Staatsminister Rauhe: Olympia für Deutschland „dringend nötig“
Der zweimalige Kanu-Olympiasieger verspricht sich von Sommerspielen im eigenen Land viel Nutzen für die ganze Gesellschaft.
Der neue Sport-Staatsminister Ronald Rauhe hat vor der Entscheidung über den deutschen Olympia-Kandidaten am Samstag in Baden-Baden die Bedeutung von erstmaligen Sommerspielen in Deutschland seit München 1972 nachdrücklich unterstrichen. In einem FAZ-Interview betonte der 44-Jährige in diesem Zusammenhang wie zuletzt auch schon Fußball-Bundestrainer Jürgen Klopp seine Hoffnung auf „positiven Patriotismus“.
Olympia-Impulse für ganze Generation
Aus Rauhes Sicht stehe bei der anstehenden Wahl zwischen den verbliebenen Kandidaten München und Köln/Rhein-Ruhr für den Sport „eine Menge“ auf dem Spiel. Nach Meinung des zweimaligen Kanu-Olympiasiegers „haben der Sport und unsere Gesellschaft es dringend nötig, dass wir die Spiele ins eigene Land holen“.
Wie Rauhe weiter ausführte, verspricht sich die Bundesregierung von der Rolle als Olympia-Gastgeber 2036, 2040 oder 2044 für Deutschland „einen unheimlich wichtigen Impuls, auch über den Sport hinaus. Die Spiele können etwas sein, das uns zusammenbringt, ein gemeinsames Ziel und auch eine gemeinsame Erfahrung, dass wir in unserem Land etwas Großes schaffen können.“ Es gehe „nicht nur um vier Wochen Olympische und Paralympische Spiele, sondern darum, eine ganze Generation zu beeinflussen“.
Positiver Patriotismus beflügelt Leistung
Dabei könne die Entwicklung eines „positiven Patriotismus“ nach Rauhes Einschätzung Auswirkungen nicht alleine auf den Sport haben. „Wenn ich mir erlauben kann, einen positiven Patriotismus nach außen zu zeigen, macht das auch etwas mit der Leistungsbereitschaft für unser Land. Und das nicht nur im Sport“, sagte der Nachfolger von Christiane Schenderlein: „Wenn wir bereit sind, auch etwas für das Land zu geben, würde das allen guttun. Die Nehmermentalität spielt ja auch eine Rolle bei den Problemen, die wir haben.“
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Für den gebürtigen Berliner könnte „positiver Patriotismus“ im Sport auch mit einer politischen Haltung korrespondieren: „Positiver Patriotismus ist, wenn ich die Werte des Landes anerkenne, wenn ich die demokratischen Werte eines Landes anerkenne, wenn ich einen gewissen Stolz habe auf das Land, so wie es jetzt ist.“