Turner verpassen Team-Finale – Eder rettet die Bilanz
Die ersatzgeschwächte deutsche Turnerriege kann bei der WM in Rotterdam nicht mit der Weltspitze mithalten.
Durchwachsener Auftritt der deutschen Turner bei der WM in Rotterdam: Die Männerriege des Deutschen Turnerbundes (DTB) landete in der Qualifikation für den Team-Wettbewerb auf Rang 15 und verpasste mit 235,928 Punkten deutlich das Finale der besten acht Nationen am Dienstagabend. Auch in den Einzelwettbewerben konnten die deutschen Athleten nicht in der Weltspitze mitmischen, Timo Eder verhinderte immerhin eine noch schwächere Bilanz.
Boden-Patzer kosten Finalchance
„Unsere Leistung am Boden war der absolute Knackpunkt. Danach hatten wir keine Finalchance mehr. Fehler in dieser Häufigkeit hatte ich nicht erwartet“, sagte Bundestrainer Jens Milbradt: „Platz 15 ist unser aktueller Wert in der Welt, da gibt es nichts zu beschönigen. Wir haben insgesamt zu viele Punkte liegengelassen.“
Eder, Olympiateilnehmer von Paris, schaffte es zumindest denkbar knapp ins Mehrkampffinale. 78,432 Punkte reichten dem 21-Jährigen für den Einzug in den Wettkampf, bei dem am Donnerstagabend 24 Turner um die Medaillen kämpfen werden. 0,4 Punkte weniger hätten auch für Eder das Aus bedeutet. „Mein persönliches Ziel für das Mehrkampffinale ist es, mehr Punkte zu holen als diesmal“, sagte Eder.
Japan top, Stelmach zweitbester Deutscher
Zweitbester Deutscher in der Gesamtwertung war der in der Ukraine geborene Radomyr Stelmach, der erst seit diesem Jahr für Deutschland antritt, mit 76,931 Punkten. Barren-Europameister Nils Dunkel, der zuletzt mit einer Handverletzung zu kämpfen hatte, zeigte auf seinem Paradegerät mit 11,900 Zählern eine schwache Übung. Für ihn endete die WM wie auch für Stelmach, Glenn Trebing und Lucas Kochan ohne Finaleinzug.
Weitere News
Den besten Qualifikationswert im Team erturnte Japan (254,529 Punkte). Die Asiaten setzten sich vor Großbritannien (251,460) und den „neutralen Athleten“ aus Russland durch. Auch China, die USA, die Schweiz, die Niederlande und Kolumbien erreichten das Teamfinale.