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Uli Hoeneß soll seinen Rückzug als Präsident des FC Bayern planen
Uli Hoeneß soll seinen Rückzug als Präsident des FC Bayern planen © Getty Images
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München - Stefan Waggershauser, zurückgetretener Verwaltungsrat von 1860 München, ärgert sich über den Spott von FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß - und über Ismaik.

Uli Hoeneß hat seit seiner Rückkehr in das Amt des Präsidenten beim FC Bayern München schon viel Staub aufgewirbelt - auch beim Lokalrivalen 1860 München.

Das Chaos bei 60 sei "mit normalen Maßstäben nicht mehr zu messen": Diese und andere Spitzen hat Hoeneß am vergangenen Wochenende gesetzt, in Anspielung auf die jüngsten Wirren um Investor Hasan Ismaik.

"Sechzig träumt seit Jahren vom eigenen Stadion. Sie müssten mal mit Donald Trump reden, der ist ein Immobilien-Tycoon. Vielleicht baut der ihnen sowas", spottete Hoeneß außerdem.

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Dafür kassieren er und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge - der auf der Jahreshauptversammlung ebenfalls stichelte - nun heftige Kritik von einem früheren Verantwortungsträger der "Löwen".

"Moralisch jedes Recht verloren"

"Als Uli Hoeneß am Boden lag und halb Deutschland auf ihn eingeprügelt hat, gab es von 1860 keinerlei Kommentar", erklärt Christian Waggershauser, kürzlich zurückgetretener Verwaltungsrat des Zweitligisten, in der Süddeutschen Zeitung: "Auch nicht beim letztjährigen Freundschaftsspiel in Saudi-Arabien, wo gleichzeitig ein kritischer Blogger ausgepeitscht wurde."

Waggershauser findet: "Wenn ein Verein auf dieses Geld nicht angewiesen ist, dann die Bayern. Gleiches gilt für die Trainingslager in Katar oder deren Flughafen-Sponsoring. Ja - angesichts dieser Tatsachen bin ich verärgert. Die haben uns keine Ratschläge zu geben und dazu moralisch jedes Recht verloren!"

Scharfe Worte auch gegen Ismaik

Waggershauser macht in dem Interview aber auch klar, warum er selbst sich vergangene Woche von 1860 abgewandt hat - zusammen mit dem bisherigen Verwaltungsratschef Karl-Christian Bay.

"Was in der letzten Woche passiert ist, hätte ich nie für möglich gehalten", erklärte der 56-Jährige, im Hauptberuf Geschäftsführer des Kulturzentrums Muffathalle: "Ich musste ein klares Zeichen setzen, dass ich damit nicht einverstanden bin und ich so nicht weiterarbeiten kann. Einen Medienboykott anordnen und pauschale Hausverbote verhängen - so etwas kann man nicht machen."

1860 hatte am vergangenen Wochenende auch Trainer Kosta Runjaic entlassen und Geschäftsführer Thomas Eichin degradiert, nach allgemeinem Eindruck auf Betreiben von Investor Ismaik, der diese Schritte in einer Pressekonferenz erklärte.

Die vergangene Woche habe "Transparenz geschaffen darüber, mit wem wir es zu tun haben", führte Waggershauser weiter aus: "Sie hat gezeigt, wie Ismaik agiert und welches Selbstverständnis er von seiner Rolle hat. Ich möchte nicht wissen, wie Verhandlungen und Besprechungen abgelaufen sind, wenn ich mir nur diese 45 Minuten der Pressekonferenz ansehe. Man hat Hasan noch nie so in Aktion gesehen wie jetzt."

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