, will ich beweisen, dass ich da auch hingehöre.

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SPORT1: Spätestens seit dem Trade von Derrick Rose deutet bei den Bulls vieles auf einen Umbruch hin. Das ist doch eigentlich eine ideale Situation für einen jungen Spieler wie Sie?

Zipser: Es sieht wirklich nach einem Umbruch aus. Gerade wenn man einen der besten Spieler bereits abgegeben hat und es noch viele Gerüchte um andere Spieler gibt. Wenn man sich die Geschichte der Spieler anschaut, die dort schon gespielt haben, könnte es sein, dass es mit das wichtigste Team in den USA ist. Es ist einfach Wahnsinn, dass ich von Chicago genommen worden bin.

SPORT1: Viele Europäer haben etwas Probleme mit der Umstellung auf den Stil der USA. Aber das System von Bulls-Coach Fred Hoiberg, der schnellen Offensiv-Basketball mit viel Bewegung bevorzugt und viel Wert auf gute Schützen liegt, könnte zu ihnen passen, oder?

Zipser: Ja, Fred Hoiberg ist ein super Trainer, was ich gehört und gesehen habe. Das Spielsystem würde auch zu mir passen. Ich hoffe wirklich sehr, dass ich da reinkomme.

SPORT1: Gab es denn schon Kontakt oder Glückwünsche von den anderen deutschen NBA-Profis?

Zipser: Ich habe noch gar nicht alle Nachrichten durchschauen können. Es haben mir einfach so viele Leute geschrieben. Ich habe aber gesehen, dass Tibor mir geschrieben hat. Es waren auch schon viele Spieler aus der Nationalmannschaft oder von Bayern dabei. Das ist echt richtig cool.

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