Cross teilt sich mit Taylor den Pokal
teilenE-MailKommentare

München - Rob Cross ist erst seit 2015 Profi-Dartspieler. Bereits 2018 sichert er sich seinen ersten WM-Titel in der PDC. SPORT1 zeigt seine steile Karriere und Erfolge.

Rob Cross brauchte lange, bis er den Weg zum professionellen Darts-Spieler fand, avancierte dann aber zum Senkrechtstarter par Excellence. Den vorläufigen Höhepunkt seiner noch jungen Karriere feierte Cross mit dem Gewinn der PDC World Darts Championship 2018. (Die Darts-WM ab Donnerstag, 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, im LIVESTREAM und im LIVETICKER)

Nach Siegen gegen Seigo Asada, Michael Smith, John Henderson und Dmitri Van den Bergh traf "The Voltage" im Halbfinale auf Michael van Gerwen. Der Mann aus Kent ließ sich von dem großen Namen aber nicht einschüchtern und besiegte den Niederländer mit 6:5 nach Sudden Death.

Der ausschlaggebende Motivationsschub für den Erfolg über Titelverteidiger MvG war nach Cross' eigener Aussage sein Sohn, der nach der jüngsten Niederlage gegen van Gerwen in Tränen ausgebrochen sei: "Das konnte so für mich nicht weitergehen", sagte Cross.

Michael van Gerwen, Rob Cross
Auch Michael van Gerwen konnte Rob Cross bei der PDC-WM 2018 nicht stoppen © Getty Images

Im Finale wartete schließlich die Darts-Legende schlechthin. Und gleichzeitig auch Cross' großes Vorbild, wie er im Interview mit SPORT1 betonte: "Er ist mein Held, ich bin mit ihm groß geworden, deswegen war es ein Privileg für mich, gegen ihn zu spielen." Phil Taylor, der in Cross' Geburtsjahr zum ersten Mal Weltmeister wurde, hatte vor dem Turnier sein Karriereende angekündigt und wollte stilecht mit seinem 15. PDC-Titel abtreten. Aber Cross zeigte ein überragendes Finale und deklassierte den Altmeister mit 7:2.

So gnadenlos schickte der neue Champ Taylor in Rente

Taylor erkennt sich in Cross wieder

Eine Leistung, die auch Rekordweltmeister Taylor viel Anerkennung abverlangte. "Er ist so, wie ich es vor 30 Jahren war", zollte er dem neuen Weltmeister direkt nach dem Finale Respekt.

Damit liegt Taylor auch gar nicht so falsch. Neben seiner hohen Anzahl an 180-Maxima überzeugt Cross vor allem mit seiner Nervenstärke. Gerade bei den High-Finishes über 100 Punkte ist Cross enorm sicher. Dazu hat er mit 70 Prozent eine beeindruckende Trefferquote auf die Doppelfelder.

"Ich würde sagen, Darts ist vielleicht zu 15 Prozent werfen, der Rest ist mentale Stärke", erklärte Cross seine Finisher-Qualitäten in einem Independent-Interview.

Der lange Weg zum Profi

Aber bis zur Weltmeisterkrone musste Cross viele Hürden nehmen. Den Weg zum Darts fand er schon früh. Bereits mit elf Jahren begann er, Darts zu spielen. Nur vier Jahren später hatte er schon erste Erfolge auf regionalen Turnieren vorzuweisen und war auf dem Weg, sich einen Namen zu machen.

Aber mit der Geburt seines ersten Kindes, Cross war gerade 20, standen für ihn neue Prioritäten im Vordergrund. Er setzte mit dem Darts aus und sicherte als Elektriker – der Beruf brachte ihm seinen späteren Darts-Spitznamen "The Voltage" – für den Familienunterhalt.

ANZEIGE: Spielen wie die Profis – Hier geht es zum SPORT1-Darts-Shop

Ein Umstand, der ihn nachträglich für das knallharte Leben im Darts abhärten sollte. "Wäre ich früher Darts-Profi geworden, hätte mich das Spiel wahrscheinlich mental zerbrochen. Du bist einfach noch nicht reif genug, um mit der Bühne und dem Druck umzugehen. Einige Leute würden es vielleicht Arroganz nennen. Aber du brauchst dieses bisschen Arroganz, um das zu tun."

Aber zum Glück für die Dartswelt konnte er nicht ganz von den kleinen Pfeilen lassen. Er spielte immer wieder kleinere Turniere, bis er 2015 erstmals auf der großen Bühne auf sich aufmerksam machte. Bei der BDO-Veranstaltung World Masters erreichte er die Runde der letzten 48.

