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Hat Epic Games die Lösung für alle Ping Probleme?
Hat Epic Games die Lösung für alle Ping Probleme? © Epic Games / SPORT1
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Im Sommer 2019 wurden die Server im mittleren Osten gestartet - nun berichten südafrikanische Fortnite-Profis von "plötzlich" besseren Pings. Was steckt dahinter?

Im Online-Gaming ist er seit jeher ein wichtiger Fixpunkt - der Ping. Wie lange dauert es, ehe die Tasteneingabe beim Server ankommt und von meinem digitalen Charakter ausgeführt wird? Wie groß ist die Verzögerung, ehe der virtuelle Goretzka den Pass auf Lewandowski spielt? Wenige Millisekunden können hier auf dem höchsten Level den Unterschied machen. 

Besonders einschneidend sind die Auswirkungen in Shootern. Wenn der Gegner eine bessere Verbindung hat und nicht nur früher weiß, wo er hinschießen muss, sondern seine Schüsse auch schneller ausgeführt werden, hat er einen entscheidenden Vorteil. Über diese Diskrepanz klagten in den vergangen Jahren vor allem Fortnite-Spieler. Dabei kann es auch um die Distanz zwischen zwei Orten in einem Land gehen. Der Twitch-Streamer und Fortnite Profi Turner "Tfue" Tenney zog von Florida nach New Jersey, um für die WM-Qualifikation auf dem niedrigstmöglichen Ping zurückzugreifen.

Fortnite-Ping plötzlich besser?

Mit dem Launch der Serverregion im mittleren Osten hat Epic Games eine völlig neue Region voller Profis und Amateure ins Boot geholt, die zuvor kaum auf hohem Level mitspielen konnten. Zwar war der Ping zu Beginn nicht optimal, dennoch gelang es gleich mehreren Trios aus Indien, sich für die Fortnite Championship Finals der Season X zu qualifizieren. Nach einiger Zeit verbesserten sich allerdings die Ergebnisse - vor allem der indischen Spieler - was wohl auf eine bessere Verbindung hindeuten könnte. Etwa ein Jahr nach dem Serverstart wurde Middle East zum "Hotspot" in den FNCS Leaderboards.

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Bei den Finals Anfang November 2020 dominierten dann die arabischen Vertreter das Leaderboard. Ebenfalls eine Region, die von dem neuen Server und dem später vermeintlich besseren Ping profitiert haben könnte. Dies hebt die Wichtigkeit der Region und neuer Technologien für bessere Konnektivität noch einmal hervor. 

In anderen Ländern sind die Probleme noch größer. Immer wieder wurde vor allem im südafrikanischen Raum nach eigenen Servern verlangt, weil die dort ansässigen Profis aufgrund des hohen Pings bei Online-Turnieren stets einen Wettbewerbsnachteil haben. Im Laufe des vergangenen Jahres wurden die Ergebnisse aber besser. Die zuletzt für ATK aktiven Trogonz und Syco qualifizierten sich nicht nur für die Middle East FNCS Finals, sondern schlossen auch noch auf respektablen Plätzen ab.

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Was hat sich also geändert? Auf Nachfrage gab Trogonz an, dass sich sein Ping bei einer Verbindung zu den Middle East Servern plötzlich verbessert habe. Nun spiele er bei 90-140ms Ping, in anderen Gebieten Südafrikas habe sich die Verbindung ebenfalls gesteigert.

"Zuvor haben wir immer auf EU gespielt, was bei 180 Ping lag, weil Middle East einen 280ms Ping hatte. Inzwischen bekomme ich einen 90ms Ping im Kreativmodus und 120ms [auf Middle East] im Spiel", bestätigt auch Syco, der bisweilen eine VPN-Verbindung nutzte.

In Indien, Mumbai und Pakistan sind die Werte noch deutlich besser.

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Auch wenn in der indischen Community weiterhin nach eigenen Indien-Servern verlangt wird, weil in gewissen Regionen der Ping immer noch zu hoch zu sein scheint, wirkt die Gesamtsituation um die Verbindung zu den Fortnite-Servern für diese Regionen auf einem guten Weg.

Da es in Bezug auf die Netzwerkqualität vor Ort und auch von Seiten der Server keine offiziellen Verkündungen gab, hat SPORT1 das Gespräch mit Firmen gesucht, die sich auf verbesserte Konnektivität spezialisiert haben. Die grundsätzliche Frage war: Wie könnte der Ping durch technische Lösungen verbessert werden?

Netzwerk im Netzwerk - eine Revolution im eSports?

Ein möglicher Ansprechpartner war Subspace. Das Unternehmen wirbt auf der eigenen Website für ein "Netzwerk, das für Online-Multiplayer-Spiele gebaut" sei. Weiter heißt es, "Subspace reduziert Lag spürbar und kreiert eine ununterbrochene Erfahrung für Spieler, während die Spielerbindung erhöht, die Matchmaking Pools vergrößert und der Umsatz für Studios und Publisher gesteigert wird."

Demnach greift das Startup genau dort an, wo viele Online-Gamer ihre größten Probleme sehen. Beim Ping. Und wie funktioniert das?

Anstelle von teurer und zum Teil komplizierter Glasfaser könnten an strategisch sinnvollen Punkten andere technische Gadgets installiert werden, ganz ohne eine Umstellung für den Endnutzer. In der Theorie wären das Knotenpunkte, die den physischen Weg der Eingaben vom Spieler zum Server verkürzen können.

Dass Subspace an derartigen Netzwerken für Spieler arbeitet, wurde gegenüber SPORT1 bestätigt. In Bezug auf Epic Games und einer möglichen Zusammenarbeit gab das Unternehmen keinen Kommentar ab.

Grundsätzlich könne die Technik für eine große Bandbreite an Unternehmen interessant sein. Sowohl Publisher von Games, als auch konventionelle Unternehmen aus anderen Industriezweigen, könnten sich so besser und schneller vernetzen. Der geneigte Weekend League Spieler mag sich fragen - ginge das auch bei FIFA?

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