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Rick Goldmann lobt in seiner Kolumne die Auftritte des jungen DEB-Teams beim Deutschland-Cup und spricht über die Erfolge der DEL-Klubs in der CHL.

Liebe Eishockey Freunde,

es hat nicht ganz sein sollen. Es ist ein starker zweiter Platz, den die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft beim Deutschland Cup in Krefeld belegt hat.

Aber zwei enge, richtig knappe Niederlagen in der Verlängerung haben für den Turniersieg dann eben nicht gereicht. Wie knapp es war, zeigt die 3:4-Niederlage gegen die Schweiz. 0,5 Sekunden vor Ende der Overtime.

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Aber was bleibt festzuhalten?

Da ist einmal die Reihe um Daniel Pietta, Daniel Fischbuch und Marcel Noebels. Sie hat sehr gut harmoniert und gepunktet. Und Bundestrainer Toni Söderholm hat ihr deshalb auch zu Recht Vertrauen geschenkt und viel Eiszeit gegeben.

Es war wieder eine sehr junge Mannschaft, das zeigen allein die vielen Debütanten im Nationaldress. Allen Mannheimern und vielen Münchner Spielern, die Deutschland in den letzten Jahren vertreten haben wie Patrick Hager oder Matthias Plachta, hat Söderholm eine Pause gegönnt – auch weil diese bereits am Dienstag bzw. Mittwoch in der Champions Hockey League wieder ran müssen.

So geht es für den EHC Red Bull München bei Yunost Minsk (Dienstag, ab 16.55 Uhr auf SPORT1 im Free-TV, Livestream und Liveticker) und für die Augsburger Panther gegen den EHC Biel-Bienne (ab 19.10 Uhr auf SPORT im Free-TV, Livestream und Liveticker) bereits zwei Tage nach Ende des Deutschland Cups, für die Mannheimer bei Mountfield drei Tage nach dem letzten Spiel international weiter.

Die Teilnahme am Achtelfinale der CHL aller drei Vertreter ist ein großer Erfolg für die DEL. Drei Teams haben sich in der Gruppenphase durchgesetzt und gehören damit zu den besten 16 Teams Europas.

Aber wie ist dieser Erfolg der DEL-Klub möglich? Dafür gibt es drei Gründe:

Erstens: Der Stellenwert der Champions Hockey League insgesamt ist gestiegen.

Die CHL ist bei Fans und Spielern angekommen. Die Spieler lieben es, sich in der Zeit, in der es sonst in der Vorbereitung um kleine Turniere geht, international zu messen, dass es dabei richtig um Punkte geht und eben nicht den Charakter eines Vorbereitungsspiels ohne echten Stellenwert.

Zweitens: Das Selbstbewusstsein und das Selbstvertrauen vieler Spieler – vor allem in Mannheim und München – ist nach der Silbermedaille bei Olympia enorm gestiegen.

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Die Jungs haben inzwischen den Anspruch, international erfolgreich zu sein. Egal ob mit der Nationalmannschaft oder auf Klubebene. Sie haben verstanden und erkannt, dass andere Nationen inzwischen schlagbar sind. Auch, weil sie sich selbst spielerisch und mental weiterentwickelt haben.

Drittens: Die Qualität der Klubs wie bei Mannheim oder München ist weiter gestiegen. Dazu kommt die Euphorie der Fans in Augsburg. Und diese Kombi kann Dich weit treiben.

Nun einen Blick auf die Gegner: Vom Papier hat Augsburg mit Biel den wahrscheinlich schwierigsten Gegner bekommen, Biel ist derzeit Zweiter in der Schweizer Liga.

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Keeper Jonas Hiller ist als langjähriger Schweizer Nationaltorhüter und ehemaliger NHL-Keeper der Anaheim Ducks vielen bekannt. Aber: Achtet mir auf Toni Rajala. Der Finne ist einer der besten Spieler in der National League.

Münchens Gegner Yunost Minsk spielt nicht in der KHL, sondern in der weißrussischen Extraliga, so gesehen dem Farmteam von KHL-Klub Dinamo Minsk.

Von der Körpergröße ist das eine kleine Mannschaft. Stellvertretend dafür steht ihr bester Spieler, Stürmer Maxim Parfeyevets. Klein, wendig, torgefährlich.

Die Adler Mannheim bekommen es mit HK Mountfield aus der tschechischen Liga zu tun. Vom Namen ist der Klub aus Hradec Kralove der vielleicht leichteste Gegner. Aber mit Stürmer Tomas Vincour und Keeper Marek Mazanec haben sie auch zwei Spieler in ihren Reihen, die jahrelang in der NHL gespielt haben.

Insgesamt hoffen wir aber, dass die Erfolgsgeschichte der DEL Klubs in der Champions Hockey League weitergeht.

Den Teams also viel Erfolg – und Euch viel Spaß bei den Spielen,

Euer Rick

Rick Goldmann, 43, stand 126 Mal für die deutsche Nationalmannschaft auf dem Eis. Der Verteidiger, der beim NHL-Draft 1996 an 212. Position von den Ottawa Senators gezogen wurde, bestritt ein Spiel in der NHL. Nach einer schweren Sprunggelenksverletzung beendete er 2008 beim EHC München seine Laufbahn. In seiner Karriere bestritt er für den EV Landshut, Adler Mannheim, Kaufbeurer Adler, Moskitos Essen, ERC Ingolstadt und Iserlohn Roosters 500 DEL-Spiele. Für SPORT1 kommentiert Goldmann seit 2008 die Spiele der Nationalmannschaft und der DEL.

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