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Nach der herben 1:8-Klatsche gegen Kanada bei der Eishockey-WM spricht DEB-Kapitän Moritz Müller Klartext. Gegen die USA müssen sich einige Dinge ändern.

Für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft war es eine Lehrstunde: Die 1:8-Niederlage gegen Kanada am Samstag zeigte dem DEB-Team deutlich die Grenzen auf.

"Ich hoffe, dass es der Weckruf war, den wir jetzt brauchen", sagte Kapitän Moritz Müller: "wir müssen begreifen, dass wir mit der Spielweise gegen diese Nationen nichts holen."

Dem deutschen Eishockey-Spiel hatten genug jene Tugenden gefehlt, die es sonst so auszeichneten: Taktische Disziplin und Kampfgeist. "Wir müssen ehrlich zueinander sein, warum das so war. Weil wir nicht genug investiert haben", kritisierte Müller.

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Bundestrainer Toni Söderholm ging sogar noch weiter und antwortete, auf die Frage was sich ändern müsse: "Alles."

Deutschland steht bereits im Viertelfinale

Dennoch darf man sich von der einen Niederlage nun auch nicht alles schlecht reden lassen: Immerhin steht die Mannschaft nach dem besten WM-Start seit 1930 mit vier Erfolgen bereits im Viertelfinale - das Ticket lösten die Deutschen durch den 7:1-Sieg der USA gegen Dänemark zwei Stunden vor dem Bully.

"Vielleicht hatten wir das im Hinterkopf und sind ein bisschen bequem geworden", mutmaßte Müller, "auf jeden Fall haben wir so gespielt."

Gegen WM-Mitfavorit USA muss sich das wieder ändern, damit es nicht die zweite Klatsche innerhalb von 24 Stunden gibt und am Ende noch das Selbstvertrauen vor dem Viertelfinale am Donnerstag womöglich ernsthaften Schaden nimmt. (Eishockey-WM: Deutschland - USA, ab 16 Uhr LIVE im TV und Stream bei SPORT1).

DEB-Team will Russland aus dem Weg gehen

Aber nicht nur deshalb spielen die verbleibenden zwei Spiele noch eine wichtige Rolle: Die Gruppenplatzierung entscheidet auch über den Viertelfinal-Gegner. (Tabellen der Eishockey-WM)

Aktuell steht das DEB-Team in Gruppe A auf dem dritten Platz. Folglich würde man im Viertelfinale gegen den Zweitplatzierten der Gruppe B spielen. Gehen aber die Spiele gegen die USA und Finnland verloren, stünde Deutschland wohl auf dem vierten Platz.

Nach aktueller Lage wird dies anhängig vom Sieger im direkten Duell entweder WM-Topfavorit Russland oder Titelverteidiger Schweden sein. Beiden Gegnern würde man wohl liebend gern aus dem Weg gehen. (Spielplan der Eishockey-WM)

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USA kommen immer besser in Fahrt

Der Auftakt verlief nicht optimal für den nächsten deutschen Gegner: Am ersten Spieltag setzte es überraschend eine 1:4-Niederlage gegen Gastgeber Slowakei. 

Die Eishockey-Cracks der Vereinigten Staaten scheinen sich mit dem Sieg gegen Dänemark aber langsam warmzuschießen. NHL-Superstar Patrick Kane - bei den Chicago Blackhawks Teamkollege von Dominik Kahun - führt das Team an. Er kommt im Turnier bislang auf zwei Treffer und gab bereits sieben Assists.

Klar ist: Auch gegen die USA ist die Mannschaft von Toni Söderholm klarer Außenseiter. Die Zeiten, in denen Deutschland gegen Mannschaften wie die USA chancenlos war, dürften aber trotz der Kanada-Klatsche vorbei sein.

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Bilanz gegen USA besser als erwartet

Bisher traf Deutschland in der Eishockey-Geschichte 103-mal auf die USA.

Die Bilanz ist nicht so desolat, wie man vermuten könnte: 31 Siege, neun Remis und 63 Niederlagen stehen bisher zu Buche. Das Testspiel vor der WM vor zehn Tagen konnten die USA mit 5:2 für sich entscheiden.

Ob die gegen Kanada ausgefallenen DEB-Akteure Moritz Seider und Philipp Grubauer gegen die US-Amerikaner zur Verfügung stehen, ist noch fraglich. 

So können Sie das Spiel Deutschland - USA LIVE verfolgen:

TV: SPORT1

Stream: SPORT1.de

Ticker: SPORT1.de

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