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München - Nach seinem Rauswurf beim SC Paderborn spricht Srdjan Lakic bei SPORT1 erstmals über die Hintergründe, die Krise beim Zweitligisten und die Arbeit von Stefan Effenberg.

Srdjan Lakic kann so schnell nichts erschüttern. Doch der Frust sitzt tief beim 32-Jährigen nach seinem Rauswurf.

Einen Tag nach der 0:4-Klatsche des SC Paderborn beim VfL Bochum wurde er von SCP-Coach Stefen Effenberg zusammen mit den Teamkollegen Daniel Brückner und Mahir Saglik suspendiert.

In der vergangenen Saison war Lakic an vier von zehn Paderborner Treffern in der Rückrunde beteiligt (2 Tore), den Abstieg des SCP konnte dies allerdings nicht verhindern. In dieser Spielzeit war er in vier Spielen unter Effenberg an drei von sechs Paderborner Toren beteiligt.

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Schon zu seiner Zeit beim VfL Wolfsburg (2011 bis 2012) hatte der Stürmer die Kehrseite des Profilebens kennen gelernt. Damals wurde er von Felix Magath aussortiert.

Jetzt hat es den Kroaten erneut erwischt. Trotz Vertrags bis 2016. "Mit den Suspendierungen wollen wir gemeinsam den notwendigen Umbau im Kader auch mit Blick auf die Saison 2016/17 einleiten", begründete Präsident Wilfried Finke den Rauswurf.

Im SPORT1-Interview spricht Lakic zum ersten Mal über sein Aus in Paderborn.     

SPORT1: Herr Lakic, wie geht es Ihnen einige Tage nach Ihrer Suspendierung in Paderborn?

Srdjan Lakic: Ich habe damit niemals gerechnet, das kam sehr überraschend und ich bin natürlich traurig über diese Entscheidung. Ich kann sie nicht wirklich verstehen, aber ich akzeptiere sie. Ich bin schon viele Jahre im Fußballgeschäft dabei und nehme diese Entscheidung nicht persönlich. So ist das Business.  

SPORT1: Haben Sie keine Erklärung, warum es Sie getroffen hat?

Lakic: Es können viele Gründe sein, ich kann es nur vermuten. Ich weiß nicht einmal, wer diese Entscheidung getroffen hat. Aber es ist jetzt auch nicht mehr wichtig. Ich bin suspendiert und das akzeptiere ich als Sportler. Ich bin mit mir total im Reinen, mein Kopf ist ganz klar. So etwas kann mich nicht groß berühren, ich habe vieles erlebt in meiner Karriere. Ich schaue jetzt nach vorne.

SPORT1: Sie sagen, Sie können es nur vermuten. Was denn?

Lakic: Die Fakten sind klar. Ich habe einen Vertrag bis zum Sommer und bin 32 Jahre alt. Ich kam im Januar nach Paderborn, um in der Bundesliga zu spielen und zu helfen, das Ziel Klassenerhalt zu erreichen. Jetzt sind wir leider in der Zweiten Liga und das ist natürlich nicht so schön. Ich war zuletzt auch sehr lange verletzt, aber auf einem guten Weg. Ich war total zufrieden mit der Tendenz - und dann passiert jetzt so etwas. 

SPORT1: Sehen Sie sich als Bauernopfer?

Lakic: Ich sehe mich nie als Opfer. Ich war immer ein Kämpfer. Ich konzentriere mich auf mich und nicht auf die Anderen. Das war immer meine Stärke. 

SPORT1: Sind Sie enttäuscht von Stefan Effenberg? Er hatte Ihnen noch in Bochum den Vorzug gegeben gegenüber Nick Proschwitz.  

Lakic: Mit Stefan Effenberg hatte ich die ganze Zeit ein professionelles und korrektes Verhältnis. Nach meiner Verletzung habe ich immer öfter gespielt und war auf dem Weg zum Stammplatz. Da war gegenseitiger Respekt da. Ich kann nichts Schlechtes über ihn sagen. Wir haben uns gut verstanden.

SPORT1: Haben Sie Fehler gemacht?

Lakic: Ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen. Ich bin Profi und habe immer Gas gegeben.

SPORT1: Dürfen Sie noch mittrainieren?

Lakic: Nein. Ich bin freigestellt. 

SPORT1: Haben Sie nochmal mit Effenberg sprechen können?

Lakic: Nein. Er ist ein junger Trainer und für ihn ist die Situation auch nicht einfach. Ich kann ihm jetzt nur viel Glück wünschen. Das wird er brauchen, um die Situation zu meistern. Das ist ihm auch klar. Mir wäre natürlich lieber, dass ich ihm mit meiner Qualität helfen kann, aber das ist jetzt Geschichte. 

SPORT1: Für Effenberg hat es mit zwei Siegen in Folge gut begonnen als Trainer, er probiert sicher viel. Warum bleibt auch unter ihm der Erfolg aus? Erst zwei Siege aus acht Liga-Spielen. 

Lakic: Es gibt viele Gründe für die Krise, es gibt im Leben wenig Zufall. Aber ich werde mich da nicht mehr einmischen.   

SPORT1: Wie geht es mit Ihnen weiter?

Lakic: Ich werde an der Situation nicht zerbrechen. Ich werde da stark rauskommen. Mein Körper ist in immer besseren Verfassung und ich werde mir in Ruhe Gedanken machen. Ich werde demnächst bestimmt interessante Gespräche führen mit anderen Vereinen.

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