Olijnykowa über Russen im Sport: „Teil der Propaganda“

von SID
Olijnykowa über Russen im Sport: „Teil der Propaganda“

Die ukrainische Tennisspielerin hält nichts von der fortschreitenden Normalisierung des russischen Sportsystems.

Eine mögliche Teilnahme an der Eishockey-WM im kommenden Jahr in Deutschland, die geplante Austragung der Gewichtheber-WM 2030 und weitere Beispiele: Der russische Sport drängt nach und nach zurück auf die internationale Bühne. Die ukrainische Tennisspielerin Oleksandra Olijnykowa sieht darin eine „schreckliche“ Entwicklung: „Diese Menschen sind Teil der russischen Propaganda“, sagte die 25-Jährige der Nachrichtenagentur AFP.

„Es ist ein Sieg für die russische Propaganda – als hätte man die Menschen und die Symbole eines Landes akzeptiert, das jeden Tag Menschen tötet. Man hat die Menschen akzeptiert, die diese schrecklichen Dinge unterstützen“, führte Olijnykowa aus, die vom Krieg in ihrem Heimatland direkt betroffen ist. Die Nummer 62 der WTA-Weltrangliste hat ihren Wohnsitz in der Hauptstadt Kiew, ihr Vater und ihr Lebensgefährte sind Teil der ukrainischen Streitkräfte.

„Wenn ich die Nachrichten sehe, empfinde ich großes Mitgefühl, und für mich ist es sehr schmerzhaft, das mit anzusehen“, sagte Olijnykowa: „Wenn ich nach Hause komme, lebe ich unter Beschuss, ich sehe zerstörte Gebäude.“ Olijnykowa hatte bereits bei den Australian Open im Januar auf verschiedenen Wegen auf die Situation in ihrer Heimat hingewiesen und Kritik am Vorgehen der Sportverbände zum Ausdruck gebracht.

Im Juli hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Beschränkungen für russische Athleten gelockert und ihnen den Weg dafür geebnet, an Qualifikationswettkämpfen für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles teilzunehmen. Viele internationale Sportverbände folgen seither dieser Linie. Im Tennis sind russische und belarussische Sportlerinnen schon lange unter neutraler Flagge Teil der Tour.