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Beko BBL ALBA Berlin FC Bayern München Brose Baskets Bamberg Beko BBL
Beko BBL ALBA Berlin FC Bayern München Brose Baskets Bamberg Beko BBL © Getty Images
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Bamberg - Die deutsche Basketball-Liga will Nummer 1 Europas werden. Bayern, Bamberg und ALBA spielen eine Schlüsselrolle in diesem Plan - der auch Opfer fordern wird.

Der neue Boss hat ein ehrgeiziges Projekt übernommen.

Dr. Stefan Holz will die Beko BBL als Geschäftsführer in fünf Jahren zur besten Liga Europas machen. Diese Agenda 2020 stand im Mittelpunkt des Kickoff-Meetings vor dem Champions Cup zwischen Meister Brose Baskets Bamberg und Pokalsieger EWE Baskets Oldenburg.

Angesichts der Tatasache, dass noch kein Klub auch nur das Viertelfinale der Euroleague erreicht hat, ist das vor allem sportlich ein ambitioniertes Ziel. Wie soll es erreicht werden?

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Bamberg, Bayern und Berlin als Zugpferde

Marco Baldi ist Geschäftsführer von ALBA Berlin
Marco Baldi ist Geschäftsführer von ALBA Berlin © Getty Images

"Es kommt immer darauf an, wie man die beste Liga definiert", sagt Marco Baldi, langjähriger Macher bei ALBA Berlin, auf SPORT1-Nachfrage: "Bei den Zuschauern beispielsweise sind wir die Nummer zwei. Da halte ich die Spitze für realistisch." Handlungsbedarf sieht Baldi aber auch in diesem Punkt - wie in allen.

Marketing-Profi Holz setzt vor allem auf die Erhöhung des Bekanntheitsgrades, um so das Fundament zu verbreitern und "die Faszination Basketball auch jenseits der Hardcore-Fans" zu steigern.

Auf dem Weg dorthin sind die drei Zugpferde - der FC Bayern, ALBA und Meister Brose Baskets Bamberg - ein Schlüsselfaktor. Wobei ihre Rolle innerhalb der Liga zwiespältig gesehen wird.

Harter Wettbewerb statt Rücksicht

Einen gewissen Sozialdarwinismus bringen die Expansionspläne mit sich. Wer weiter in der ersten Liga mitmischen will, braucht Wachstum oder wird verdrängt - man blicke auf die Artland Dragons.

"Wenn du dich entwickeln willst, kannst du nie alle glücklich machen", findet Baldi: "Es klingt hart, aber wer keinen Beitrag leisten kann, muss nicht künstlich in der Elite gehalten werden. Wenn deutsche Klubs in den Top Acht in Europa spielen, ist das auch gut für Crailsheim, egal ob sie erste, zweite oder dritte Liga spielen."

Hochkarätige neue Gesichter

Positive Anzeichen gibt es durchaus. Die hochkarätigen Bamberger Neuzugänge Nikos Zisis, Nicolo Melli oder auch K.C. Rivers beim FC Bayern wären vor Jahren noch utopisch gewesen. Zudem sind in der kommenden Saison gleich acht Vereine in europäischen Wettbewerben vertreten.

Gleichzeitig gaben mehr als die Hälfte der in Bamberg versammelten Klubvertreter den Klassenerhalt als oberstes Ziel an.

Wie der Spagat zwischen Realismus und Ambition geht, macht ALBA vor: Finanziell liegen sie deutlich hinter Bamberg oder Bayern und beißen sich doch Jahr für Jahr an beiden fest.

"Wir sind der populärste Klub in Deutschland, die Etatlücke werden wir nicht schließen. Für die Entwicklung insgesamt ist das aber gut. Gleichmacherei bringt uns nicht voran", erklärte Baldi.

Baldi spricht von BBL-Reduzierung

Der ALBA-Boss hält zudem mit Blick auf die Entwicklung in der Euroleague und der  auch eine Reduzierung der Liga auf 16 Teams für sinnvoll. "Wir werden in zwei Jahren vier Wochen weniger Basketball haben", sagte Baldi mit Blick darauf, dass es ab 2017 Länderspielpausen geben soll: "Wir müssen schlanker und flexibler werden."

Noch ein entscheidender Punkt im Projekt Basketball-Großmacht: der Nachwuchs.

"Wir haben 200.000 bis 250.000 Basketballer in Deutschland, in Spanien sind es 1,5 Millionen. Da müssen wir als Klubs und als Liga angreifen. Das geht nur mit Schulprogrammen, mit professionellen Jugendprogrammen, mit Trainern. Das ist genauso wichtig, wie die Profimannschaften", sagte Bambergs Geschäftsführer Rolf Beyer.

Der deutsche Basketball steht in allen Belangen vor großen Herausforderungen.

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