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Auch beim eSports ist das Thema Doping eine ernste Sache. So werden im Zuge der FeWC einige eSportler zum Test gebeten - teils unter skurrilen Umständen.

Auch im eSports ist das Thema Doping immer wichtiger geworden, gerade aufgrund der zahlreichen Disziplinen mit unterschiedlichen Anforderungen. 

Im Zuge der FIFA-18-Weltmeisterschaft in London wurden erstmals einige FIFA-Spieler zur Dopingprobe gebeten. In anderen Spielen ist es inzwischen zur Normalität geworden.

Das Los entscheidet

Die Spieler, die sich bei der FIFA-WM einem Test unterziehen mussten, wurden per Los ausgewählt. Das Kuriose daran: Die Auslosung erfolgte in aller Öffentlichkeit auf der Bühne der Veranstaltung. Im Gegensatz dazu werden bei Fußball- oder Olympia-Events die Entscheidungen hinter verschlossenen Türen nach dem Zufallsprinzip getroffen.

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Unter den ausgelosten Spielern befand sich auch die deutsche Titelhoffnung Michael "MegaBit" Bittner. Für den Deutschen war das Ganze doch etwas ungewöhnlich. Bei den ersten Vier ausgelosten handelte es sich ausschließlich um Xbox-Spieler. MegaBit kommentierte gegenüber SPORT1: "Ich hoffe, dass demnächst niemand positiv getestet wird, denn das kann den eSports kaputtmachen."

Doch auch, wenn er es als ungewöhnlich empfand, bei der Urinabgabe beobachtet zu werden, befürwortet er die Untersuchung. Schließlich geht es um eine ganze Menge Geld. Der Sieger beim FIFA eWorld Cup erhält 250.000 US-Dollar.

Adderall in Counter-Strike

Während der eSports in der Vergangenheit häufiger mit Betrügern zu tun hatte, ist das Thema Doping relativ jung. Dennoch gab es bereits einige größere Skandale, im Zuge derer die Nutzung illegaler Substanzen ans Tageslicht gefördert wurde.

Ein solcher Fall ereignete sich im Jahr 2015. So verriet der Counter-Strike-Spieler Kory "Semphis" Friesen damals in einem Interview mit dem Journalisten Mohan "Launders" Govindasamy, dass das gesamte Team während der IEM Katowice "high" gewesen sei: "Mir ist das eigentlich vollkommen egal. Wir waren alle auf Adderall. Es war eigentlich offensichtlich, wenn man sich die Audiologs (Mitschnitte der Kommunikation während des Matches, Anm. d. Red) des Spiels anhört."

Adderal ist vergleichbar mit dem in Deutschland erhältichen Ritalin und soll für eine erhöhte Konzentrationsfähigkeit sorgen. Ein Vorteil, der besonders bei eSportlern entscheidend sein kann. Grund auch im eSports auf leistungsfördernde Mittel zu testen.

Seit vier Jahren Zusammenarbeit zwischen NADA und ESL

NADA, die nationale Dopingagentur, arbeitet mit dem größten Ligenveranstalter ESL zusammen und erklärte auf SPORT1-Anfrage: "Der Erstkontakt zur ESL entstand im Jahr 2014. Die NADA und die Veranstalter der ESL One in Köln haben sich getroffen, um die Unterstützungsmöglichkeiten der NADA zu eruieren. Dabei ging es um die Präventions- und Aufklärungsveranstaltungen, die Etablierung eines Anti-Doping-Regelwerks und der Einführung möglicher Dopingkontrollen im eSport."

Inzwischen setzen sich ESL und NADA seit vier Jahren gemeinsam für den sauber Sport ein.

Gamer als Vorbild

Der wachsende elektronische Sport sei hinsichtlich des Wettbewerbs auch keine Ausnahme im Doping: "Neben dem technischen Cheating ist sicherlich auch Doping ein Thema. Insbesondere Mittel, die die Konzentration steigern, die Aufmerksamkeit erhöhen und stimulierend wirken, kommen im eSport zum Einsatz. Für die NADA ist es daher wichtig, frühzeitig über die Dopingsubstanzen und die Gefahren des Dopings aufzuklären und zu informieren."

Gerade weil Gaming bei vielen jungen Menschen sehr beliebt es, ging es auch um die Athleten als Idole: "Diese Vorbildfunktion gilt es zu wahren und für die Werteerhaltung im Sport einzustehen."

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