Baumann gibt Frust-Interview: „Natürlich bin ich sauer!“
"Muss man aufpassen" Baumann bewertet TSG-Krise
Oliver Baumann nimmt nach der vierten Pflichtspiel-Niederlage in Folge kein Blatt vor den Mund. Der Torhüter der TSG Hoffenheim erscheint wütend zum TV-Interview.
Oliver Baumann war bedient! Mit finsterer Miene erschien der Torhüter nach der 2:3-Niederlage der TSG Hoffenheim gegen Besiktas Istanbul zum TV-Interview. Der Ärger stand ihm nach der vierten Pleite in Serie ins Gesicht geschrieben.
Auch Moderatorin Laura Papendick merkte beim übertragenden Sender RTL an: „Ich sehe in Ihrem Gesicht, dass Sie ein bisschen geladen sind.“
Oliver Baumann gefrustet: „Natürlich bin ich sauer!“
Baumann erwiderte: „Mittlerweile geht’s“, fügte dann aber recht schnell hinzu: „Natürlich bin ich sauer!“ Bereits zum dritten Mal hintereinander hatte er mit der kriselnden TSG drei Gegentore kassiert, die Defensivprobleme reißen einfach nicht ab.
„Wir kriegen aktuell einfach zu viele Gegentore. Das kotzt natürlich an – gerade mich. Das ist ein Punkt, wo wir uns verbessern müssen“, ärgerte sich Baumann. Der 36-Jährige verwies auf die jüngsten Pleiten gegen den Hamburger SV (2:3) und den SC Paderborn (1:3): „Gerade in der Bundesliga waren einige Spiele dabei, in denen wir derjenige sind, der dafür sorgt, dass der Gegner gewinnt – und nicht der Gegner selbst. Das müssen wir uns schon ankreiden.“
Baumann verlor damit am Donnerstag auch das deutsche Torhüter-Duell mit Alexander Nübel, der bei Besiktas zwischen den Pfosten stand. Und dann kam es auch noch zu einem Doppel-Interview live im TV, der bestens gelaunte Nübel stand also die ganze Zeit daneben.
Den Teufel an die Wand malen wollte Baumann – noch – nicht. Es handle sich lediglich um eine Ergebniskrise. „Wir dürfen die Situation trotzdem nicht schlechter reden, als sie ist. Natürlich haben wir in der Europa League keine Punkte und in der Bundesliga zu wenige. Trotzdem waren es von Grund auf keine schlechten Spiele“, meinte der 13-malige Nationalspieler.
Was Sie im TV nicht gesehen haben
Papendick offenbarte den TV-Zuschauern, dass bei Baumann in der Werbepause „die Handschuhe ordentlich geflogen“ waren, was Lothar Matthäus wie folgt kommentierte: „Das verstehe ich. Völlig normal, dass man hier sauer ist.“
Der Rekordnationalspieler führte aus, dass genau solche Dinge zum Sport dazugehören. „Es wäre schlimm, wenn er sich nicht ärgern würde. Dann kann er gleich aufhören, Fußball zu spielen. Nach so einer Niederlage ärgert man sich, vor allem wenn man immer wieder durch eigene Fehler die Spiele verliert. Olli, es kommen wieder andere Zeiten“, richtete Matthäus aufmunternde Worte an den sichtlich niedergeschlagenen Baumann.
Matthäus hatte zudem über die gesamte Spieldauer enorme Abstimmungsprobleme in der Hoffenheimer Defensive ausgemacht. In Anbetracht von Baumann hieß es einfach nur: „Er kann ja am wenigsten dafür.“