Der Durchbruch

2016 kam dann sein großer Durchbruch. Sein Onkel überredete ihn, bei den UK Open zu starten - und er warf er sich bis in die Runde der letzten 32, wo er erst gegen den späteren Sieger Michael van Gerwen mit 5:9 verlor. Jetzt hatte Cross Blut geleckt und wollte wissen, wie gut er wirklich sein kann. Er spielte die PDC Challenge Tour und gewann drei der 16 Turniere. Am Ende stand er in der Challenge Tour Order of Merit auf Rang eins - und erhielt eine Tourkarte für die PDC Pro Tour 2017 und 2018.

Achtelfinale! Der Weltmeister lässt nichts anbrennen

Infolgedessen gab er seinen Beruf auf und wechselte in das Profilager: "Ich musste meinen 'normalen' Job aufgeben und wurde Darts-Profi in Vollzeit. Jetzt darf ich das machen, was ich wirklich liebe, und das ist Dartspielen." Bei den UK Open 2017 erreichte er direkt das Achtelfinale, wo er - erneut gegen den späteren Sieger - Peter "Snakebite" Wright mit 6:10 unterlag. Beim World Matchplay 2017 war ebenfalls im Achtelfinale Schluss. Dort unterlag er Adrian Lewis mit 8:11.

Rob Cross steht erst seit kurzem im Rampenlicht des Dartsports
Rob Cross steht erst seit kurzem im Rampenlicht des Dartsports © Getty Images

Doch nach nicht einmal drei Monaten als Profi konnte er mit dem Sieg beim 3. Players Championship Event seinen ersten Profi-Titel gewinnen. Diesen Erfolg konnte er beim 12. Players Championship Event wiederholen. Als Folge seines erfolgreichen ersten Profijahres qualifizierte sich Cross für die Darts-WM 2018, wo er Taylor in die Darts-Rente schicken sollte.

Nach seinem überraschenden WM-Triumph musste er die eine oder andere nicht erwartete Niederlage einstecken - unter anderem gegen zwei Deutsche. Gegen den späteren Turniersieger Max Hopp unterlag er bei den German Open, Martin Schindler musste er sich bei der Players-Championship-Serie in Wigan geschlagen geben.

ANZEIGE: Tickets für das große Public Viewing in Essen gibt es HIER

Angekommen in der Weltelite

Dennoch ist Cross mittlerweile eine feste Größe, die auch bei der Darts-WM 2019 zum Favoritenkreis zählt. Und wenn es nach Cross geht, wird er nicht zu lange warten müssen, bis er sich zum zweiten Mal zum Weltmeister kürt:

"Das wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich den WM-Pokal in die Höhe stemme. Ich habe dieses Jahr viel mehr Erfahrungen gesammelt als in dem Jahr davor. Ich denke, an meinem Spiel ist nicht so viel verkehrt, ich muss nicht viel ändern. Ich muss es nur immer abrufen können, sobald ich auf der Bühne stehe. Ich rechne damit, dass ich das Spiel in drei Jahren dominiere."

Und neben den Titelgewinnen soll es für ihn auch in der Order of Merit ganz nach oben gehen. Einen genauen Zeitplan hat Cross dafür jedoch nicht: "Vielleicht in drei, vier, fünf Jahren? Aber ich werde mir da keinen Druck machen und irgendetwas erzwingen."

Die Weltmeisterschaftstrophäe möchte Rob Cross noch ein zweites Mal in die Höhe stemmen
Die Weltmeisterschaftstrophäe möchte Rob Cross noch ein zweites Mal in die Höhe stemmen © Getty Images

Wir werden also noch viel von ihm hören und können gespannt sein, ob sich seine Vorhersage bewahrheitet.

Rob Cross - Der Spätzünder

Geboren:  21.9.1990 in (Prembury England)
Familienstand: Verheiratet, 3 Kinder
Spitzname: The Voltage
Wurfhand: rechts
Einlaufmusik: "Hot Hot Hot" von Arrow

Karriereerfolge (Auswahl)

2018: PDC Weltmeister; Halbfinale: Premier League; Viertelfinale: UK Open, World Matchplay, The Master und World Cup of Darts (mit Dave Chisnall)
2017: Finale: European Darts Championship; Halbfinale: Players Championship Finals; Viertelfinale: World Matchplay und Grand Slam of Darts

Rob Cross in den sozialen Netzwerken

Twitter, Instagram, Facebook

Nächste Artikel
previous article imagenext article image