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Simon Whitlock zählt zu den beliebtesten Spielern auf der PDC-Tour
Simon Whitlock zählt zu den beliebtesten Spielern auf der PDC-Tour © Getty Images
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München - Bereits zweimal erreicht Simon Whitlock das Finale einer Darts-WM. Privat hat er einige ungewöhnliche Hobbies. SPORT1 zeigt seine Karriere und Erfolge.

Simon Whitlock - Der "Magier" des Darts

Geboren: 3.3.1969 in Cessnock (Australien)

Spitzname: The Wizard
Wurfhand: Rechts
Einlaufmusik: "Down Under" von Men at Work

Simon Whitlock zählt mit Abstand zu den besten australischen Darts-Spielern der Geschichte. Bereits 1984 begann "The Wizard" mit dem Pfeilewerfen, erste überregionale Erfolge konnte er allerdings erst ab 2002 feiern.

Seine Leidenschaft für den Darts-Sport kommt nicht von ungefähr. "Sowohl meine Mutter als auch mein Vater haben Darts gespielt", erzählte er in einem Interview. "Beide kamen vor mehr als 40 Jahren aus England nach Australien" - also aus dem Mutterland des Darts.

Neben seiner sportlichen Leistung sorgt er vor allem durch seinen langen Kinnbart und seinen Zopf, die inzwischen zu seinem Markenzeichen geworden sind, für Aufsehen.

Karrierestart bei der PDC und Wechsel zur BDO

Anders als die meisten anderen professionellen Spieler begann Whitlock seine internationale Karriere auf der großen Bühne nicht bei der BDO sondern direkt bei der PDC. Nach Siegen bei einigen großen Turnieren in seinem Heimatland, unter anderem den Oceanic Masters und den Australian Masters, konnte er sich 2003 erstmals für die PDC-WM qualifizieren.

Bei der Weltmeisterschaft 2003 gab Simon Whitlock sein Debüt
Bei der Weltmeisterschaft 2003 gab Simon Whitlock sein Debüt © Getty Images

Obwohl ihm bereits bei seiner Premiere sensationell der Einzug in die zweite Runde gelang, entschied er sich im Anschluss daran, seine Karriere vorerst beim Konkurrenzverband BDO fortzusetzen. Ausschlaggebend dafür waren insbesondere die hohen Reisekosten zu den PDC-Turnieren sowie der enge Terminplan im Gegensatz zur BDO.

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Nach einem schwierigen ersten Jahr gelang es dem gelernten Maurer 2005 erstmals in ein WM-Halbfinale einzuziehen. In der Folge entwickelte er sich zu einem der besten Spieler des Verbands und qualifizierte sich als Führender in der Rangliste des australischen Grand Prix 2008 zum zweiten Mal für die Weltmeisterschaft der PDC.

Erstes WM-Finale 2008

Da er zu dieser Zeit aber noch immer bei der BDO unter Vertrag stand und auch dort einen WM-Startplatz garantiert hatte, stellte sich die große Frage, für welches Turnier er sich entscheiden würde.

Simon Whitlock traf im Finale der BDO-WM 2008 auf Mark Webster
Simon Whitlock stand 2008 im Finale der BDO-WM gegen Mark Webster © Getty Images

Mit seiner Entscheidung zu Gunsten der Lakeside World Professional Darts Championship lag der damals 38-Jährige letztendlich goldrichtig. In einem der besten Turniere seiner Laufbahn zog er 2008 ins Finale der BDO-WM ein und musste sich dort knapp mit 5:7 gegen den Waliser Mark Webster geschlagen geben. 

Rückkehr zur PDC und privater Rückschlag

Ab 2009 wagte Whitlock dann einen zweiten Versuch bei der Professional Darts Corporation. Dort konnte er sofort an die Erfolge aus der Vergangenheit anknüpfen und zog bei der Weltmeisterschaft 2010 ins Finale ein. Wie bereits zwei Jahre zuvor musste er sich allerdings erneut geschlagen gebe - diesmal der Darts-Legende Phil Taylor. Damit ist Whitlock der bis heute erste und einzige Spieler, der in beiden Verbänden ein WM-Finale erreichen konnte, ohne dieses zu gewinnen.

Im WM-Finale 2010 unterlag Simon Whitlock gegen Phil Taylor
Simon Whitlock unterlag im PDC-WM-Finale 2010 gegen Phil Taylor © Getty Images

Privat hatte er in dieser Zeit jedoch eine seiner schwersten Phasen zu überstehen. "Meine Frau und ich haben uns kürzlich getrennt, und sie will nicht, dass ich die Kinder sehe oder mit ihnen telefoniere", berichtete der Familienmensch damals in einem Interview mit Darts1.

Im Jahr 2012 erlebte er dann das vielleicht beste Jahr seiner Karriere. Er gewann durch einen 11:5-Finalsieg gegen Wes Newton die European Darts Championship und das Dutch Masters und zog ins Finale der Premier League Darts und des World Cup of Darts ein. Zudem erreichte er bei der WM und den Players Championship Finals jeweils das Halbfinale.

Ungewöhnliche Hobbies als Kontrastprogramm zum Darts

Nach soliden Leistungen in den beiden darauffolgenden Jahren - WM-Viertelfinale 2013 (1:5 gegen Raymond van Barneveld) und WM-Halbfinale 2014 (2:6 gegen Peter Wright) erlebte Whitlock ab 2015 einen stetigen Abstieg. Seine ehemals große stärke auf die Doppel entwickelte sich immer mehr zu einem echten Problem, von welchem er sich erst gegen Mitte des Jahres 2016 wieder rehabilitieren konnte.

Zuletzt erreichte er bei den World Series of Darts Finals das Viertelfinale, unterlag dort aber gegen Gerwyn Price. Beim Grand Slam of Darts sorgt er gegen den selben Gegner mit zwei 170er-Finishes für Aufsehen.

Zwei 170er-Finishes! Wahnsinn beim Wizard

Kraft zieht er in abseits des Sports vor allem aus seinen, für einen Darts-Profi recht ungewöhnlichen, Hobbies. "Ich interessiere mich für tropische Fische und dann ziehe gerne mein eigenes Gemüse", verriet er. 

Karriereerfolge (Auswahl)

PDC:

2018: Viertelfinale World Series of Darts Finals
2017: Finale World Grand Prix, Halbfinale Melbourne Darts Masters
2014: Halbfinale PDC-WM, Halbfinale World Matchplay
2013: Finale European Darts Championship 
2012: Sieger European Darts Championship, Sieger Dutch Masters, Finale Premier League Darts, Finale World Cup of Darts (mit Paul Nicholson), Halbfinale PDC-WM, Halbfinale Players Championship Finals
2010: Finale PDC-WM, Halbfinale World Matchplay

BDO:

2008: Finale BDO-WM
2006: Halbfinale International Darts League
2005: Halbfinale BDO-WM, Halbfinale International Darts League

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