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Splyce und Toronto Defiant mit Ex-Soldat als Coach
Splyce und Toronto Defiant mit Ex-Soldat als Coach © OverActive Media / Riot Games
Lesedauer: 3 Minuten
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Die beiden Ex-Soldaten Patrick Sauer und Thomas Hall trainieren die eSports-Teams von OverActive mit sichtbarem Erfolg - nicht nur in Shooter Games.

Für Patrick Sauer war bereits seit seiner Kindheit klar, dass er der US-Army beitreten will. Er schloss mit 18 die Basis-Ausbildung ab und wurde in Afghanistan eingesetzt. Der heutige 35-Jährige diente insgesamt 16 Jahre als Marine.

Im Januar 2019 begann er eine neue Karriere, die nur scheinbar nichts mit seiner vorherigen zu tun hatte: Sauer und sein Co-Veteran Thomas Hall wurden von der kanadischen OverActive Media Group für ihre eSports-Teams Splyce und Toronto Defiant rekrutiert.

Doch warum interessiert sich eine eSports-Organisation für Ex-Soldaten? Nicht aus den vermeintlich auf der Hand liegenden Gründen.

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Militär-Veteranen mischen mit - nicht nur bei Militär-Spielen

Sauer und Hall sind seit Anfang des Jahres als Coaches für die Mannschaften tätig, die beiden Ex-Soldaten trainieren die Gamer keineswegs im Umgang oder der Treffsicherheit mit den Waffen in den Spielen. Sie sind für die Strategien der Spieler verantwortlich - nicht nur in Shooter-Spielen wie Call of Duty oder Overwatch, auch bei League of Legends.

Nach den ersten Monaten trägt die Arbeit der Zugänge bereits Früchte. Das LoL-Team Splyce erreichte in der LEC den vierten Platz in der Regular Season, Die CoD-Mannschaft belegte den zweiten Platz beim World League Fort Worth Turnier und Toronto Defiant erreichte die Playoffs in der OWL Stage 1.

Know-how, das dem eSports fehlte

"Diese Leute haben über Jahrzehnte gelernt, wie man Männer und Frauen für den Kampf trainiert, wie man mit Stress-Situationen umgeht, wie Konflikte gelöst werden", sagte Marty Strenczewilk zu ESPN. Strenczewilk ist Mitbegründer von Splyce und Senior Vice President von OverActive. Den Gedanken, Personal aus dem Militär im eSports einzusetzen, fand er naheliegend.

Wobei es aus Sicht von Sauer auch darauf ankommt, das richtige Personal aus dem Militär zu rekrutieren. "Während meiner Zeit bei der Marine habe ich Anführer getroffen, die schlechte Bespiele für eine Führungskraft waren", erinnerte er sich: "Die haben den Fokus nicht auf ihre Führungsfähigkeiten gelegt. Dann habe ich welche getroffen, die sich wirklich darauf fokussiert haben. Sie haben das wirklich gelernt. Die haben recherchiert, wie es andere Führungskräfte machen zu denen sie hochschauen und haben die Eigenschaften wirklich runtergebrochen und nachgeahmt."

Aus Sicht von Strenczewilk fehlt Führungskräften aus seiner eigenen Branche das Know-How, welches die Veteranen mitbringen und an die eSportler weitergeben.

Ein totaler Kulturschock war der Branchenwechsel für Sauer und Hall auch nicht. Wie man sich denken kann, waren die beiden neben ihrer Militärkarriere auch leidenschaftliche Gamer.

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