FC Bayern: Wird Neuers Patzer zum Nachteil für Urbig?
"Da habe ich einen bösen Fehler gemacht"
Bayerns Manuel Neuer leistet sich beim Auswärtsspiel in Augsburg einen schweren Patzer, der zum schnellsten Tor der Bundesliga-Geschichte führt. Wird genau dieser Patzer zum Nachteil für Jonas Urbig?
Jonas Urbigs Bestimmung beim FC Bayern ist eindeutig: Der 23-Jährige soll Nachfolger von Weltkeeper Manuel Neuer werden, höchstwahrscheinlich schon in der kommenden Saison.
In der aktuellen Spielzeit stand der Keeper bislang zweimal zwischen den Pfosten – folgt am kommenden Dienstag sein dritter Einsatz? Neuers Patzer beim Auswärtsspiel in Augsburg könnte eine gewichtige Rolle bei der Entscheidung von Trainer Vincent Kompany spielen.
„Dazu habe ich bereits Stellung bezogen und nehme den Fehler ganz klar auf meine Kappe. Solche Fehler passieren“, erklärte Neuer am Samstag bei Sky.
Kompany unbeeindruckt von Neuers Patzer
Kompany kommentierte den Patzer ohne große Aufregung: „Das passiert. Das Gefühl kann man nicht ändern und schönreden. Aber bei einem 20-jährigen Torwart hätte ich als Trainer jetzt vielleicht ein bisschen Arbeit, aber Manu ist so alt wie ich. Er weiß, wie er damit umgehen muss.“
Nun stellt sich die Frage: Wie geht der FC Bayern mit dem Fauxpas um? Bereits am kommenden Dienstag gastieren die Münchner in der Champions League bei Viking FK (ab 21 Uhr im LIVETICKER) – ein Spiel, das laut kicker genutzt werden sollte, um Urbig weitere Spielzeit zu geben.
Doch die Geschehnisse vom Samstag könnten das Trainerteam zum Umdenken gebracht und dazu bewogen haben, statt Urbig abermals Neuer ins Tor zu stellen. Grund: Der 40-Jährige soll die Chance bekommen, seinen Fehler so schnell wie möglich abzuhaken, berichtet der kicker weiter.
Völlers Reaktion auf Neuers Patzer sorgt für Dopa-Lacher
Eine ähnliche Entscheidung hatte Kompany umgekehrt bereits im vergangenen Januar getroffen, als Urbig bei der Liga-Pleite gegen den FCA (1:2) nicht gut ausgesehen hatte und wenige Tage später auch in der Königsklasse direkt wieder auflaufen durfte. Im Spiel bei der PSV Eindhoven (2:1) lieferte der Keeper einen starken Auftritt und schüttelte seinen vorherigen Patzer ab.
Kompany lässt Torwartfrage unbeantwortet
Kompany wurde nach dem Spiel am Samstag darauf angesprochen, wer am Dienstag zwischen den Pfosten stehen werde, aber ließ die Entscheidung offen. Auch Neuer wurde gefragt – und antwortete vielsagend: „Ich habe eine Vorahnung …“
Bayerns Präsident Herbert Hainer sagte am Sonntag bei Bild dazu: „Lassen Sie sich überraschen. Was in den nächsten Wochen und Monaten passiert, da gibt es ganz klare Absprachen im Verein, auch mit den beiden Torhütern.“
Er fügte hinzu: „Gehen Sie davon aus, dass wir beides sehr gut managen werden: Sowohl Manuel Neuers Saison als auch den Übergang. Die beiden verstehen sich sehr gut und das ist der beste Beweis, dass ein reibungsloser Übergang stattfinden wird. Die Absprache ist, dass Jonas Urbig mehr Spiele in der Saison bekommt als in der vergangenen.“
In der Spielzeit 2025/26 hatte Urbig wettbewerbsübergreifend 20 Pflichtspieleinsätze für den deutschen Rekordmeister absolviert.
Eberl von Urbigs Entwicklung begeistert
Sportvorstand Max Eberl erklärte nach dem Ausgburg-Spiel, dass der Verein grundsätzlich nicht von seinem Plan mit den beiden Torhütern abrücken werde. Urbig habe sich zwar „herausragend“ entwickelt und Neuer daran einen „sehr, sehr großen Anteil“, aber dennoch sei der 40-Jährige die klare Nummer eins.
„Ohne dass man jetzt irgendwas großartig in den Himmel loben will, aber dass wir Jonas Urbig so entwickelt haben, obwohl du mit Manuel Neuer einen Welttorhüter hast … Diese Kombination, dass Jonas jetzt diese Stellung und Erfahrung hat, diese Spiele in der Nationalmannschaft hervorragend gemacht hat, ist schon außergewöhnlich. Also bis jetzt geht der Plan auf, den wir im Kopf haben“, hob Eberl abschließend hervor.
Nach Informationen der Bild fällt am Montag die Entscheidung, wer im norwegischen Stavanger auflaufen wird. Am Abend findet die Pressekonferenz mit Trainer Kompany statt.