VfB erleidet wilde Champions-League-Pleite im Hexenkessel
Die Stuttgarter kassieren nach einer wilden ersten halben Stunde ihre erste Niederlage in der Königsklasse.
Der VfB Stuttgart hat im ohrenbetäubenden Hexenkessel von Istanbul seine erste Niederlage in der Champions League kassiert. Bei Galatasaray unterlagen die Schwaben trotz einer guten zweiten Halbzeit mit 0:2 (0:2). Während die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß neben Schwächen in der Abwehr erneut auch Mängel im Abschluss offenbarte, traf der 21 Jahre alte Russe Alexei Batrakow doppelt (12./15.).
Nach einem mutigen Beginn und einer leichtfertig vergebenen Großchance für Jamie Leweling (8.) drohte der VfB zunächst unter die Räder zu kommen. Erst nach einer wilden ersten halben Stunde kam der VfB besser ins Spiel, vergab aber vor allem nach der Pause zahlreiche gute Chancen, um dem Spiel noch eine Wende zu geben.
Hohe Intensität in Istanbul
Nach zuvor zwei Siegen und einem Unentschieden schmälert die Niederlage beim Rekordmeister der Türkei, bei dem die ehemaligen Nationalspieler Leroy Sané und Ilkay Gündogan nur auf der Bank saßen, die Chancen auf die direkte Qualifikation für das Achtelfinale. Das fünfte Spiel in der Ligaphase bestreitet der VfB am 25. November zuhause gegen Inter Mailand.
Das Spiel war vom Anpfiff weg von hoher Intensität geprägt, permanent begleitet vom Höllenlärm, den die Anhänger von „Gala“ wie erwartet verursachten. Der VfB hätte dennoch früh für etwas Ruhe sorgen können. Nach einer Flanke von Maximilian Mittelstädt traf Leweling aber nur den linken Pfosten, von wo aus der Ball an den rechten Pfosten und zurück ins Feld flog (8.).
Nach einem mutigem Beginn verlor der VfB schnell den Überblick im Angriffswirbel der Gastgeber. Erst drosch Batrakow eine verunglückte Abwehr von Jeff Chabot präzise ins Tordreieck, nur drei Minuten später traf der Russe durch die Beine von Torhüter Fabian Bredlow, der den Vorzug vor Dennis Seimen erhalten hatte. Den nächsten Schuss des 21-Jährigen konnte er gerade so parieren (22.).
„Wir hatten eine sher gute Chance in Führung zu gehen. Hatten davor auch schon, ein, zwei ganz gute Durchbrüche am Flügel, waren im letzten Drittel gefährlich. Ich hatte das Gefühl, das Spiel ist gerade auf unserer Seite. Genau in der Phase, muss man im Nachhinein sagen, verlieren wir das Spiel“, kriegen wir zwei Tore“, analysierte Sebastian Hoeneß den Doppelschlag nach dem Spiel am DAZN-Mikrofon.
Karazor verletzt sich bei Türkei-Rückkehr
Zu allem Überfluss kam auch die frühe Auswechslung von Atakan Karazor hinzu (17.), der türkische Nationalspieler habe „einen Pferdekuss“ erlitten, erklärte Hoenß. Es kam der 19 Jahre alte Österreicher Yanik Spalt, dem sein Trainer „ein riesen Spiel“ attestierte.
Die Emotionen waren dabei weiter am Anschlag, bestens zu beobachten bei einer Rauferei am Spielfeldrand nach einem Zweikampf zwischen Chris Führich und Baris Yilmaz (37.).
Das Spiel blieb auch nach der Pause ruppig und zerfahren, der VfB aber bewegte sich nun mindestens auf Augenhöhe beim erkennbaren Bemühen, den Rückstand wettzumachen. Nur an der Effizienz haperte es wie so oft in dieser Saison. Der gute Chris Führich schlenzte am Tor vorbei (57.), Schüsse von Deniz Undav (63.) und erneut Führich (65.) parierte der starke Ugurcan Cakir. Und ein Treffer von Führich wurde wegen Abseits aberkannt (75.). Kurz vor Schluss scheiterte auch Dzenan Pejcinovic am Istanbuler Torhüter (86.).
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Ermedin Demirovic, der im Sommer noch mit einem Wechsel zu Galatasaray in Verbindung gebracht wurde zeigte sich im Nachgang beeindruckt: „Für mich war es allgemein ein sehr besonderes Spiel. Ich war das erste Mal in der Türkei, überragende Atmosphäre, also wirklich sowas habe ich noch nie erlebt. So eine Lautstärke, so ein Support, nistdestotrotz natürlich war es ein Champions League Spiel, was wir gewinnen wollten.“