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München - SPORT1-Experte und Profi Robert Marijanovic erklärt den Zoff zwischen Peter Wright und Gerwyn Price. Die Siegesserie von Michael van Gerwen könnte zum Problem werden.

Liebe Darts-Fans,

die Halbfinals bei der Darts-WM haben das Finale Peter Wright gegen Michael van Gerwen hervorgebracht. Dass Wright im Endspiel steht, überrascht mich mehr als die Teilnahme von MvG, auch wenn ich schon vor der WM gesagt habe, dass man ihm alles zutrauen kann. (Die Darts-WM 2020 LIVE im TV auf SPORT1, im LIVESTREAM und LIVETICKER)

Van Gerwen hat im Halbfinale gegen Nathan Aspinall genau so viel gemacht, wie nötig war. Er hat ihm am Anfang ein paar Chancen gelassen, die er nicht genutzt hat. Später gab es für den Engländer dann nichts mehr zu holen. Der Titelverteidiger hat zwar nicht überzeugt, aber gut gespielt. Bei van Gerwen hat man oft das Gefühl, dass sein Spiel dem Zuschauer schlecht vorkommt, weil man andere Dinge von ihm gewohnt ist und er trotz gutem Average nicht so dominiert.

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Das zweite Halbfinale zwischen Wright und Gerwyn Price wurde vom fehlenden Handschlag der beiden überschattet. Die Stimmung war von einigen Sticheleien im Vorfeld aufgeheizt und im Match hat sich das dann aufgebaut. Es hat dann nur ein Funke gefehlt, dass es explodiert.

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Der Handshake ist zwar nicht vorgeschrieben, aber ein ungeschriebenes Gesetz. Indem man darauf verzichtet, will man dem Gegner zeigen, dass man nicht zufrieden mit seinem Verhalten war.

"Wright hat Angst vor van Gerwen"

Das hat nichts mit Respekt zu tun, beide haben sicherlich viel Respekt füreinander. Dass es nicht zum Handshake kam, lag an beiden Seiten. Price hat zwar sofort die Bühne verlassen, aber es sagt schon viel aus, wenn ein Spieler wie Peter Wright erst seine Darts holt und dann seinem Gegner nicht mal die Hand gibt.

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Im Endspiel muss Wright nun gegen seinen Angstgegner ran, gegen den er alle großen Finals bisher verloren hat. Wright hat sicherlich etwas Angst vor van Gerwen und wird nachdenken, wenn er Möglichkeiten bekommt. Er wird aber auch extrem motiviert und konzentriert sein. Er hat jetzt die große Chance auf den großen Titel, jeder will Weltmeister werden. Die Nervosität wird Wright eher pushen und er wird van Gerwen bis ans Limit bringen.

Vielleicht ist die bisherige Bilanz sogar ein kleiner Nachteil für MvG, weil er weiß, dass er Wright sowieso immer besiegt hat. Nachlässig zu werden wäre aber eine grobe Fahrlässigkeit.

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Marijanovic glaubt an enges Finale

Wright muss mit dem Gefühl in das Spiel gehen, dass er nichts zu verlieren und nur etwas zu gewinnen hat. Wenn er gewinnt, ist er der Größte - bei einer Niederlage hat halt der Favorit gewonnen. Er muss versuchen, entspannt ins Finale zu gehen.

Im Spiel sind die Finishes der Schlüssel. Van Gerwen lässt auf den Doppeln ab und zu viel liegen und gibt dem Gegner Chancen. Wenn Wright seine Finishes zumacht und auch die Wege zwischen 80 und 100 Punkten Rest regelmäßig auscheckt, kann er dem Weltmeister das Leben wirklich schwer machen.

Ich tippe auf ein ganz enges Finale, das van Gerwen mit 7:5 gewinnt.

Euer Robstar

Robert Marijanovic, geboren am 6. Mai 1980, spielt seit 2007 auf professioneller Ebene bei der PDC Darts. Der Freudenstädter nahm drei Mal an der Weltmeisterschaft teil. Seit der WM 2019 tritt der "Robstar" auch als TV-Experte in Erscheinung. Für SPORT1 wird er das WM-Finale 2020 mit seinen Einschätzungen am Mikrofon begleiten.

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