vergrößernverkleinern
Wade Baldwin stand zuletzt bei Olympiakos Piräus unter Vertrag
Wade Baldwin stand zuletzt bei Olympiakos Piräus unter Vertrag © Imago
Lesedauer: 4 Minuten
teilenE-MailKommentare

München - Wade Baldwin trägt künftig das Trikot von Bayern München in der easyCredit BBL. Die Geschichte des früheren NBA-Profi ist kurios.

Der FC Bayern München aus der easyCredit BBL hat am Montag seinen ersten Neuzugang verpflichtet.

Mit Ex-NBA-Profi Wade Baldwin IV ist das zumindest ein prominenter Name - doch was kann der 24-Jährige den Bayern bringen?

Zuletzt war Baldwin in Griechenland bei Olympiakos Piräus aktiv, wo er in 24 EuroLeague-Einsätzen pro Partie 5,5 Punkte in knapp 17 Minuten Spielzeit erzielte.

Anzeige

Baldwin überzeugte gegen Bayern

Seinen überzeugendsten Auftritt hinterließ Baldwin gegen den FC Bayern, als er bei der 82:85-Niederlage der Griechen im Audi Dome 19 Punkte erzielte. Die Münchner hoffen darum, dass Baldwin mit regelmäßigen Einsätzen mehr bringen kann als bei Piräus, das im vergangenen Jahr nur in der EuroLeague angetreten war.

Wade Baldwin (r.) überzeugte beim Auftritt in München
Wade Baldwin (r.) überzeugte beim Auftritt in München © Imago

"Wade wird uns vor allem eine enorme Zähigkeit, Härte, Energie und Physis geben", sagte Bayern-Sportdirektor Daniele Baiesi über Baldwin, der auf beiden Guard-Positionen einsetzbar ist.

Baiesi fügte an, der Klub habe sich "schon vor einem Jahr intensiv mit ihm beschäftigt und hätten ihn gern geholt." Nach den Abgängen von Maodo Lo und Kapitän Danilo Barthel, der seinen Schritt im SPORT1-Interview begründete, ist Baldwin der erste Neuzugang.

Athletisch, aber kein Playmaker

"Ich will viel Energie liefern, außerdem viel Konstanz, man kann sich auf mich verlassen, und das jeden Tag", sagte Baldwin selbst zu seinem Wechsel.

Neu-Coach Andrea Trinchieri hatte bei seiner Vorstellung betont, Bayern wolle "ein athletisches Team sein und flexibel auf den einzelnen Positionen". In dieses Schema passt der Combo-Guard, der in der NBA 56 Mal zum Einsatz kam.

Der Dreier gehört nicht zu seinen Stärken, auch das Playmaking ist sicher ausbaufähig - hier hat Bayern noch Verbesserungsbedarf. Neben seiner Athletik kann Baldwin mit seinem Zug zum Korb punkten, auch in der Defense kann er mit seiner Spannweite eine Waffe werden.

Meistgelesene Artikel

Baldwin ein schlechter Teamkollege?

Baldwin wurde im NBA-Draft 2016 in der ersten Runde an Position 17 von den Memphis Grizzlies ausgewählt, die ihn allerdings bereits vor dem zweiten Jahr entließen - ungewöhnlich für einen derart hohen Pick. Allerdings hatte er aber offenbar Probleme mit der Einstellung.

Als der damalige Grizzlies-Coach David Fizdale darauf angesprochen wurde, was Baldwin verbessern könne, antwortete er: "Ein besserer Teamkollege sein."

Alle Spiele der easyCredit Basketball Bundesliga inkl. Playoffs und des BBL-Pokals live. Die Highlights und alle Spiele jederzeit auch auf Abruf nur bei MAGENTA SPORT! | ANZEIGE

Fizdale weiter: "Wenn du in dieser Liga ein guter Point Guard sein willst, der auf das höchste Level kommt, müssen deine Teamkollegen es mögen, mit dir zu spielen."

Er habe den Eindruck vermittelt, nicht aufgeschlossen zu sein, hieß es, Teamkollegen beschwerten sich offenbar darüber, dass Baldwin zu übermütig sei.

Historisches NBA-Debüt

Dabei war sein Debüt in Memphis überaus vielversprechend. Nach seinem ersten Einsatz standen sieben Punkte, fünf Rebounds, sechs Assists, drei Steals und drei Blocks auf dem Statistikzettel.

Historische Zahlen, den Baldwin war damit laut US-Medien der erste NBA-Profi seit 1983-84 mit einem 5x3-Spiel - Werten mit mindestens drei in fünf Kategorien - beim Debüt.

Wade Baldwin spielte 2016 für die Memphis Grizzlies
Wade Baldwin spielte 2016 für die Memphis Grizzlies © Getty Images

So ging es aber nicht weiter: In seiner Rookie-Saison erzielte er durchschnittlich 3,2 in 33 NBA-Partien für Memphis, dazu sammelte er in der G-League Erfahrungen.

Unfassbare Trade-Odyssee

In seinem zweiten und dritten Jahr erhielt er nach seinem Grizzlies-Aus eine Chance bei den Portland Trail Blazers, bei denen er auf 5,4 (17/18) und 1,9 Punkte (18/19) pro Partie kam. Dazu spielte er bei den Texas Legends, dem G-League-Team der Dallas Mavericks.

Später lernte Baldwin, der an der Highschool mit NBA-Star Karl-Anthony Towns spielte und am College für Vanderbilt auflief, das harte NBA-Business endgültig kennen. Am 4. Februar 2019 wurde er zu den Cleveland Cavaliers getradet, drei Tage später ging es weiter zu den Houston Rockets.

Wenige Stunden danach wiederum schickte ihn Houston zu den Indiana Pacers, die ihn am 8. Februar wiederum entließen. Anschließend unternahm er bei den Raptors 905 einen neuen Anlauf in der G-League, ehe er im Sommer 2019 bei Olympiakos unterschrieb.

Findet Baldwin jetzt bei den Bayern sein Glück?

Nächste Artikel
previous article imagenext article image