„Causa Golla“: Kretzschmar spricht Bedenken und eine Warnung aus

„Causa Golla“: Kretzschmar spricht Bedenken und eine Warnung aus

Die "Causa Golla" sorgt für ordentlich Wirbel im Handball. Jetzt äußert sich TV-Experte Stefan Kretzschmar zu Johannes Gollas Wechselwunsch - und äußert große Bedenken.

Es wird nicht ruhig um Johannes Golla und seinen Wechselwunsch: Im Dyn-Format „Kretzsche & Schmiso“ hat nun auch TV-Experte und Ex-Profi Stefan Kretzschmar Stellung zur „Causa Golla“ bezogen. Der 53-Jährige empfindet Mitgefühl für den DHB-Kapitän, sprach mit Blick in die Zukunft aber auch eine Warnung aus.

„Wenn jemand weinend vor mir sitzt und sich emotional von seiner verletzlichen Seite zeigt, dann muss man zuhören. Es gibt jetzt auch kein Zurück mehr“, zeigte sich der 53-Jährige verständnisvoll, „beim Thema mentale Gesundheit versteht da draußen auch keiner Spaß.“

Stefan Kretzschmar warnte vor Nachahmern der "Causa Golla"
Stefan Kretzschmar warnte vor Nachahmern der „Causa Golla“Stefan Kretzschmar warnte vor Nachahmern der „Causa Golla“© IMAGO/Eibner

Des Weiteren zog „Kretzsche“ einen Vergleich zu seiner Zeit als Sportvorstand bei den Füchsen Berlin: „Wenn ich mir überlege, Mathias Gidsel wäre zu mir gekommen in meiner Zeit bei den Füchsen und hätte gesagt: Ich komme mit meiner Frau in Berlin nicht mehr klar, habe mentale Probleme, ich muss zurück in die Heimat. Das hätte ich doch niemals zulassen können, weil er mein Schlüsselspieler ist“.

Hintergrund: Nach acht Jahren bei der SG Flensburg-Handewitt war Johannes Golla im Sommer zur MT Melsungen gewechselt. Bereits nach nur drei Monaten bei den Nordhessen äußerte der Kreisläufer dann aber den Wunsch, in den Norden zurückzukehren. Als Auslöser für diese überrasche Wende nannte Golla familiäre Gründe und machte auf mentale Probleme aufmerksam.

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„Golla war der Top-Transfer in diesem Sommer“

Die MT Melsungen kündigte an, den Wechselwunsch des DHB-Kapitäns zu respektieren. Auf der anderen Seite sprach sie aber auch Enttäuschung aus. Stefan Kretzschmar kann den Klub durchaus verstehen: „Johannes Golla war der Top-Transfer in diesem Sommer. Ein Schlüsselspieler, um den die MT in den nächsten Jahren die Mannschaft aufbauen wollte.“

Laut ihm sei der Wechselwunsch „brutal für die MT Melsungen“, denn für Johannes Golla finde man im Gesamtpaket keinen Ersatz.

Warnung vor möglichen Nachahmern

Anhand der „Causa Golla“ äußerte der TV-Experte zudem aber auch Bedenken. Mit wachsender Besorgnis verfolge er, dass Verträge und Absprachen zwei Jahre im Voraus gemacht werden und nannte diese Handhabung von Klubs und Spielern „eine katastrophale Entwicklung in unserer Zeit“. Golla hatte seinen Vertrag bei der MT bereits im Dezember 2024 unterschrieben.

Etwas anderes fand der 53-Jährige mit Blick in die Zukunft aber noch viel bedenklicher: „Du machst natürlich für die Zukunft Tür und Tor auf, für eventuelle – und das meine ich nicht despektierlich – Nachahmer“. Kretzschmar zufolge könnten Spieler sich zukünftig ein Beispiel an der „Causa Golla“ nehmen und den Druck auf einen Wechsel durch Angabe von mentalen Problemen forcieren.

„Jetzt sieht Spieler X, Y oder Z, okay, wenn ich die Karte spiele, komme ich aus meinem Vertrag eventuell raus“, vollendete Kretzschmar seinen Gedanken, „Ich möchte niemandem etwas Böses unterstellen, aber du schaffst natürlich eine Causa, die gefährlich werden könnte, für alles, was noch kommt.“

Dabei betonte er: „Ich werfe Johannes Golla nichts vor, ich will nur sagen, was folgen könnte.“