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Frankfurt am Main - Vor kurzem wurde der eSport-Bund Deutschland gegründet. Förderung, Anerkennung und Vertretung haben sich Teams, Vereine und mehr auf die Fahne geschrieben.

Von Matthias Holländer

Eine Welle ging durch deutsche Medien, als am vergangenen Sonntag ausgerechnet in der ehemaligen DFB-Villa in Frankfurt die Gründung des eSport-Bund Deutschlands, kurz ESBD, beschlossen wurde. Aber was hat dieser Bund genau vor?

Interessenvertretung

In erster Linie soll der ESBD die Interessen der verschiedenen Organisationen und Organe im eSports vertreten. Spieler vom Amateur bis zum Profi, Teams, Vereine sowie Ligen und Veranstalter sollen durch den ESBD Vertretung finden.

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Das Entstehen einer Interessenvertretung für den eSports war in den Augen vieler längst überfällig. Der gesellschaftliche Stellenwert des eSports hat eine Größe erreicht, wo es an der Zeit war, seine Repräsentationslücke zu schließen.

Aufklärungsarbeit

Der eSports ist komplex, nicht nur die Spiele an sich, sondern auch die Turnierlandschaft ist nicht so überschaubar wie die strukturierten Wettbewerbe etablierter Sportarten. Ein Verständnis für den eSports in der Öffentlichkeit zu schaffen, ist ein weiterer Punkt, den sich der ESBD auf die Fahne geschrieben hat.

Durch die bewusste Zielsetzung des ESBD, einer Positionierung des eSports in der deutschen Sportlandschaft voranzutreiben, will der Bund die öffentliche Wahrnehmung des eSports verbessern und für Anerkennung sorgen.

Gesellschaftsoffen aber trotzdem Szenennah

Die Ziele des ESBD sind allerdings nicht nur Representation und Öffentlichkeitsarbeit, sondern auch die gezielte Förderung der Szene und die Schaffung von Strukturen in Deutschland.

So sind die Nachwuchsförderung und die Schaffung von Aufstiegsstrukturen ebenfalls ein Thema beim ESBD.

Deutscher Olympischer Sportbund begrüßt Gründung

Einen Tag nach Gründung vertrat der ESBD den eSports in einem Expertenforum der deutschen Sportjugend und dem DFB, bei dem auch Landessportbünde und der Deutsche Olympische Sportbund vertreten waren.

Themen waren eSports, Vereine, Medien sowie gesundheitliche und wirtschaftliche Themen rund um den eSports. Alle Beteiligten schienen den Dialog zu begrüßen und wollen diesen auch weiter fortführen.

Der Vorstandsvorsitzende des DOSB, Michael Vesper, hatte Folgendes zur Gründung des ESBD zu sagen:

"Dadurch haben wir einen Ansprechpartner. Wir sind derzeit dabei, eine Arbeitsgruppe zu gründen, die sich mit den für den Sport relevanten Aspekten beschäftigen wird und freuen uns auf einen intensiven Austausch."

Die vielgestellte Frage nach dem olympischen eSports könnte also bald eine Antwort finden.

Vereine, eSports-Teams, Ligen & mehr

Um die eSports-Szene entsprechend zu vertreten und zu fördern, müssen in einem deutschen eSport-Bund natürlich auch die richtigen Mitglieder mitwirken. Dies ist dem ESBD zur Gründung zweifelsohne gelungen.

Unter den Gründungsmitgliedern finden sich Vereine wie Magdeburg eSports, das populäre League of Legends-Team Unicorns of Love, etablierte deutsche eSports-Organisationen wie z.B. ALTERNATE aTTaX und BIG sowie Veranstalter und Liga-Betreiber ESL und der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware, kurz BIU, vertreten.

Vollständige Liste der Gründungsmitglieder des ESBD

Spitzensport-Teams:

ALTERNATE aTTaX, BIG, BLUEJAYS, Euronics Gaming, H2K, Final Gaming, Fraport Skyliners, Mysterious Monkeys, Sprout, Planetkey Dynamics, Playing Ducks, Unicorns Of Love, Wind and Rain, WiseWizards

Breitensport-Vereine:

1. Berliner eSport-Club e.V., eSports Nord e.V., Gamer Verein e.V. - Regensburg, Magdeburg eSports e.V., TSV 1895 Oftersheim e.V., TSV Hamelspringe e.V.

Weitere Gründungsmitglieder:

Anna Baumann (Rechtsanwältin), BIU e.V., Christian Lenz, ESL, Dr. Fabian Laugwitz, MBA, LL.M. Eur. (Rechtsanwalt)

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