Kritik an Israel-Torjubel: „Einfach dämlich“

Kritik an Israel-Torjubel: „Einfach dämlich“

Durch einen Doppelschlag in der Schlussphase rettet Österreich in der Nations League einen 3:1-Auftaktsieg gegen Israel. Der Jubel zum zwischenzeitlichen Ausgleich erhitzt dabei die Gemüter.

Turbulenter Abend für Saied Abu Farchi: Zum Auftakt der neuen Nations-League-Spielzeit verlor der 20-Jährige mit Israel erst in der Nachspielzeit gegen Österreich, doch da stand der Angreifer schon längst nicht mehr auf dem Platz. Nach seinem zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer zum 1:1 sorgte er für den Aufreger des Abends und flog mit Gelb-Rot vom Platz.

„Ich glaube, in der Phase, in der das Land steckt, bzw. in der wir aktuell sind, ist das einfach dämlich. Ich glaube, so etwas hat im Fußball generell nicht viel verloren – und gerade in der Situation, in der sie stehen, glaube ich, umso weniger“, fand Hoffenheim-Profi Patrick Wimmer nach dem Spiel klare Worte.

Die gleiche Meinung vertrat auch Nicolas Seiwald: „Geht nicht, zurecht ausgeschlossen worden.“ Phillipp Mwene bezeichnete die Aktion gar als „dumm“. Was war passiert?

Sekunden nach diesem Jubel war das Spiel für Saied Abu Farchi beendet
Sekunden nach diesem Jubel war das Spiel für Saied Abu Farchi beendetSekunden nach diesem Jubel war das Spiel für Saied Abu Farchi beendet© IMAGO/GEPA pictures

Auslöser war zunächst die 55. Minute, als sich Abu Farchi nach einer abgefälschten Flanke gegen den Freiburger Philipp Lienhart durchsetzte und zum 1:1 einköpfte. Nach dem anschließenden Jubel mit seinen Teamkollegen machte sich der Israeli auf den Weg Richtung Eckfahne, zog diese aus der Erde und ging auf die Knie.

Umstrittener Jubel sorgt für Platzverweis

An der Interpretation des Folgenden scheiden sich die Geister. Den Arm ausgestreckt, legte er die Eckfahne darauf ab und holte zum Stoß aus. Was von den einen als Stoß mit einem Billardqueue verstanden wird, werten andere als Imitation eines abgefeuerten Maschinengewehres.

Schiedsrichter Georgi Kabakov verstand bei der Aktion jedenfalls keinen Spaß und zeigte dem sichtlich überraschten Spieler die Ampelkarte. Erst fünf Minuten zuvor hatte er nach einer Rangelei mit Kevin Danso die erste Verwarnung gesehen.

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Und wie sahen die Trainer die Aufregung um den Torjubel? „Die Frage muss der gegnerische Trainer oder der Spieler beantworten, ob man ein Tor so bejubeln soll“, erklärte Österreich-Coach Ralf Rangnick. Und das tat der auch direkt.

„Er feiert jedes seiner Tore auf diese Weise“

„Abu Farchi feiert jedes seiner Tore auf diese Weise, das kann jeder überprüfen“, verteidigte Israels Trainer Ran Ben Shimon den Stürmer, der in den USA bei den Colorado Rapids sein Geld verdient. Er nahm aber auch sich und den Spielern in die Verantwortung: „Vielleicht war es mein Fehler, dass ich ihm nicht gesagt habe, er muss das stoppen. Er muss daraus lernen. Das ist auch eine große Lehre für uns.“

Die Lehre erhielt sein Team spätestens in der Schlussphase. In der 90. Minute münzte Mwene die Überzahl in die 2:1-Führung um, in der dritten Minute der Nachspielzeit legte Sasa Kalajdzic sogar noch das 3:1 nach. In der ersten Halbzeit hatten die Israelis dem WM-Sechzehntelfinalisten noch gut die Stirn geboten, ehe Romano Schmid kurz vor der Halbzeit per Elfmeter die Führung besorgte (43.).

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