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Mit der Hilfe von Ex-Profi Christoph "nRated" Seitz zum eSports-Star
Mit der Hilfe von Ex-Profi Christoph "nRated" Seitz zum eSports-Star © Riot Games / nRated / SPORT1 eSports
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Unzählige Menschen träumen davon, als eSports-Profi reich & berühmt zu werden. SPORT1-Redakteur Florian Merz wagt mithilfe des Ex-Profis nRated einen Selbstversuch.

Wie wird man eSports-Profi?

Diese Frage habe ich mir immer und immer wieder gestellt. Was machen die Profis von SKT, Fnatic und Team Liquid so viel anders, als ein normaler League-Spieler? Klar, gut, abgesehen von stundenlangen Training und einer professionellen Umgebung, dürfte sich die Grundvoraussetzung doch nicht zu sehr von meiner Basis unterscheiden, oder? 

Selbst nach knapp 700 Spielstunden dümpele ich noch immer in der ELO-Hölle herum, komme nicht einmal nur ansatzweise in die Nähe von Silber V. 

Doch mit einem Coach soll das alles anders werden, besser! Es wäre doch gelacht, wenn aus mir nicht noch ein ordentlicher eSportler werden würde, oder?

Bei dem folgenden Text handelt es sich um eine Art Spielertagebuch, das sich in regelmäßigen Abständen erweitert und die Eindrücke sowie Erfahrungen, die im Zuge eines professionellen Coachings gewonnen werden, wiedergibt.

Tag 01: Aller Anfang ist schlecht

Bereits vor meiner Anstellung bei SPORT1 habe ich mich in meiner Freizeit mit dem Thema eSports, mal mehr mal weniger intensiv, beschäftigt. League of Legends war jedoch der Titel, mit dem ich mir in der Vergangenheit mehrere lange Nächte um die Ohren schlug und in den ich auch schon den einen oder anderen Euro investierte.

Im Zuge einer Artikel-Serie über Faker kam ich in Kontakt mit Christoph „nRated“ Seitz. Obwohl dieser bereits seit einigen Jahren nicht mehr professionell in League of Legends aktiv ist, gehörte er nach wie vor zu den erfolgreichsten Profispielern Deutschlands.

Auf Nachfrage erklärte sich der ehemalige EU LCS Champion und Ex-Fnatic sowie SK Gaming-Spieler dazu bereit, mich über einen längeren Zeitraum zu trainieren. Für mich, als League-Fan und totaler Bronze-Noob, klang das wie Musik in meinen Ohren. Ein Profi, ein Champion, gibt mir die Möglichkeit, nach dessen Anleitung zu trainieren. Kurzerhand einigten wir uns auf die erste Trainingseinheit, um meinen gegenwärtigen Wissenstand unter die Lupe zu nehmen.

Nur die wenigsten Spieler schaffen es, jemals in der LCS anzutreten, geschweigedenn einen Split zu gewinnen
Nur die wenigsten Spieler schaffen es, jemals in der LCS anzutreten, geschweigedenn einen Split zu gewinnen © Riot Games / lolflickr

Nun, was soll ich sagen. Etwas zu wissen ist eine Sache, es jedoch gewinnbringend einzusetzen, eine andere.

Entsprechend, und nach ein paar Partien im Rift, schickte mich nRated zunächst einmal ans „Last-Hitten“, etwas, dass laut ihm jeder Profi förmlich eingeprügelt bekommt. Entsprechend verbrachte ich die Tage bis zur nächsten Trainingseinheit damit, jedes Mal, bevor eine normale Partie damit, 20 bis 30 Minuten in einem selbst erstellten Game ohne gegnerischen Bot die feindlichen Minions zu „last hitten“. 

Darüber hinaus ist es laut nRated zu Beginn hilfreich, wenn sich ein Spieler, der aus der ELO-Hölle aufsteigen möchte, zunächst auf einen kleinen Champion-Pool festlegt um diesen mit der Zeit vollständig zu beherrschen. In meinem Fall entschieden wir uns gemeinsam auf Varus, Jhin und Miss Fortune, wobei MF jedoch im Nachhinein, nach der zweiten Trainingssession, zu Lucian geändert wurde. Der Champion entspräche mehr meinem Spielstil, wie Chris meinte.

Coach-Tipp: Der letzte Hit

Zum Thema „Last-Hitten“ gab es auch eine weitere Lektion meines Coaches.

So soll ich im Spiel mit Varus, wenn ein early Backport ohne den großen Verlust an CS (Creeps) möglich ist, ein zweites Dorans Blade im Shop sowie die basic Boots kaufen. Damit würde ich im Early Game stärker auf die feindliche Minion-Wave einwirken können. Dank des zusätzlichen Dorans würde ich über mehr Möglichkeiten verfügen, die Creeps zu clearen beziehungsweise den Last Hit richtig zu setzen und Trades mit dem feindlichen Champion zu meinen Gunsten zu entscheiden.

Grundsätzlich ist das Ganze jedoch leichter gesagt, als umgesetzt. Unter anderem spiele ich in manchen Situationen nicht aggressiv genug, in anderen wiederum zeige ich dem feindlichen Champion viel zu großen Respekt, was diesen dazu animiert, mich oder meinen Mitspieler stärker anzugehen. Entsprechend gering fiel die Zahl gewonnener Spiele aus, die wir innerhalb der ersten zwei Trainingseinheiten absolvierten.

Aber es soll ja auch niemand behauptet, der Weg aus der ELO-Hölle sei einfach.

Weiter geht es in der kommenden Woche!

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