Acht Minuten als Warnung für den BVB
"Darf nicht passieren!" Kovac will Lehren ziehen
Borussia Dortmund kommt gegen den SV Werder Bremen nicht über ein Unentschieden hinaus. Gerade die Art und Weise weckt böse Erinnerungen – und ist deshalb ein Weckruf.
Kurz vor Schluss sah die Welt im Signal Iduna Park noch rosig aus. „Spitzenreiter, Spitzenreiter“, hallte es von der Tribüne. Beim Stand von 2:0 rechnete kaum jemand noch mit einem Comeback der bis dahin fast schon destruktiv auftretenden Bremer.
Acht Minuten später waren die Rufe verstummt. Ludovit Reis (88. Spielminute) und ausgerechnet Rückkehrer Niclas Füllkrug (90.+2) spuckten dem Spitzenreiter – zumindest mal sicher bis zum Spiel des FC Bayern – gehörig in die Suppe. Beim BVB werden nach der Punkteteilung böse Erinnerungen wach.
Beim BVB wurden böse Erinnerungen wach
Sport-Geschäftsführer Lars Ricken dachte bereits an die Schmach vor rund vier Jahren. Damals gab es gegen Bremen einen ähnlichen Spielverlauf. Am Ende gewannen die Nordlichter sogar noch 3:2 – mit zwei Treffern in der Nachspielzeit.
„Nach dem 2:2 definitiv“, erklärte der 50-Jährige auf SPORT1-Nachfrage, ob das im Kopf gewesen sei. „Wir sind ja dann auch nicht mehr wirklich nach vorne gekommen“, so Ricken.
So weit kam es diesmal nicht. Und dennoch sind sich in Dortmund alle einig: Das waren zwei verlorene und kein gewonnener Punkt. Gerade die Art und Weise könnte allerdings noch weitere böse Erinnerungen wecken.
BVB mit Problemen, den Sack zuzumachen
Schon in der vergangenen Saison hatte der BVB Schwierigkeiten damit, den Sack zuzumachen und sicher geglaubte Siege über die Zeit zu bringen. In insgesamt sechs Bundesliga-Spielen gelang das den Dortmundern nicht.
Dazu gehörten unter anderem die Duelle gegen den FC St. Pauli (3:3 nach 3:1), den HSV (Gegentreffer zum 1:1 in der 90.+7) oder auch gegen den VfB Stuttgart (3:3 nach 2:0-Führung; Ausgleich in der Nachspielzeit).
Auch in der Gruppenphase der Champions League verspielte sich der BVB dadurch eine noch deutlich bessere Ausgangssituation: gegen Juventus Turin (trotz viermaliger und zwischenzeitlicher 4:2-Führung) und gegen Bodö/Glimt (2:2 nach 1:0 und 2:1).
Der BVB und der Herbstfluch
Auch gegen Bremen musste Dortmund-Coach Niko Kovac einsehen: „Haben es nicht geschafft, zu Ende zu spielen.“ Der Kroate weiter: „Wenn du 88 Minuten alles richtig machst. Und in den letzten acht dann eben nicht, dann ist es in der Bundesliga schwierig, solche Spiele für dich zu entscheiden.“
Auffällig ist dabei nicht nur der Zeitpunkt der Gegentore, sondern vor allem, wann sich solche Spiele beim BVB häufen. Gerade im heißen Herbst, vor Weihnachten, hatten die Dortmunder in den vergangenen Jahren immer wieder Probleme mit der Konstanz.
Wenn man unter Niko Kovac überhaupt von einer kleinen Schwächephase sprechen möchte, dann fiel sie genau in diese Jahreszeit. Häufig hatte das auch mit Verletzungen zu tun, die sich beim BVB gerade nach Saisonbeginn und vor Weihnachten häuften.
Wer weiß, was für den Vizemeister sonst drin gewesen wäre?
Kovac will „Lehren ziehen“
Für den BVB gilt jetzt: einmal schütteln und weitermachen. Der Spielplan mit vier englischen Wochen in Folge lässt auch nahezu nichts anderes zu. Klar ist: Der Herbst ist wieder einmal entscheidend.
Kovac versprach, die Mannschaft werde ihre „Lehren aus diesen acht Minuten“ ziehen. Auch um diese schlechten Erinnerungen nicht Wirklichkeit werden zu lassen.