DEB-Team verliert bei emotionalem Sturm-Abschied
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Marco Sturm hat beim Deutschland Cup auf sein letztes Spiel mit dem DEB verloren. Doch das Ergebnis gerät zur Nebensache, zu emotional war der Abschied.

Die Bilder von der Silber-Sensation in Pyeongchang flimmerten über den Videowürfel, die Olympia-Helden sandten Grußbotschaften, die Fans applaudierten minutenlang: Nur 259 Tage nach dem größten Erfolg in der deutschen Eishockey-Geschichte hat sich Bundestrainer Marco Sturm emotional verabschiedet.

Noch vor dem 0:2 (0:0, 0:0, 0:2) im letzten Spiel beim Deutschland Cup gegen die Slowakei nahm der 40-Jährige auf dem roten Teppich auf dem Eis unter tosendem Beifall die besten Wünsche seiner Weggefährten entgegen. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

DEB-Team verpasst Abschiedsgeschenk für Marco Sturm

"Das war hart. Natürlich freue ich mich auf meine neue Aufgabe, aber es tut auch weh, Tschüss zu sagen. Die tollen Momente und Erfolge in den letzten Jahren überwiegen. Ich war ein Teil der Mannschaft. Ich kann mich nur bedanken", sagte Sturm nach seinem letzten Spiel am Telekom-Sport-Mikrofon: "Ich kann ruhigen Gewissens fliegen, wir haben gute Strukturen hinterlassen."

DEB-Präsident Franz Reindl hatte dem 40-Jährigen, der in die nordamerikanische Profiliga NHL wechselt, vor dem Spiel eine Foto-Collage mit den Höhepunkten seiner dreijährigen Amtszeit überreicht. "Was die Spieler gesagt haben, war sehr emotional", sagte Reindl: "Es war eine schöne Geste."

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Danach verpasste sein Team mit noch acht Silbermedaillengewinnern von Südkorea mit der dritten Niederlage beim Heimturnier einen Sieg als Abschiedsgeschenk. Somit reichte es nur zum vierten und letzten Platz. Marcel Hascak (55.) und Radovan Pulis (56.) erzielten vor 4295 Zuschauern die Tore. Den Pokal sicherte sich Olympiasieger Russland, der mit 4:2 gegen Vizeweltmeister Schweiz seinen dritten Erfolg im dritten Spiel feierte. (DATENCENTER: Tabelle Deutschland Cup).

"Es ist irgendwie ein komisches Gefühl", sagte Sturm, der am Montag in den Flieger nach Los Angeles steigt. Bei den Kings steht er bereits einen Tag später als Assistent des neuen Cheftrainers Willie Desjardins an der Bande. "Es wird eine heiße Phase, in der nächsten Wochen haben wir vier Spiele. Da kommt viel auf mich zu. Aber ich hab's mir so gewünscht."

Sturm schließt Rückkehr nicht aus

Vor seinem Abschied aus Deutschland mahnte der Silberschmied von Pyeongchang noch einmal Veränderungen an. "Es gibt im Jugendbereich noch viel zu tun", sagte Sturm. Auch die Zahl der Ausländer in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) müsse weiter verringert werden. "Das ist meiner Meinung nach ein Muss", erklärte er: "Man muss jetzt Regeln schaffen, dass es sich schnell ändert. Andere Nationen schlafen nicht."

Auch wenn er in Los Angeles einen Vertrag bis 2021 hat und dort als Cheftrainer der Zukunft gilt, schloss Sturm eine Rückkehr zur Nationalmannschaft nicht aus. Die Partie gegen die Slowakei sei "mein vorerst letztes Spiel", sagte er. Ob er bei einem anderen Bundestrainer als Assistent für eine WM oder Olympia helfen könne? "Ich habe natürlich angeboten, dass ich immer zur Stelle bin. Ich bin ja nicht weg vom Fenster. Es kann alles passieren."

Hinter den Kulissen hat die Suche nach einem Nachfolger begonnen. Reindl und Sportdirektor Stefan Schaidnagel erstellten ein Anforderungsprofil und in Absprache mit der Deutschen Eishockey Liga (DEL) eine Kandidatenliste. "Sie ist überraschend lang", meinte Reindl: "Das Interesse ist wesentlich größer geworden." Erste Gespräche wurden bereits geführt. 

Olympia-Fahnenträger Christian Ehrhoff, der im April seine Karriere beendet hat, steht als Bundestrainer nicht zur Verfügung, könnte aber als "Aushängeschild" in der Funktion eines "General Manager" mit einem DEL-Trainer an der Seite ein Thema werden. Andere Kandidaten wie Ex-Bundestrainer Uwe Krupp (Prag), Harold Kreis (Düsseldorf) oder Pavel Gross (Mannheim) sind vertraglich gebunden und könnten - zumindest vorübergehend - nur in Doppelfunktion arbeiten.

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