Olympia: Rauhe fordert gemeinsame Lösungen in Russland-Frage
Sport-Staatsminister Ronald Rauhe möchte im Umgang mit russischen Sportlern einen gemeinsamen Nenner finden. Wichtig sei in der Angelegenheit vor allem eine klare Position.
Die Frage nach dem Umgang mit Russland und Belarus im Sport ist für die Bundesregierung auch vor dem Hintergrund von Deutschlands geplanter Olympia-Bewerbung offenbar noch nicht abschließend geklärt. „Es ist doch richtig zu verhindern, dass Russland den Sport für seine Propaganda benutzt. Wenn das die Richtschnur für uns bleiben soll, müssen wir zusammen mit dem Sport – national wie international – gemeinsame Lösungen entwickeln“, sagte Sport-Staatsminister Ronald Rauhe in einem FAZ-Interview.
Berlin skeptisch zu IOC-Lockerung
Der zu Sommerbeginn erfolgten Aufhebung der Empfehlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) für Beschränkungen im Umgang mit russischen und belarussischen Aktiven steht die deutsche Politik ausgesprochen reserviert gegenüber. „Der Sport entscheidet autonom, wer an seinen Wettbewerben teilnimmt. Das respektiert auch die Bundesregierung. Deswegen hat sie es auch ausdrücklich unterstützt, dass die internationalen Sportverbände die Athletinnen und Athleten aus Russland oder Belarus nur mit neutralem Status teilnehmen lassen – also ohne Flagge und ohne Hymne“, so Rauhe.
Die internationalen Fachverbände agieren in der Debatte noch uneinheitlich. In einigen Sportarten treten Athleten aus beiden Ländern bei internationalen Wettkämpfen trotz des fortwährenden Angriffskriegs von Russland und Belarus gegen die Ukraine wieder unter eigener Flagge an, andere Verbände lassen – wie zuletzt die Turner bei ihrer WM in Frankfurt auch nach Abstimmung mit dem Deutschen Olympischen Sportbund und der Bundesregierung – Russen und Belarussen nur als neutrale Teilnehmer zu. Der Leichtathletik-Weltverband etwa hält unterdessen sogar entgegen der veränderten IOC-Position bei seinen internationalen Wettkämpfen am kategorischen Ausschluss von Russen und Belarussen fest.
Olympia: Rauhe fordert klare Position in Russland-Thematik
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Rauhe erwartet eine wachsende Bedeutung der Russland/Belarus-Frage im Zuge der deutschen Kandidatur für Olympische Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 und komplizierte Debatten. „Die Frage“, sagte der zweimalige Kanu-Olympiasieger, „wird uns im Bewerbungsprozess begleiten. Wichtig ist, dass wir eine klare Position haben, und die hat die Bundesregierung. Solange es keinen gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine gibt, ist alles andere schwierig.“