Wirbel um aberkannten Bayern-Ausgleich: „Sehr strittige Entscheidung“

Kompany wird ausgezeichnet – und reagiert deutlich
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Kompany wird ausgezeichnet – und reagiert deutlich

Ein aberkanntes Tor von Luis Díaz gegen Augsburg sorgt für Diskussionen. Schiedsrichter-Experte Patrick Ittrich vertritt eine klare Meinung und hält den VAR-Eingriff für falsch. Dietmar Hamann stimmt zu.

Glück für den FC Augsburg? Nach Ansicht von Schiedsrichter-Experte Patrick Ittrich hätte der Treffer des FC Bayern zum zwischenzeitlichen 1:1 im Bundesliga-Spiel bei den Fuggerstädtern (2:2) Bestand haben müssen.

Das Tor von Luis Díaz in der 51. Minute war nach VAR-Eingriff aberkannt worden, weil Josip Stanisic bei einem Freistoß von Joshua Kimmich zuvor im Abseits gestanden hatte.

Luis Díaz war mit der Entscheidung, den Treffer zurückzunehmen, nicht einverstanden
Luis Díaz war mit der Entscheidung, den Treffer zurückzunehmen, nicht einverstandenLuis Díaz war mit der Entscheidung, den Treffer zurückzunehmen, nicht einverstanden© IMAGO/DeFodi Images

Zwar habe der Bayern-Profi tatsächlich in der verbotenen Zone gestanden, bestätigte Ittrich bei Sky, allerdings sei dies „irrelevant” gewesen. „Es liegt eine Abseitssituation vor und dann wird der Ball eigentlich vom Spieler völlig frei wieder rausgespielt. Das heißt, die Situation ist beendet und dann kommt der nächste Eingriff“, erklärte der langjährige Referee während der Partie.

Ittrich betont: Neue Spielsituation vor Bayerns Treffer

Augsburgs Han-Noah Massengo hatte den Ball nach dem Freistoß aus dem Strafraum in Richtung Seitenaus geschlagen. Die Münchner kamen jedoch umgehend wieder in Ballbesitz, spielten den Angriff über die rechte Seite weiter. Von dort flankte Ismael Saibari in den Strafraum und Díaz netzte schließlich ein. 

Für Ittrich war damit eine neue Spielsituation entstanden. „Das ist diese klassische nächste Spielsituation und damit hätte für mich das Tor gelten müssen“, betonte er: „Ich finde, das ist eine sehr, sehr strittige Entscheidung.“

DEINE MEINUNG

Der Ball sei „völlig unbedrängt herausgeschlagen“ worden. „Dann entsteht eine neue Spielsituation und dementsprechend hätte das Tor eigentlich zählen müssen“, stellte Ittrich zum Abschluss nochmals klar.

Hamann stimmt Ittrich zu: Bayern-Tor war regulär

Auch nach dem Spiel war der vermeintliche Bayern-Ausgleich ein großes Thema. Der frühere Nationalspieler Dietmar Hamann stimmte Ittrich zu, dass der Treffer hätte zählen müssen. „Er will den Ball klären und klärt ihn auch“, meinte der 53-Jährige mit Blick auf Massengo. „Da bin ich voll bei Patrick, das ist dann eine neue Situation.“

Ittrich brachte zudem einen Vorschlag ein, wie derartige Situationen künftig besser gelöst werden könnten.

„Bei der Überprüfung der Angriffsphase nach einem Abseits ist allein der Videoassistent zuständig“, schilderte er und betonte: „In diesem kritischen Fall muss man sich wirklich überlegen, ob das nicht in der Hand des Schiedsrichters bleiben sollte, der dann rausgeht und beurteilt, ist es wirklich eine neue Angriffsphase. Dann hätte vielleicht auch eine andere Entscheidung dort gestanden.“

Max Eberl äußerte sich in der Mixed Zone zu der Szene. „Für mich ist es eine neue Spielsituation. Die Flanke wird reingeschlagen und dann geklärt. Und wenn bei Luchos Tor dann keiner im Sichtfeld im Abseits stand, dann ist es für mich auch kein Abseits. Es hätte uns sehr gefreut, wenn das Tor gezählt hätte. Das hätte ihm ziemlich gutgetan. Ich finde, er ist auf dem aufsteigenden Ast“, betonte der Sportvorstand der Bayern.

FC Bayern rettet einen Punkt

Der FCA war durch Robin Fellhauer, der von einem großen Aussetzer von Manuel Neuer profitierte und das schnellste Tor der Bundesliga-Geschichte erzielte, in Führung gegangen.

Kurz nach dem aberkannten Díaz-Tor glich Ismael Saibari (55.) für den deutschen Rekordmeister aus, ehe Rodrigo Ribeiro (64.) Augsburg erneut in Führung brachte. Der eingewechselte Nathaniel Brown (80.) rettete noch das Remis für die Gäste.

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