Hamann warnt den BVB: „Rückfall in alte Zeiten“
"Darf nicht passieren!" Kovac will Lehren ziehen
Dietmar Hamann sieht beim BVB nach dem 2:2 gegen Werder Bremen alte Probleme wieder aufbrechen. Für den TV-Experten war der späte Einbruch der Dortmunder eine bittere Erinnerung an frühere Muster.
Dietmar Hamann erkennt bei Borussia Dortmund das Wiederaufleben alter negativer Muster. Einen Tag nach dem bitteren 2:2 gegen Werder Bremen, bei dem der BVB eine 2:0-Führung in den Schlussminuten verspielte, fand der Sky-Experte deutliche Worte: „Das war gestern ein Rückfall in alte Zeiten.“
Hamann habe es „nicht gewundert, dass in der Nachspielzeit das 2:2 fällt“. Für den ehemaligen Nationalspieler steht fest: „Das waren zwei Punkte, die haben sie wirklich verschenkt.“
Kurz vor Schluss hatte die Welt im Signal Iduna Park noch rosig ausgesehen. Nach Treffern von Daniel Svensson (80.) und Nico Schlotterbeck (85.) rechnete kaum jemand noch mit einem Comeback der bis dahin fast schon destruktiv auftretenden Bremer.
Doch wenig später sah es ganz anders aus: Ludovit Reis (88.) und ausgerechnet Rückkehrer Niclas Füllkrug (90.+2) fügten dem BVB mit ihren Toren einen herben Dämpfer zu.
Hamann: „Die Mentalitätsfrage hat sich erledigt“
Besonders mit Dortmund-Trainer Niko Kovac hatte Hamann nach dem Schlusspfiff Mitleid. „Ich habe das gesehen und gedacht, der geht jetzt nach Hause und schreit im Bett – wahrscheinlich nicht nur gestern Nacht, sondern das ganze Wochenende über“, meinte der 53-Jährige.
Der späte Einbruch ist für Hamann unverständlich, weil sich der BVB unter Kovac eigentlich sehr positiv entwickelt habe. „Seit er dort ist, kannst du ihnen nicht vorwerfen, dass sie schlechte Entscheidungen treffen. Deswegen waren sie den Bayern letzte Saison so nah“, erklärte er weiter. „Die Mentalitätsfrage hat sich erledigt. Sie haben immer gemacht, was sie machen mussten.“
Doch den von ihm attestierten „Rückfall in alte Zeiten“ machte Hamann unter anderem an einer Szene vor dem 1:2 fest: „Schlotterbeck spielt den Ball in die Mitte, Veerman spekuliert auf einen Pass. Da musst du sagen: ‚Pass auf, wir haben noch zwei Minuten zu spielen, alle mitmachen, wir müssen irgendwie das Ding über die Zeit bringen.'“