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Korbinian Holzer überragt bei der Eishockey-WM. Der deutsche Verteidiger weist Statistiken auf, an die auch die Topstars nicht herankommen.

Der Lieblingsverein ist bei Korbinian Holzer auf dem Eis immer mit dabei. 

In den Kufen steht beim Verteidiger der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft eingraviert "Holzy 1860". Es ist ein Zeichen der Verbundenheit zum Fußball-Drittligisten 1860 München. 

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Zu Hause in Bad Tölz hat der Profi sogar eine ganze Trikotsammlung mit zahlreichen Sonderexemplaren von seinem Klub. Mit größter Sorgfalt sind die Shirts einsortiert. 

Das klingt nach einem zahmen Erwachsenen. Ist Holzer aber nicht. Im Gegenteil! 

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Auf dem Eis räumt der Mann mit Vollbart richtig auf und bringt bei der WM in Lettland aktuell die gegnerischen Stürmer reihenweise zur Verzweiflung. 

Holzer ist der Fels in der Brandung

Holzer ist der große Fels in der Brandung und einer der Garanten für das Erreichen des Viertelfinals am Donnerstag gegen die Schweiz. (Übertragung ab 14 Uhr LIVE auf SPORT1 im Free-TV und Livestream)

Nach sieben Partien führt der Anführer sogar eine WM-Statistik an, die verdeutlicht, welch zentrale Bedeutung er für deutsche Spiel hat. Mit Holzer auf dem Eis hat Deutschland noch kein einziges Gegentor kassiert - und von den sechs WM-Spielern, die das auch geschafft haben, ist er derjenige, bei dem sein Team dabei die meisten Tore erzielt hat.

Holzer macht hinten dicht - und beflügelt durch die Räume, die er damit schafft, auch die Offensive. Mit seiner Effizienzwertung von +7 ist er einer der Besten des Turniers - eine Errungenschaft, die nicht von ungefähr kommt. (DEB steht nach Krimi gegen Lettland im Viertelfinale)

Holzer: "Ich bin eine Drecksau"

Holzer hat sich in Bad Tölz sehr diszipliniert für die WM individuell vorbereitet nach dem Ende der Saison bei Avtombolist Jekaterinburg in der russischen KHL.

Die gute Fitness paart der DEB-Star mit dem Kampfgeist.

Bei "N.ICE - Goldis Eishockey-Welt" bei SPORT1 sagte der Leistungsträger bereits vor der WM lachend: "Ich bin eine Drecksau." (Die komplette N-ICE-Doku mit Korbinian Holzer)

Der Defensivmann beschrieb sein Spiel so: "Ich schmeiße mich in jeden Schuss. Für mich ist es genau so wichtig, einen Schuss zu blocken wie für andere ein Tor schießen. Ich bin ein harter Spieler und agiere an der Grenze."

Bei der WM tritt Holzer genau so auf, wie von sich selbst dargestellt. 

In den Zweikämpfen und bei Checks agiert er knallhart. Vor allem in Unterzahl wirft sich der Abwehrspieler in alle Versuche der Gegner und nimmt dabei auch keine Rücksicht auf seine Gesundheit. Zudem ordnet Holzer sein Team im Stile eines Anführers, ist auch menschlich für die Teamchemie enorm wichtig.

Goldmann: "Holzer ist ein Leader"

SPORT1-Experte Rick Goldmann meinte bei "N.ICE - Goldis Eishockey-Welt": "Er ist ein Leader. Er hat Erfahrung, aber auch eine gewisse Lockerheit ohne Starallüren. Er ist für den Teamspirit unheimlich wichtig."

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Der Routinier hat dabei auch harte Jahre in seiner Karriere erlebt: Zwischen 2010 und 2020 lief der Deutsche in der NHL für die Toronto Maple Leafs, Anaheim Ducks und den Nashville Predators und wurde häufig zurück in die zweite Reihe und in die AHL abgeschoben. Neben 211 NHL-Partien mit sechs Toren und 21 Assists absolvierte er also auch 332 Spiele in der AHL mit  15 Treffern und 77 Assists.

"Es gab auch Momente, in denen man kurz vor dem Aufgeben stand und gedacht hat, es reicht und ich gehe zurück und damit den einfachen Weg", blickte der Nationalspieler vor der WM zurück. 

Allerdings: Holzer ist mit einem eisernen Willen ausgestattet. 

Holzer träumt vom WM-Titel

"Manchmal habe ich diese Leck-mich-am-Arsch-Einstellung. Man muss die Situationen akzeptieren. Ich habe den Glauben daran, dass harte Arbeit irgendwann belohnt wird", verdeutlicht er. "Nach dem Motto lebe ich auch irgendwie, dass man die Augen manchmal zumacht und dann durch die Wand läuft." 

Und Holzer liebt es, selbst zu einer Mauer zu werden und die Gegner abprallen zu lassen. 

Das soll auch gegen die Schweiz so sein. Immerhin hat der Fels in der Brandung ein klares Ziel. 

"Ich fahre nicht zu einer WM, um Platz neun zu werden. Ich will das Maximum. Und da können die Leute sagen: 'Der spinnt'", kündigte Holzer - den es nun zu den Adlern Mannheim zieht - vor Turnierstart an.

Wie eine Spinnerei wirkt Holzers Statement schon längst nicht mehr. Er selbst hat Sorge dafür getraten.

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