El Mala schimpft nach Derbypleite gegen Leverkusen
"Stoßt ihr derzeit an Grenzen, Herr Rolfes?"
Aleix García leitet mit einem schönen Freistoß den Leverkusener Derbysieg ein. Kölns Said El Mala verschafft seinem Ärger über die Spielweise der Werkself nach Abpfiff Luft und wählt deutliche Worte.
Auch dank eines Geniestreichs von Streitfigur Aleix García hat Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen seine drohende Krise abgewendet. Nach wettbewerbsübergreifend drei Niederlagen aus den jüngsten vier Partien befreite sich die Werkself mit einem 2:1 (1:0) im Derby beim 1. FC Köln und geht als Tabellenfünfter in die Länderspielpause.
In einer hitzigen Partie hatte García die Werkself früh mit einem sehenswerten Freistoß in Führung gebracht (7.), Patrick Schick erhöhte kurz vor Schluss (86.), Said El Malas Anschluss kam zu spät (90+2.). Ebenjener El Mala war es dann auch, der nach Abpfiff deutliche Worte an die Leverkusener richtete und seinem offensichtlichen Ärger über die Derbyniederlage Luft verschaffte.
El Mala schimpft: „Hat nichts mit Fußball zu tun“
Dabei störte El Mala vor allem eines: Die vermeintlich theatralische Spielweise der Leverkusener. „Wir sind ihnen richtig auf den Sack gegangen, die hatten da gar keine Lust drauf. Das hat man gemerkt. Bei jedem Foul, wie oft die sich gedreht haben. Das hat nichts mit Fußball zu tun meiner Meinung nach. Das ist schon ein bisschen lächerlich“, schimpfte er bei DAZN.
Doch auch ein weiterer Punkt brachte El Mala auf die Palme: In der zweiten Halbzeit waren des Öfteren Kölner Spieler nach einem Zweikampf auf dem Boden liegen geblieben, der Schiedsrichter unterbrach die Partie jedoch nicht und Leverkusen spielte weiter. „Fußball ist immer noch ein Fair-Play-Sport. Wenn einer liegt und die Leverkusener weiterspielen: Das geht überhaupt nicht in meinen Kopf, warum man das macht“, sagte der Nationalspieler. „Wir hören auf zu spielen und die spielen einfach weiter.“
Köln kassierte gegen die Nachbarn von der anderen Rheinseite die erste Heimpleite. Das Team von Trainer René Wagner kann sich weiterhin nicht entscheidend aus dem Sog der Abstiegsplätze befreien, dabei lief es bei der Werkself in den vergangenen Wochen auch nicht allzu rund.
Nach Andrich-Kritik: García leitet Derbysieg ein
Nach dem erschreckend schwachen 0:1 in der Europa League gegen Olympique Marseille war Bayer unter Druck. Ex-Kapitän Robert Andrich äußerte „Sorgen“ – und er hinterfragte die „Einstellung“ des bei Trainer Carles Martinez unumstrittenen García öffentlich. Ausgerechnet jener García leitete mit seinem Tor den Derbysieg ein. „Nach der Niederlage zu Hause, war es heute das Wichtigste, als Gruppe aufzutreten“, beschrieb Martinez nun nach Spielende. „Und das haben wir geschafft.“
Das Duell bot einen packenden Auftakt mit Chancen auf beiden Seiten, hart geführten Zweikämpfen und: der frühen Wiedergutmachung von García. Den Freistoß hob er aus zentraler Position über die FC-Mauer und links oben ins Eck. „Den macht er gut, das muss dann leider auch anerkennen“, sagte FC-Keeper Marvin Schwäbe. Auf der anderen Seite verpasste die FC-Offensive die direkte Antwort. Verteidiger Sebastian Sebulonsen schloss nach einem Konter zu mittig ab, Bayer-Schlussmann Mark Flekken parierte (10.).
El Mala auf El Mala: Bruder-Tor kommt zu spät
Danach nahm die Offensivlust ab, auf Betriebstemperatur kam die Partie erst wieder nach der Pause. Nachdem Mikey Moore zu Fall gekommen war, forderte Köln einen Foulelfmeter und wollte den Ball mit Rücksicht auf den verletzten Spieler ins Aus spielen. Leverkusen attackierte aber und stibitzte den Ball. Wütende Zweikämpfe, eine hitzige Atmosphäre und eine Rudelbildung waren die Folge (50.). Schiedsrichter Zwayer versuchte die Partie mit Gelben Karten zu beruhigen, Strafstoß gab es nicht.
Köln rannte nach dem Rückstand immer mutiger an, Leverkusen lauerte auf Konter. Schick (59.) und Maza (62.) verpassten die Vorentscheidung. In der Schlussphase wurde Schick ein Treffer wegen Handspiels im Vorfeld aberkannt (82.), dann ließ er Joel Schmid ins Leere rutschen und vollendete eiskalt. Der Anschluss von El Mala kam zu spät. Dennoch besonders: Den Assist verbuchte Saids Bruder Malek, der am vergangenen Wochenende seinen ersten Bundesligatreffer erzielt hatte.