Zu viele Rennen? Ski-Stars schlagen Alarm

Zu viele Rennen? Ski-Stars schlagen Alarm

Österreichs Ski-Stars Manuel Feller und Marco Schwarz sehen den prall gefüllten Weltcup-Kalender kritisch. Die zukünftige Taktung der Weltmeisterschaften findet ebenfalls wenig Anklang.

Vor dem Start der Weltcup-Saison beschäftigen den Ski-Zirkus zwei Kernfragen. Neben dem prall gefüllten Kalender sorgt der Beschluss der FIS, ab 2032 in jedem nicht-olympischen Winter eine Ski-WM auszutragen, für Diskussionen. Im Rahmen des ATOMIC Media Days haben die österreichischen Ski-Stars Manuel Feller und Marco Schwarz bei SPORT1 bei beiden Debatten klare Worte gefunden.

Vor allem die vielen Wettkämpfe erzürnen das Duo. „Ich bin nie ein Fan von mehr und mehr. Vollkommener Schwachsinn ist, den ganzen Slalom-Tross nach dem vollen Januar noch nach Chamonix zu schicken. Das ist definitiv nicht die richtige Vorbereitung auf die WM“, kritisierte Feller.

Manuel Feller wütet über den vollen Kalender
Manuel Feller wütet über den vollen KalenderManuel Feller wütet über den vollen Kalender© IMAGO/GEPA pictures

Landsmann Schwarz hat dem Slalom sogar komplett den Rücken gekehrt und möchte sich auf die schnelleren Disziplinen konzentrieren. „Wenn man alle Disziplinen fahren will, dann wird das Pensum irrsinnig hoch. Das lässt sich nicht zu 100 Prozent vereinbaren. Da bleibt keine Zeit für Regeneration und Training“, merkte der WM-Goldgewinner in der alpinen Kombination 2021 kritisch an. „Eine Saison ist sehr anstrengend, man hetzt von Rennen zu Rennen, wenn man mehrere Disziplinen fährt“, verdeutlichte er zudem.

Ski-Weltcup: Viele Reisen erschweren die Regeneration

Feller bemängelt vor allem die vielen Reisen. „Zig Stunden im Auto zu verbringen und keine Zeit für die Regeneration zu haben, ist das große Problem“, zeigte sich der Slalom-Vizeweltmeister aus dem Jahr 2017 mit der Gestaltung des Kalenders unzufrieden.

Der Weltcup für die Herren umfasst 43 Rennen an 21 Austragungsorten. Unter anderem stehen zwei Übersee-Reisen mit drei Weltcup-Stationen in den USA an.

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Feller: Voller Kalender hat finanzielle Gründe

Feller ist der Auffassung, dass der Faktor Geld entscheidend für die vielen Rennen ist. „Viele Athleten sind der Meinung, dass es bei mehr Rennen auch mehr Möglichkeiten gibt, Geld zu verdienen. So denkt die FIS wohl auch, aber das ist nicht das Beste für unseren Sport. Zu viel ist irgendwann langweilig“, gab er zu verstehen.

Die Entscheidung, die WM-Taktung enger zu gestalten, sei ein Beispiel dafür. „Ich glaube, das ist der Hintergedanke“, vermutete er. Mit mehr Möglichkeiten, Weltmeister zu werden, werde der Titel aber auch „immer weniger besonders“. Schwarz sieht das ähnlich. „Es hat eine höhere Wertigkeit, eine Medaille zu gewinnen, wenn die WM nur alle zwei Jahre stattfindet.