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Horst Seehofer (links) könnte als Innenminister bald für eSports zuständig sein © Getty Images
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Ein wichtiger Schritt für den eSports wird im aktuellen Koalitionspapier festgehalten. Der elektronische Sport soll vollkommen anerkannt werden.

 Der nächste Schritt zur Anerkennung von eSports als offizielle Sportart ist getan.

"Wir erkennen die wachsende Bedeutung der E-Sport-Landschaft in Deutschland an. Da E-Sport wichtige Fähigkeiten schult, die nicht nur in der digitalen Welt von Bedeutung sind, Training und Sportstrukturen erfordert, werden wir E-Sport künftig vollständig als eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht anerkennen und bei der Schaffung einer olympischen Perspektive unterstützen."

Das sind die Worte, die die kommende Regierungskoaltion von CDU, CSU und SPD in ihrem Vertrag für die Rolle und Zukunft des eSports wählt. Ein langer Kampf der nationalen Szene scheint damit beendet.

Doch der Vertrag ist noch nicht durchgewunken. Zunächst muss die SPD-Basis dem Papier noch zustimmen. Sollte das passieren, würde das Thema "eSports" vermutlich unter die Zuständigkeit von Horst Seehofer fallen, der nach Medienberichten das Innenministerium in Berlin leiten soll, zu dem auch der Bereich "Sport" zählt.

"Ein klares Bekenntnis"

Die Branche dürfte diesen Schritt begrüßen. ESL-Vizepräsident Ulrich Schulze schrieb auf Twitter: "Ein klares Bekenntnis zur Anerkennung als Sport, weil es Vorteile für die Aktiven bringt. Was ein Stimmungswechsel, wenn man zehn Jahre zurückdenkt."

Auch der Verband der deutschen Games-Branche game erklärte über Geschäftsführer Felix Falk in einer Pressemitteilung: "Die Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen sind ein wichtiges Signal: Mit der Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen wird endlich das große kulturelle, wirtschaftliche und innovative Potenzial von Computer- und Videospielen für Gesellschaft und Wirtschaft erkannt und genutzt."

Bereits vorher ließen die Koalitionspartner ihr Interesse für den eSports klar erkennen. Die CSU-Politikerin Dorothee Bär stellte schon klar, dass die komplette Gamesbranche eine höhere Anerkennung verdient habe.

Nach der Gründung des deutschen Dachverbandes Ende 2017 hatte auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) die Gründung einer Arbeitsgruppe für eSports angekündigt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte im August 2017 die weltgrößte Videospielmesse Gamescom in Köln eröffnet. Die Organisatoren der Asienspiele haben eSports bereits als offizielle Sportart für die Austragung 2022 in der chinesischen Stadt Hangzhou ins Programm genommen.

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